Arbeitsmarktbericht fÀllt durchwachsen aus
16.12.2025 - 16:04:05Der BeschĂ€ftigungsanstieg fiel etwas höher als erwartet aus. Dies gilt allerdings auch fĂŒr die Arbeitslosenquote, wĂ€hrend sich die Stundenlöhne schwĂ€cher als prognostiziert entwickelten.
AuĂerhalb der Landwirtschaft kamen 64.000 Stellen hinzu, wie das Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit 50.000 neuen Stellen gerechnet. Allerdings war die BeschĂ€ftigung im Oktober um 105.000 Stellen gesunken.
Die Daten fĂŒr Oktober und November wurden wegen der TeilschlieĂung von Bundesbehörden nun verspĂ€tet veröffentlicht. Der sogenannte Shutdown erklĂ€rt auch die unterschiedliche Entwicklung der beiden Monate. So wurden im Oktober 157.000 Stellen im öffentlichen Sektor abgebaut.
Die Arbeitslosenquote lag im November bei 4,6 Prozent. Das ist der höchste Stand seit September 2021. Volkswirte hatten im Schnitt eine Quote von 4,5 Prozent erwartet. Wegen des Shutdowns wurde fĂŒr den Oktober gar keine Arbeitslosenquote veröffentlicht. Im September hatte die Quote bei 4,4 Prozent gelegen.
Die Löhne stiegen im November weniger als erwartet. Die durchschnittlichen Stundenlöhne kletterten gegenĂŒber dem Vormonat um 0,1 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Wachstum von 0,3 Prozent gerechnet. Im Oktober waren die Löhne um 0,4 Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich legten die Löhne im November um 3,5 Prozent. Hier war ein Anstieg um 3,6 Prozent erwartet worden.
"Der Arbeitsmarkt zeigt ein durchwachsenes Bild und so sieht es auch fĂŒr weite Teile der Wirtschaft aus", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "WĂ€hrend die Investitionen in die KĂŒnstliche Intelligenz ein zentraler Treiber des BIP-Zuwachses sind, haben andere Bereich der US-Wirtschaft zu kĂ€mpfen." So habe die konjunktursensitive Logistikbranche in den drei vergangenen Monaten Stellen abgebaut.
"Der US-Arbeitsmarkt schwĂ€chelt, aber er bricht nicht ein", kommentierte Dirk Chlench, Volkswirt bei der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg. Es gebe immer noch einen spĂŒrbaren Anstieg bei der BeschĂ€ftigung. "Dem steht jedoch im Hinblick auf die US-Geldpolitik ein Anstieg der Arbeitslosenquote und ein geringer Anstieg der Stundenlöhne entgegen", schreibt Chlench. "Zusammenfassend ist nach unserer EinschĂ€tzung die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die US-Notenbank im nĂ€chsten Jahr ihren Zinssenkungskurs fortsetzen wird."
Der Eurokurs legte nach der Entscheidung zum US-Dollar etwas zu. Die Kurse von US-Staatsanleihen legten zunÀchst zu, drehten dann allerdings leicht in Minus. Insgesamt hielten sich die KursausschlÀge aber in engen Grenzen.

