Heidelberger Druckmaschinen wÀchst krÀftig im Quartal
31.07.2025 - 11:47:24 | dpa.deDie Ziele fĂŒr das Gesamtjahr bestĂ€tigte der Vorstand um Unternehmenschef JĂŒrgen Otto. Die Aktie gab am Vormittag um rund 2,7 Prozent auf 2,35 Euro nach. Allerdings hatte sich das Papier nach der AnkĂŒndigung eines ersten Auftrags aus der RĂŒstungsindustrie in den Vortagen um zwei Dritten verteuert.
Im ersten Quartal legten die Erlöse im Jahresvergleich um knapp 16 Prozent auf 466 Millionen Euro zu, wie das SDax DE0009653386-Unternehmen am Donnerstag mitteilte. In Europa profitierte der Maschinenbauer vor allem von einem staatlich geförderten Investitionsprogramm. In der Region Asien-Pazifik trieb vor allem China das Wachstum an. Allerdings gingen die Erlöse in der Region Amerika nicht zuletzt aufgrund der KaufzurĂŒckhaltung wegen der Zollpolitik des US-PrĂ€sidenten Donald Trump zurĂŒck.
Nach einem operativen Verlust von neun Millionen Euro vor einem Jahr erreichte der Konzern nun in den drei Monaten bis Ende Juni einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 20 Millionen Euro. Unter dem Strich fiel mit elf Millionen Euro zwar erneut ein Verlust an, der sich aber im Jahresvergleich deutlich reduziert hat.
Vorstandschef Otto rechnet fĂŒr das seit Anfang April laufende GeschĂ€ftsjahr 2025/26 weiterhin mit einem leichten Umsatzanstieg auf rund 2,35 Milliarden Euro, nachdem der Erlös im vergangenen Jahr auf 2,28 Milliarden gesunken war. Die operative Marge (bereinigte Ebitda-Marge) soll von zuletzt 7,1 Prozent auf bis zu rund 8 Prozent steigen.
Der langjĂ€hrige Automanager Otto stand zu seinem Amtsantritt bei Heideldruck Mitte 2024 vor einem Problemfall. Der Druckmaschinenhersteller Ă€chzte unter hohen Personalkosten und nur moderater ProfitabilitĂ€t. Zudem war das Unternehmen moderat gewachsen. Das will Otto Ă€ndern: Er setzt auf eine konsequente Weiterentwicklung durch neue Produkte hin zum Vollsortimenter rund um das DruckgeschĂ€ft, um kĂŒnftig mehr Umsatz zu generieren und Marktanteile zu gewinnen. Zudem hat er neue Standbeine im IndustriegeschĂ€ft fĂŒr Fremdkunden im Auge, mit denen das KerngeschĂ€ft ergĂ€nzt werden soll.
Erst am Dienstag kĂŒndigte das Unternehmen an, im Zuge einer strategischen Partnerschaft mit Vincorion Advanced Systems in das RĂŒstungsindustriegeschĂ€ft einzusteigen. FĂŒr die ehemalige MilitĂ€rtechniksparte des Technologiekonzerns Jenoptik DE000A2NB601 soll Heidelberger Druckmaschinen Regelungstechnik und Energieverteilungssysteme bauen. Das Unternehmen werde in den nĂ€chsten drei Jahren in dem gesamten Industriesegment, zu dem das RĂŒstungsgeschĂ€ft zĂ€hlt, mindestens 100 Millionen Euro erwirtschaften, zeigte sich der langjĂ€hrige Automanager Otto zuversichtlich.
Zugleich drĂŒckt der Manager weiter auf die Kostenbremse: So sind Tariferhöhungen fĂŒr zwei Jahre ausgesetzt. Die zunĂ€chst in Wiesloch begonnenen MaĂnahmen zur Steigerung der ProduktivitĂ€t werden auch auf andere deutsche Standorte ausgeweitet. Bis zum GeschĂ€ftsjahr 2027/28 will Heideldruck die jĂ€hrlichen Kosten um 80 Millionen Euro senken und damit das operative Ergebnis verbessern. Von dieser Summe sollen allein 55 Millionen Euro durch den Personalabbau eingespart werden.
Derweil hat die Einigung im Zollkonflikt zwischen der EU und den USA keine Auswirkungen fĂŒr das Unternehmen. "Es gibt fĂŒr uns keine neue Situation", sagte Unternehmenschef Otto. Egal wie hoch die Zölle ausfielen, Heidelberger Druck werde die höheren Kosten an die Kunden weitergeben. Das Unternehmen genieĂt laut dem Vorstandschef den Vorteil, dass es keinen Wettbewerber in den USA hat, der Offsetdruckmaschinen herstellt.
Das Management hoffe aber, dass nun Planungssicherheit einkehre. Heidelberger Druckmaschinen arbeite in ĂŒber 170 LĂ€ndern der Welt und sei somit sehr global aufgestellt, fĂŒgte der Vorstandschef hinzu.
Die EU und die USA hatten sich darauf geeinigt, dass der Zollsatz auf die meisten Importe bei 15 Prozent liegen soll. Das soll auch fĂŒr Autos, Halbleiter und viele Pharmaprodukte gelten. FĂŒr bestimmte GĂŒter wie Aluminium und Stahl sollen die Zölle unverĂ€ndert 50 Prozent betragen.
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