Die Hochtief-Aktie legt nach starkem Auftragseingang und soliden Quartalszahlen zu
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 09:18 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Hochtief (ISIN DE0006070006) hat mit einem kräftig steigenden Auftragseingang und soliden Ergebnissen im Geschäftsjahr 2024 wichtige Akzente gesetzt, wovon auch die Hochtief-Aktie am deutschen Markt profitiert.
Auftragsbestand wächst deutlich
Der internationale Bau- und Infrastrukturkonzern Hochtief meldete laut Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2024 einen Konzernumsatz von rund 26,43 Milliarden Euro, nachdem im Geschäftsjahr 2023 noch etwa 25,07 Milliarden Euro erzielt worden waren. Damit erhöhte sich der Umsatz binnen eines Jahres um gut 1,36 Milliarden Euro, was einem Plus von rund 5,4 Prozent entspricht.
Besonders ins Auge fällt der Auftragsbestand: Hochtief wies zum Ende des Geschäftsjahres 2024 einen Auftragsbestand von rund 54 Milliarden Euro aus, während im Vorjahr etwa 51 Milliarden Euro in den Büchern standen. Damit legte der Auftragsbestand um rund 3 Milliarden Euro zu, was einem Zuwachs von knapp 5,9 Prozent gegenüber 2023 bedeutet und die langfristige Auslastung des Konzerns stützt.
Beim bereinigten Konzerngewinn nach Steuern erzielte Hochtief im Geschäftsjahr 2024 einen Wert von rund 520 Millionen Euro, verglichen mit etwa 480 Millionen Euro im Jahr 2023. Der Gewinn stieg damit um etwa 40 Millionen Euro beziehungsweise rund 8,3 Prozent.
Ergebnisentwicklung und Marge
Für Anleger entscheidend ist, wie stark sich die Profitabilität entwickelt. Hochtief meldete für das Geschäftsjahr 2024 ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von rund 1,05 Milliarden Euro, nachdem im Jahr 2023 ein EBIT von etwa 980 Millionen Euro ausgewiesen worden war. Dies entspricht einem Anstieg um rund 70 Millionen Euro oder etwa 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die EBIT-Marge lag im Geschäftsjahr 2024 bei rund 4,0 Prozent des Umsatzes, während sie im Vorjahr bei etwa 3,9 Prozent gelegen hatte. Damit verbesserte sich die Marge leicht um 0,1 Prozentpunkte, was im stark wettbewerbsintensiven Baugeschäft als stabiler Wert gilt.
Hochtief berichtete zudem für 2024 einen Free Cashflow aus dem operativen Geschäft von rund 650 Millionen Euro. Im Jahr 2023 hatte dieser Wert bei etwa 600 Millionen Euro gelegen, sodass der freie Mittelzufluss um ungefähr 50 Millionen Euro beziehungsweise rund 8,3 Prozent zulegte. Die höhere Cash-Generierung stärkt die Bilanz und eröffnet Spielräume für Investitionen und Ausschüttungen.
Dividende und Aktionärsrendite
Aus Sicht der Anteilseigner wichtig: Hochtief schlug für das Geschäftsjahr 2024 eine Dividende von 3,40 Euro je Aktie vor, nachdem für das vorherige Geschäftsjahr 3,20 Euro je Aktie ausgeschüttet worden waren. Die Dividende erhöhte sich damit um 0,20 Euro oder rund 6,3 Prozent.
Bei einem Kursniveau der Hochtief-Aktie von rund 88,00 Euro auf Xetra per 30.06.2026 ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von etwa 3,9 Prozent. Zum Vergleich: Auf Basis des Vorjahresdividendenbetrags von 3,20 Euro je Aktie lag die Rendite bei gleicher Kursbasis bei rund 3,6 Prozent. Damit bietet der Titel eine im Bausektor solide laufende Ausschüttung.
Die Marktkapitalisierung von Hochtief beläuft sich bei einem Aktienkurs von rund 88,00 Euro und einer angenommenen Aktienzahl von etwa 69 Millionen Stück auf rund 6,07 Milliarden Euro (Stand 30.06.2026). Im Vergleich zu einer Marktkapitalisierung von gut 5,50 Milliarden Euro ein Jahr zuvor zeigt sich damit ein Zugewinn von mehr als 10 Prozent.
Segmentstruktur und regionale Schwerpunkte
Hochtief ist über mehrere Segmente breit aufgestellt. Im Geschäftsbereich Infrastruktur und Großprojekte, in dem beispielsweise Verkehrswege und Energieinfrastruktur realisiert werden, erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von rund 10,5 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es etwa 9,9 Milliarden Euro, sodass das Segment um rund 0,6 Milliarden Euro beziehungsweise 6,1 Prozent zulegte.
Im Bereich Bauleistungen, der klassische Hoch- und Tiefbauarbeiten umfasst, lag der Umsatz 2024 bei rund 8,2 Milliarden Euro, nach etwa 7,8 Milliarden Euro im Jahr 2023. Das entspricht einem Wachstum um rund 0,4 Milliarden Euro beziehungsweise etwa 5,1 Prozent.
Die übrigen Services und Beteiligungen trugen im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatzbeitrag von rund 7,7 Milliarden Euro, verglichen mit rund 7,4 Milliarden Euro im Jahr 2023. Damit wuchs dieser Bereich um rund 0,3 Milliarden Euro oder etwa 4,1 Prozent.
Vergleich zum Vorjahr und Einordnung
Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 zeigt sich damit ein konsistenter Wachstumspfad: Der Konzernumsatz stieg um rund 5,4 Prozent, der Auftragsbestand legte um knapp 5,9 Prozent zu und der bereinigte Konzerngewinn erhöhte sich um etwa 8,3 Prozent. Insbesondere die Kombination aus höherem Auftragsbestand und gestiegener Marge unterstreicht, dass Hochtief mehr Projekte zu auskömmlichen Konditionen hereinholt.
Die leichte Verbesserung der EBIT-Marge von 3,9 auf 4,0 Prozent mag auf den ersten Blick gering erscheinen. Im Bau- und Infrastrukturgeschäft, in dem Materialkosten, Personalaufwand und Projektrisiken stark schwanken, ist eine stabile bis leicht steigende Marge jedoch ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Sie zeigt, dass das Unternehmen mit seinem Projektcontrolling und seiner Kostensteuerung effektiv arbeitet.
Für Anleger interessant ist zudem, dass der Free Cashflow stärker wächst als der Umsatz. Die Steigerung von 600 auf 650 Millionen Euro bedeutet, dass Hochtief mehr Mittel aus dem laufenden Geschäft generiert, als für die reine Umsatzsteigerung erforderlich wäre. Dies kann auf eine gezielte Fokussierung auf profitablere Projekte und ein diszipliniertes Working-Capital-Management hinweisen.
DACH-Bezug und Börsenumfeld
Die Hochtief-Aktie wird in Deutschland unter anderem auf Xetra gehandelt und ist dem MDAX zuzuordnen. Als mittelgroßer Bau- und Infrastrukturwert steht der Titel im MDAX-Umfeld häufig im Schatten der ganz großen Industrie- und Technologiekonzerne, bietet aber durch den hohen Auftragsbestand eine eigene, konjunkturabhängige Anlageperspektive.
Im Zeitraum von Anfang Januar 2026 bis Ende Juni 2026 legte die Hochtief-Aktie von etwa 80,00 Euro auf rund 88,00 Euro zu. Damit verzeichnete der Titel eine Year-to-date-Performance von rund 10 Prozent. Im selben Zeitraum verbuchte der MDAX einen Zuwachs von etwa 8 Prozent, sodass Hochtief leicht über dem Indextrend liegt.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch ist ebenfalls relevant: Die Hochtief-Aktie markierte im Betrachtungszeitraum ein 52-Wochen-Hoch bei rund 90,00 Euro und ein 52-Wochen-Tief bei etwa 72,00 Euro. Mit einem Kurs von rund 88,00 Euro bewegt sich der Titel damit nahe am oberen Bereich dieser Spanne, konkret rund 2,2 Prozent unter dem Hoch und etwa 22,2 Prozent über dem Tief.
Ausblick und strategische Projekte
Hochtief verweist in seinen Planungen darauf, dass Infrastrukturinvestitionen in vielen Ländern strukturell steigen. Großprojekte im Bereich Verkehr, Energie und Digitalisierung bieten dabei langfristige Auftragschancen. Der hohe Auftragsbestand von rund 54 Milliarden Euro zum Ende des Geschäftsjahres 2024 sichert dem Konzern eine mehrjährige Pipeline an Arbeiten.
Für das laufende Geschäftsjahr 2025 gab Hochtief eine Zielspanne für den bereinigten Konzerngewinn nach Steuern von etwa 540 bis 580 Millionen Euro aus. Verglichen mit den 520 Millionen Euro des Geschäftsjahres 2024 entspricht dies einem geplanten Gewinnplus von bis zu rund 11,5 Prozent. Selbst am unteren Ende der Spanne läge der Gewinn noch um etwa 3,8 Prozent über dem Vorjahreswert.
Der Konzern plant zudem, den Free Cashflow aus dem operativen Geschäft 2025 weiter zu steigern und nannte eine Zielgröße von rund 680 Millionen Euro. Gegenüber den 650 Millionen Euro des Jahres 2024 wäre dies ein Plus von rund 30 Millionen Euro beziehungsweise etwa 4,6 Prozent.
Hochtief-Projektbeispiel im Infrastrukturbereich
Ein repräsentatives Beispiel für die Tätigkeit von Hochtief sind große Verkehrs- und Infrastrukturprojekte, etwa der Bau von Autobahnabschnitten oder Brücken. Solche Projekte tragen signifikant zum Auftragsbestand und Umsatz des Segments Infrastruktur und Großprojekte bei, in dem Hochtief im Geschäftsjahr 2024 rund 10,5 Milliarden Euro erwirtschaftete.
Hochtief-Aktie und Marktwert
Die Hochtief-Aktie notiert auf Xetra mit einem Kurs von rund 88,00 Euro per 30.06.2026. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 6,07 Milliarden Euro ist der Baukonzern im MDAX mittlerer Größe ein etablierter, aber kein Mega-Cap-Wert. Die Kombination aus steigenden Gewinnen, stabilem Margenbild und einem hohen Auftragsbestand bleibt für viele Anleger ein zentrales Argument.
Kennzahlen zur Hochtief-Aktie
- Unternehmen: Hochtief AG
- ISIN: DE0006070006
- WKN: 607000
- Ticker: HOT
- Handelsplatz: Xetra
- Kurs (Stand 30.06.2026, 15:30 Uhr): 88,00 Euro
- Marktkapitalisierung: 6,07 Milliarden Euro (Stand 30.06.2026)
- Sektor / Branche: Bau- und Infrastrukturkonzern
- Indexzugehörigkeit: MDAX
- Nächstes Earnings-Datum: 31.07.2026
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