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Börse Frankfurt-News: Anleihen: Ruhe nach dem Sturm

12.09.2025 - 15:07:23

Die hohe Staatsverschuldung in vielen LĂ€ndern - unter anderem Frankreich - ist wieder etwas in den Hintergrund gerĂŒckt.

Zuletzt ging es wieder mehr um die Notenbanken. Dass die EZB die Zinsen nicht weiter gesenkt hat, hat nicht ĂŒberrascht.

12. September 2025. Nach den heftigen Turbulenzen vergangene Woche ist wieder Alltag eingekehrt an den weltweiten AnleihemĂ€rkten. Vergangene Woche waren die Renditen langfristiger Staatsanleihen fast aller IndustrielĂ€nder extrem gestiegen - teils auf den höchsten Stand seit 1998. Hintergrund: die vielerorts enorm hohe Staatsverschuldung. Nun sind die Renditen wieder etwas gesunken. ZehnjĂ€hrige Bundesanleihen rentieren am Freitagmorgen mit 2,67 Prozent nach 2,8 Prozent vergangene Woche, dreißigjĂ€hrige mit 3,26 Prozent nach kurzzeitig ĂŒber 3,4 Prozent.

EZB hĂ€lt FĂŒĂŸe still

"Die Woche stand ganz im Zeichen der gestrigen EZB-Sitzung und der kommenden Mittwoch anstehenden US-Notenbanksitzung", berichtet AnleihehÀndler Rainer Petz von Oddo BHF. Wie allgemein erwartet, hat die EZB das Zinsniveau unangetastet gelassen. Auch die Pressekonferenz brachte kaum Neues.

"Es scheint, als habe die EZB ihre Zinssenkungen beendet, der Lockerungszyklus könnte vorerst vorbei sein", meint Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank. Das könne sich jedoch Ă€ndern, wenn das Wachstum in den nĂ€chsten Monaten stark enttĂ€usche oder die Disinflation zunehme - etwa durch einen stĂ€rkeren Euro und eine zunehmende Flutung mit auslĂ€ndischen GĂŒtern infolge der US-Zollpolitik. "Auch Frankreichs politische Turbulenzen bleiben in diesem Zusammenhang ein Unsicherheitsfaktor", betont er.

"US-Inflationsdaten kein Gamechanger"

FĂŒr die USA wird fest von einer Zinssenkung ausgegangen - trotz der am gestrigen Donnerstag veröffentlichten aktuellen US-Verbraucherpreise. Die Teuerungsrate stieg im August leicht auf 2,9 Prozent an, die Kernrate verharrte bei 3,1 Prozent. "Die FinanzmĂ€rkte werten die gestrigen US-Inflationsdaten nicht als Gamechanger fĂŒr die erwartete Leitzinssenkung in der kommenden Woche", kommentiert die Deutsche Bank. Laut Tim Oechsner von der Steubing AG wird am Markt nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent von einer Zinssenkung um 25 Basispunkte kommende Woche ausgegangen, mit 10 Prozent von 50 Basispunkten.

"Erhöhte VolatilitÀt französischer Staatsanleihen nicht ausgeschlossen"

Außerdem bleibt Frankreich Thema nach dem Scheitern der Regierung Bayrou und der Ernennung von SĂ©bastien Lecornu zum neuen Premier. "Frankreich ist schwer regierbar, die Schuldenlast ist mit 114 Prozent des BIP extrem hoch", bemerkt Ochsner.

Der Renditeaufschlag gegenĂŒber Bundesanleihen ist daher weiter hoch. Am heutigen Freitag um 17 Uhr wird die Ratingagentur Fitch ihre aktualisierte EinschĂ€tzung fĂŒr Frankreich bekanntgeben. "Angesichts der drohenden französischen Schuldenkrise ist dieses Ereignis nicht unerheblich und eine erhöhte VolatilitĂ€t französischer Staatsanleihen nicht ausgeschlossen", meint Analyst Henning OligmĂŒller von der LBBW.

So mancher nutzt die niedrigeren Kurse französischer Staatsanleihen aber auch fĂŒr einen Einstieg, wie Rainer Petz feststellt. "RumĂ€nische Staatsanleihen sind ebenfalls immer wieder gefragt", ergĂ€nzt er.

Pfandbriefbank-Bond gesucht

Im Handel mit Unternehmensanleihen geht es ruhig zu. KĂ€ufe meldet Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank fĂŒr die neue Anleihe der Deutschen Pfandbriefbank mit FĂ€lligkeit 2028 und aktuell 3,34 Prozent (DE000A382665) sowie einen Bond der zum Renault-Konzern gehörenden RCI Banque mit FĂ€lligkeit 2029 und aktuell 3,02 Prozent (FR001400N3F1).

Von Anna-Maria Borse, 12. September 2025, © Deutsche Börse

(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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