Ergebnisse, Produktion/Absatz

Schmuck- und Uhrenkonzern Richemont leidet unter Konsumkrise in China

08.11.2024 - 13:35:07 | dpa.de

Die GeschÀfte des Schmuck- und Uhrenkonzerns Richemont CH0210483332 sind ins Stocken geraten.

Im ersten Halbjahr des laufenden GeschĂ€ftsjahres 2024/25 gingen vor allem wegen einer deutlich schwĂ€cheren Nachfrage in China die UhrenverkĂ€ufe zurĂŒck. Besser lief es fĂŒr das Unternehmen in seiner Schmucksparte. In den Monaten von April bis September sank der Umsatz im Jahresvergleich um ein Prozent auf 10,1 Milliarden Euro, wie die Gruppe mit Luxusuhrenmarken wie Piaget oder IWC sowie Schmuckherstellern wie Cartier oder Van Cleef & Arpels am Freitag in Genf mitteilte. Bereinigt um WĂ€hrungseffekte verharrten die Erlöse auf dem Vorjahreswert.

An der Börse kam dies schlecht an. Die Aktie brach am Freitag um 6 Prozent ein und zog die Aktien der Swatch CH0012255151 Group und andere Luxuswerte mit nach unten. Analysten hatten vor allem mit Blick auf die Ergebnisse auf ein besseres Abschneiden gehofft.

Zugleich drĂŒckten steigende Kosten fĂŒr Rohmaterial und ungĂŒnstige Wechselkurse auf die ProfitabilitĂ€t. Der Betriebsgewinn (Ebit) fiel um 17 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Die entsprechende Marge sank um 4,1 Prozentpunkte auf 21,9 Prozent. Ohne die AktivitĂ€ten der Online-Tochter YNAP schrumpfte der Halbjahresgewinn von 2,2 auf 1,7 Milliarden Euro.

Anfang Oktober konnte Richemont nach langer Suche und dem gescheiterten Farfetch-Deal den Verkauf von YNAP an die MĂŒnchner Plattform Mytheresa ankĂŒndigen. Die Genfer beteiligen sich an der KĂ€uferin, mĂŒssen aber auch rund 1,2 Milliarden abschreiben.

Derweil laufen die GeschÀfte vor allem in China, Hongkong und Macau schleppend. Dort brachen die VerkÀufe um mehr als ein Viertel ein. "Das Konsumentenvertrauen in China ist seit lÀngerem sehr schwach und wir wissen nicht, wann sich die Nachfrage erholen wird", sagte der neue Unternehmenschef Nicolas Bos. Seit Juni leitet der ehemalige Chef von Van Cleef & Arpels den Schmuck- und Uhrenkonzern.

Finanzchef Burkhart Grund sieht die Krise am Immobilienmarkt und die damit verbundenen Konjunktursorgen als großes Problem in China. Chinesinnen und Chinesen besuchten nicht nur weniger Restaurants oder reisten weniger, sie wĂŒrden auch weniger Geld fĂŒr EinkĂ€ufe ausgeben. "Langfristig sind die Aussichten fĂŒr den chinesischen LuxusgĂŒtermarkt intakt", ist Grund aber ĂŒberzeugt.

Deutlich besser lief das GeschĂ€ft in Amerika. Der Umsatz legte in der Region um elf Prozent zu. Noch unklar ist, wie sich der Machtwechsel in den USA auf die AktivitĂ€ten der LuxusgĂŒterkonzerne auswirken wird. Drohen hohe Zölle oder begĂŒnstigen Steuersenkungen fĂŒr Wohlhabende das GeschĂ€ft? Grund wollte das nicht kommentieren, rechnet aber im anstehenden US-WeihnachtsgeschĂ€ft mit Wachstum.

Besser entwickelten sich im ersten Halbjahr auch die GeschÀfte in der Region Mittlerer Osten & Afrika mit plus elf Prozent sowie Japan mit plus 42 Prozent. Zuletzt hat sich das starke Wachstum in Japan jedoch abgeschwÀcht. In Europa wuchs Richemont um 5 Prozent.

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