Kassen, Patienten

Kassen: FĂŒr Patienten jetzt kein Cent Belastung mehr

14.05.2026 - 05:59:40 | dpa.de

Die gesetzlichen Krankenkassen warnen beim Sparpaket fĂŒr die Gesundheitsausgaben vor Verzögerungen und Verschiebungen zulasten der Patienten.

Der Chef des Spitzenverbandes, Oliver Blatt, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Versicherten und Arbeitgeber sind genug belastet." Daher gebe es fĂŒr ihn eine klare rote Linie: "Kein Cent mehr Belastung fĂŒr Patientinnen und Patienten als in der aktuellen Fassung des Gesetzes vorgesehen." Ein Aufschieben der Reform sei keine Option. "Jetzt muss die Ministerin Kurs halten, auch wenn der Druck von allen Seiten enorm ist."

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Kassen mit dem vom Kabinett auf den Weg gebrachten Paket 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten. Das soll ein erwartetes Defizit von 15,3 Milliarden Euro decken und erneute Anhebungen der ZusatzbeitrĂ€ge verhindern. Geplant sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber etwa auch höhere Zuzahlungen fĂŒr Medikamente und EinschrĂ€nkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Der Entwurf kommt nun zu den Beratungen in den Bundestag.

Ärzte fĂŒr Aufschub der GesetzesplĂ€ne

Blatt sagte: "Wenn ich die Rufe nach einer Verschiebung der Reform höre, dann klingeln bei mir die Alarmglocken." Denn wer danach rufe, wolle ja nicht einfach nur, dass die Reform spĂ€ter beschlossen werde, sondern sie zu seinen Gunsten Ă€ndern. Verschoben worden sei in den vergangenen Jahren auch beileibe genug. ÄrzteprĂ€sident Klaus Reinhardt hatte beim Deutschen Ärztetag in Hannover einen Aufschub der GesetzesplĂ€ne fĂŒr grundlegende Änderungen gefordert. Er bat Warken, die Reform noch einmal auf "Hold" zu stellen.

Verbandschef Blatt mahnte, diese Reform sei so notwendig wie nie, um die Finanzierung zumindest fĂŒr die nĂ€chsten zwei bis drei Jahre zu stabilisieren. An der Reform sei sicher nicht alles perfekt. "Aber wer irgendwo weniger sparen möchte, muss auch sagen, wo das Geld stattdessen herkommen soll." Jedem mĂŒsse klar sein: "Mit jeder Milliarde, die weniger eingespart wird, rĂŒckt der Zeitpunkt der nĂ€chsten Beitragssatzerhöhung wieder nĂ€her."

ZusatzbeitrÀge gestiegen

Zum Start ins Jahr waren die ZusatzbeitrĂ€ge, die die Kassen jeweils fĂŒr sich festlegen, fĂŒr Millionen Versicherte weiter gestiegen - trotz eines ersten kleinen Sparpakets der Koalition. Das Ministerium hatte den durchschnittlichen Zusatzbeitrag als Orientierungsmarke fĂŒr 2026 auf 2,9 Prozent festgelegt. TatsĂ€chlich liegen die ZusatzbeitrĂ€ge nach Kassendaten aktuell im Schnitt bei 3,13 Prozent. Zum Gesamtbeitrag, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen, gehört außerdem der allgemeine Satz von 14,6 Prozent des Bruttolohns.

Blatt mahnte eine grundsĂ€tzliche Akzeptanz dringend nötiger Sparmaßnahmen bei allen Akteuren im Gesundheitswesen an. "Stabile Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung mĂŒssten auch im Interesse der Ärzte, Kliniken und der Pharmaunternehmen sein, denn aus den KrankenkassenbeitrĂ€gen werden VergĂŒtungen, Honorare und Medikamente bezahlt."

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