Warnstreiks legen in mehreren LĂ€ndern den Nahverkehr lahm
19.03.2026 - 12:53:38 | dpa.deIn mehreren BundeslĂ€ndern fahren keine Busse, StraĂen- und U-Bahnen. Betroffen sind vor allem Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen-Anhalt, wo die Warnstreiks teils mehrere Tage andauern. Die Aktionen sollen in den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.
In Hamburg kĂŒndigte Verdi wĂ€hrend des laufenden Warnstreiks bereits den nĂ€chsten Ausstand an. FĂŒr Samstag ist ein 24-stĂŒndiger Streik sowohl bei der Hochbahn als auch bei der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) geplant. Die Gewerkschaft begrĂŒndet den Schritt mit festgefahrenen Tarifverhandlungen und einem Sparkurs des rot-grĂŒnen Senats. Hochbahn und Verdi hatten zuletzt ihre Forderungen leicht angepasst, eine Einigung blieb jedoch aus.
Streikpause in NRW nÀchste Woche
In Nordrhein-Westfalen blieben viele Busse und Stadtbahnen in den Depots; nur einzelne Linien privater Betreiber waren unterwegs. Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr können zudem auch am Samstag in diversen StĂ€dten zu EinschrĂ€nkungen bei Bus und Bahnen fĂŒhren. Verdi ruft in ausgewĂ€hlten Betriebshöfen von etlichen Nahverkehrsbetrieben Mitarbeiter zu Arbeitsniederlegungen auf, wie eine Sprecherin sagte.
Allerdings sollen die Warnstreiks in NRW ab Dienstag vorerst pausieren: Verdi plant wĂ€hrend der anstehenden dritten Verhandlungsrunde keine neuen ArbeitskampfmaĂnahmen. Die TarifgesprĂ€che sind fĂŒr drei Tage bis zum kommenden Donnerstag angesetzt.
Auch in zahlreichen StĂ€dten in Bayern fielen Busse und StraĂenbahnen vielerorts aus. Die Stadtwerke Augsburg etwa berichteten am Morgen, Busse und StraĂenbahnen des Kommunalunternehmens seien in den Depots geblieben. Der Nahverkehr sei zum Erliegen gekommen. Ebenfalls betroffen ist Sachsen-Anhalt. Bis Sonntag mĂŒssen FahrgĂ€ste etwa in Magdeburg, Halle und Dessau-RoĂlau erhebliche EinschrĂ€nkungen einplanen.
Verhandlungen meist fĂŒr bessere Arbeitsbedingungen
Es ist der dritte groĂflĂ€chig koordinierte Arbeitskampf in den laufenden Tarifverhandlungen im ĂPNV, die Verdi parallel in den BundeslĂ€ndern fĂŒhrt. In Baden-WĂŒrttemberg sowie in Schleswig-Holstein gibt es bereits Einigungen. Auch in Hessen wurde ein Kompromiss erzielt - die Gewerkschaftsmitglieder werden dort nun befragt, ob ihnen das Ergebnis ausreicht. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben, dem gröĂten Nahverkehrsunternehmen in Deutschland, beginnt heute die nĂ€chste Verhandlungsrunde.
"In vielen LĂ€ndern stehen wir - im vierten Monat der Tarifrunde - leider immer noch am Anfang", teilte die Vize-Vorsitzende von Verdi, Christine Behle, kĂŒrzlich mit. Die Zeiten seien schwierig, heiĂt es von den Arbeitgebern.
In den meisten BundeslĂ€ndern geht es bei den Verhandlungen um bessere Arbeitsbedingungen im Rahmen der sogenannten ManteltarifvertrĂ€ge. Diese regeln etwa Arbeitszeit, PausenlĂ€nge und freie Zeit zwischen den Schichten. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, ThĂŒringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusĂ€tzlich ĂŒber höhere Löhne und GehĂ€lter verhandelt.
Verschont von ArbeitskÀmpfen blieb bisher vor allem Niedersachsen. Dort gilt bis Ende MÀrz eine Friedenspflicht wÀhrend der nicht gestreikt werden darf.
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