Gewerkschaft: Folgen des Iran-Kriegs werden unterschÀtzt
13.03.2026 - 10:07:23 | dpa.deDer Vorsitzende Michael Vassiliadis sagte am Donnerstagabend vor Journalisten, er glaube, dass die Auswirkungen des Iran-Kriegs fĂŒr die Energieversorgung sowie mit steigenden Ăl- und Gaspreisen noch weitgehend unterschĂ€tzt werde. Falls der Iran-Krieg lĂ€nger dauere, könne dies massive Auswirkungen haben.
Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer langen SchwĂ€chephase. Wirtschaftsforschungsinstitute wie das Ifo-Institut erwarten, dass der Iran-Krieg die wirtschaftliche Erholung in Deutschland in jedem Fall dĂ€mpfen wird. Je lĂ€nger der Krieg andauert, desto schwerwiegender werden nach EinschĂ€tzung der Wirtschaftsforscher die Auswirkungen. Zudem erwarten die Ăkonomen einen zumindest vorĂŒbergehenden Anstieg der Inflation.
Warnung vor "FlÀchenbrand"
Zudem warnte die Gewerkschaft vor einem "unkontrollierten FlĂ€chenbrand" vor allem in der chemischen Grundstoffproduktion. Es drohe der Verlust kompletter Industriecluster. Vassiliadis forderte einen politisch moderierten Prozess fĂŒr eine konzertierte Konsolidierung der Grundstoffchemie in Europa. Die Produktion von Grundstoffen in energieintensiven GroĂanlagen bilde das Herz nahezu jedes chemischen Verbundstandorts. "Werden sie abgeschaltet, fehlen den meist direkt angebundenen Anlagen und Betrieben in der weiteren Wertschöpfungskette Vorprodukte, auf die sie zwingend angewiesen sind." Dies könne Tausende ArbeitsplĂ€tze gefĂ€hrden.
Vassiliadis mahnte schnelle Fortschritte bei den Energie- und Emissionskosten an. Im Emissionshandel mĂŒssten kostenlose CO2-Zertifikate an energieintensive Firmen lĂ€nger möglich gemacht werden. Ansonsten wĂŒrden die Kosten etwa in der kriselnden Chemieindustrie weiter nach oben getrieben.
Tarifrunde
Der Iran-Krieg kommt mitten in der laufenden Tarifrunde fĂŒr rund 585.000 BeschĂ€ftigte in der Chemie- und Pharmaindustrie, bei der es bisher kein Ergebnis gibt. Die Arbeitgeberseite fordert angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage LohnzurĂŒckhaltung. "Das geht mit uns nicht", sagte Vassiliadis. Die Gewerkschaft will mit höheren Entgelten die Kaufkraft stĂ€rken. Vassiliadis sagte mit Blick auf die hohen Inflationsraten nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022, bis heute seien die Reallohnverluste nicht ausgeglichen. Jetzt drohten infolge des Iran-Krieges neue InflationsschĂŒbe.
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