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AKTIE IM FOKUS: Commerzbank auf MÀrz-Tief - Risikovorsorge enttÀuscht

07.08.2024 - 15:18:12

Die höher als erwartet ausgefallene Risikovorsorge im vergangenen Quartal hat am Mittwoch die Aktie der Commerzbank DE000CBK1001 unter Druck gesetzt.

Aktuell bietet die gleitende 200-Tage-Linie bei 12,54 Euro eine UnterstĂŒtzung, die ein charttechnisch viel beachteter Indikator fĂŒr den lĂ€ngerfristigen Trend der Aktie ist.

Am frĂŒhen Nachmittag verlor das Papier 4,7 Prozent auf 12,56 Euro und erholte sich damit etwas von seinem Tagestief bei 12,375 Euro. Es bleibt damit aber weiter auf dem tiefsten Niveau seit MĂ€rz. Das Jahresplus schrumpfte auf 16,7 Prozent zusammen, womit die Aktie aber immer noch zu den am besten gelaufenen Papieren im Dax DE0008469008 gehört.

Zwar hĂ€tten die ErtrĂ€ge sowie auch der Zins- und ProvisionsĂŒberschuss die Erwartungen erfĂŒllt, schrieb Analyst Kian Abouhossein von JPMorgan. Der Fokus liege wohl aber vor allem auf der Konzernrisikovorsorge, die inklusive der Reduktion der pauschalen Risikovorsorge (Top-Level-Adjustment, TLA) höher ausgefallen sei als zum Jahresstart. Der angekĂŒndigte AktienrĂŒckkauf sei obendrein nichts, was nicht bereits erwartet worden wĂ€re.

Analystin Anke Reingen von der kanadischen Bank RBC sprach von "ausgebliebenen positiven Überraschungen". Das Zahlenwerk sei zwar insgesamt solide, verdeutliche aber, dass der Zyklus steigender NettozinsertrĂ€ge vorbei sei. Die Aussicht auf eine Fortsetzung der KapitalausschĂŒttungen nannte Reingen außerdem "zwar beruhigend, doch zum aktuellen Zeitpunkt deutet das nicht auf steigende Konsenserwartungen hin".

Wie die Commerzbank am Morgen mitgeteilt hatte, sieht sie sich trotz eines nachlassenden RĂŒckenwinds von der Zinsseite auf Kurs zu einem "deutlich höheren" Jahresergebnis als 2023. Damals hatte die Bank dank gestiegener Zinsen und der damit deutlich höheren Einnahmen im GeschĂ€ft mit Einlagen und Krediten so viel verdient wie noch nie. Die Risikovorsorge hielt die Commerzbank im weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld im Vergleich zum Vorjahr stabil bei rund 200 Millionen Euro. Im ersten Quartal allerdings hatte dieser Posten noch deutlich unter der Marke von 100 Millionen gelegen.

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