GrĂŒne wollen EU unabhĂ€ngiger von USA und China machen
26.01.2026 - 16:15:13Am ersten Tag einer zweitĂ€gigen Vorstandsklausur der Partei in Berlin sagte die Parteivorsitzende, Franziska Brantner, dazu zĂ€hlten unter anderem GroĂinvestitionen in KĂŒnstliche Intelligenz (KI) und eine europĂ€ische Cloud. Notwendig sei zudem eine "eigenstĂ€ndige Rohstoffreserve". Hier mĂŒsse man jetzt "nachholen, was andere schon getan haben".
SolidaritÀt mit ehemaligem EU-Kommissar
Zu den GĂ€sten bei der Klausur zĂ€hlte der frĂŒhere EU-Kommissar Thierry Breton. Die USA haben gegen ihn ein Einreiseverbot verhĂ€ngt. Der Franzose gilt als einer der Architekten des Digital Services Act. Das Gesetzespaket und dessen praktische Anwendung - im Fall der Plattform X von US-AuĂenminister Marco Rubio als "Attacke auf alle amerikanischen Tech-Plattformen und das amerikanische Volk durch auslĂ€ndische Regierungen" bezeichnet - soll verhindern, dass im Internet ein rechtsfreier Raum entsteht. Die GrĂŒnen-Spitze erklĂ€rte sich solidarisch mit ihm.
Beziehungen zu USA: Hoffnung reicht nicht
Die USA unter PrĂ€sident Donald Trump seien nicht der Partner von einst, und ob sie es jemals wieder wĂŒrden, könne aktuell niemand sagen, sagte der Co-Parteivorsitzende, Felix Banaszak. An die Bundesregierung gewandt, fĂŒgte er hinzu, Hoffnung allein sei hier kein ausreichendes Konzept.
Brantner: Trump will allen Angst machen
Brantner sagte, was man derzeit in den USA erlebe, sei ein "epochaler Wandel". VordergrĂŒndig gehe es dort derzeit um Abschiebungen, tatsĂ€chlich gehe es Trump aber darum, "allen Angst zu machen, sie einzuschĂŒchtern und eben das System an sich umzubauen". Europa habe daher jetzt die Aufgabe, selbststĂ€ndiger zu werden. Das gehe nicht von heute auf morgen, mĂŒsse aber jetzt schneller als bisher vorangetrieben werden, auch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). In Minneapolis war am Samstag erneut ein US-BĂŒrger bei einem Einsatz von Bundesbeamten durch SchĂŒsse ums Leben gekommen. Die US-Regierung stellte die SchĂŒsse als Selbstverteidigung dar. Videomaterial im Netz von der Szene erweckt jedoch einen anderen Eindruck.
Kritik an Abstimmung zu Mercosur
Als einen Weg aus der AbhĂ€ngigkeit von China und den USA sehen Beobachter das Mercosur-Handelsabkommen der EU mit lateinamerikanischen Staaten. Mehrere deutsche GrĂŒnen-Abgeordnete im Europaparlament hatten vergangene Woche dafĂŒr gestimmt, das EU-Abkommen mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay vom EuropĂ€ischen Gerichtshof (EuGH) ĂŒberprĂŒfen zu lassen. Das sorgte fĂŒr Gegenwind, auch aus der eigenen Partei. HĂ€tten sie dagegen gestimmt, wĂ€re es nicht zur ĂberprĂŒfung gekommen. Banaszak sagte, bestimmte Fragen des Freihandels wĂŒrden zwar durchaus kontrovers diskutiert, dennoch gelte: "Die AbwĂ€gung hĂ€tte anders ausgehen mĂŒssen."

