GrĂŒne, ZustĂ€ndigkeitswirrwarr

GrĂŒne sehen 'ZustĂ€ndigkeitswirrwarr' bei Drohenabwehr

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 11:00 Uhr | dpa.de

Die GrĂŒnen im Bundestag bemĂ€ngeln gravierende LĂŒcken bei der Drohnenabwehr.

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) mĂŒsse erklĂ€ren, warum Deutschland trotz der bekannten Bedrohungslage noch immer keine schlagkrĂ€ftige und flĂ€chendeckende Drohnenabwehr hat, sagte der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Marcel Emmerich, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Emmerich: Dutzende Behörden zustÀndig

"Wir können uns nicht darauf verlassen, dass ein Busfahrer oder ein anderer BeschĂ€ftigter am Flughafen zufĂ€llig eine Drohne am Himmel entdeckt", betonte Emmerich. Er pocht auf eindeutige ZustĂ€ndigkeiten und einen Rechtsrahmen fĂŒr die Betreiber kritischer Infrastrukturen.

Mehr als 40 Behörden seien in Deutschland mit Aufgaben der Luftsicherheit befasst, erklÀrte Emmerich. Bund, LÀnder, Polizei, Bundespolizei, Luftsicherheitsbehörden und Bundeswehr teilten sich die Verantwortung. "Dieses ZustÀndigkeitswirrwarr ist im Ernstfall ein Sicherheitsrisiko." Er kritisierte: "Dass Alexander Dobrindt bis heute keine klaren ZustÀndigkeiten bei der Drohnenabwehr geschaffen hat, ist angesichts der bekannten Bedrohungslage ein gravierendes sicherheitspolitisches VersÀumnis."

Mehr UnterstĂŒtzung fĂŒr Betreiber gefordert

Betreiber kritischer Infrastruktur wĂŒrden bei der Drohnenabwehr mit unklaren Befugnissen allein gelassen, kritisierte Emmerich. Als kritische Infrastruktur werden Bereiche bezeichnet, deren Störung oder Ausfall gravierende Folgen fĂŒr das öffentliche Leben hĂ€tte. Dazu gehören unter anderem die Wasserversorgung und das Gesundheitswesen.

"Sie mĂŒssen rechtssicher in die Lage versetzt werden, gefĂ€hrliche Drohnen frĂŒhzeitig zu detektieren und im Rahmen klar definierter staatlicher Vorgaben wirksam zur Abwehr beizutragen", sagte Emmerich. "Wer FlughĂ€fen, Energieanlagen oder andere sensible Infrastruktur schĂŒtzen soll, braucht eindeutige Befugnisse, klare Verfahren und Rechtssicherheit." Der Bund mĂŒsse einen klaren Rechtsrahmen schaffen.

de | boerse | 69925103 |