GKV-Verband: Druck von VerbÀnden nicht nachgeben
19.04.2026 - 08:33:24 | dpa.de"Es ist nicht nachvollziehbar, wie jetzt die verschiedenen VerbĂ€nde der Ărzteschaft, der KrankenhĂ€user und der Pharmaindustrie Horrorszenarien an die Wand malen und sogar den Patientinnen und Patienten mit einer schlechteren Versorgung drohen, um ihren eigenen Reformbeitrag möglichst zu minimieren", sagte der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung".
"Jetzt geht es darum, zu verhindern, dass sich unter dem enormen Druck der diversen InteressenverbÀnde im Gesetzgebungsprozess die Belastungen hin zu den Versicherten verschieben", betonte Blatt.
Die VorstĂ€ndin des Verbraucherzentrale-Bundesverbands vzbv, Ramona Pop, ergĂ€nzte: "Wir sehen, dass fĂŒr Arzneimittel, fĂŒr die Ă€rztliche Versorgung in Praxen und in Kliniken zu viel Geld ausgegeben wird." Es sei zwar verstĂ€ndlich, dass sich gerade alle Interessenvertreter sehr lautstark zu Wort melden, sagte Pop der Zeitung. "Wir halten aber viele VorschlĂ€ge zur Begrenzung der Ausgaben fĂŒr sinnvoll, die nicht zur Mehrbelastung der Patienten fĂŒhren."
Sie betonte: "Nach aktuellem Plan der Bundesregierung sollen die Patientinnen und Patienten 20 Prozent der Reformlasten schultern, durch deutlich höhere Zuzahlungen und LeistungskĂŒrzungen beim Zahnersatz und Krankengeld. Das ist unsolidarisch und keine ausgewogene Belastungsverteilung mehr."
KassenĂ€rzte und Kliniken wollen sich am Montag Ă€uĂern
Die Gesundheitsministerin hatte am Donnerstag Kernpunkte eines Sparpakets vorgelegt, das die gesetzlichen Krankenversicherungen um 20 Milliarden Euro entlasten soll. Warkens Referentenentwurf befindet sich nun in der regierungsinternen Abstimmung. Schon am 29. April soll der Entwurf ins Kabinett kommen. Am Montag wollen sich die KassenĂ€rztliche Bundesvereinigung und die Deutsche Krankenhausgesellschaft zu den ReformplĂ€nen Ă€uĂern.
Doch es gibt auch Kritik der Koalitionspartner SPD und CSU an dem Paket. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sprach im Deutschlandfunk von "Unwuchten augenblicklich zulasten der Versicherten". Die CSU stört sich daran, dass fĂŒr medizinische Versorgung fĂŒr BĂŒrgergeldempfĂ€nger die Beitragszahler aufkommen sollen und verlangt, die bis zu zwölf Milliarden Euro aus Steuergeldern zu bezahlen. Das lehnt Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) ab.
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