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Supreme Court stellt kritische Fragen zu Trumps Zöllen

05.11.2025 - 20:21:33

Die juristische KlĂ€rung der RechtmĂ€ĂŸigkeit von US-PrĂ€sident Donald Trumps aggressiver Zollpolitik ist einen wichtigen Schritt vorangekommen.

Das oberste Gericht in den USA, der Supreme Court, hörte in einer mehr als zwei Stunden dauernden Sitzung Argumente der Regierungsseite und von Gegnern des Vorgehens Trumps. Dabei fiel auf, dass Richter, inklusive des konservativeren FlĂŒgels, immer wieder kritische Nachfragen Richtung Regierung stellten. Wann ein Urteil gesprochen wird, ist unklar. US-Medien sprechen von Wochen bis Monaten.

Warum der Fall so wichtig ist

Der Fall gilt als einer der wichtigsten wirtschafts- und außenpolitischen Prozesse in Trumps zweiter Amtszeit. Sollten die Richter ihm das Recht absprechen, Zölle unter Verweis auf ein Notstandsgesetz aus dem Jahre 1977 zu verhĂ€ngen, ist unklar, ob die breit angelegten Einfuhrzölle auf Waren aus mehr als 100 LĂ€ndern dann noch Bestand haben. Im Kern dreht sich das Verfahren um die Frage, ob Trump einseitig ohne die Zustimmung des Kongresses und unter Berufung auf einen Notstand Zölle verhĂ€ngen durfte. Gerichte unterer Instanzen hatten dies verneint.

Bei einer Niederlage mĂŒsste die Regierung ihre Zollpolitik zurĂŒcknehmen, das könnte bestehende Handelsabkommen infrage stellen. Möglicherweise wĂ€re die Regierung dann auch verpflichtet, Milliarden Dollar an Importfirmen zurĂŒckzuzahlen. Viele Unternehmen haben nach US-Medien weltweit die Anhörung verfolgt.

Einnahmen oder Bedrohung fĂŒr nationale Sicherheit?

Der PrĂ€sident dĂŒrfe in Notlagen den Außenhandel regulieren, argumentierte US-Generalstaatsanwalt D. John Sauer fĂŒr das Justizministerium. Dass Zölle Einnahmen erzeugen, sei nur ein Nebeneffekt. Man habe primĂ€r die nationale Sicherheit schĂŒtzen und Handelsdefizite reduzieren wollen. FrĂŒhere PrĂ€sidenten haben das Notstandsgesetz zwar fĂŒr Sanktionen oder Embargos, aber nicht fĂŒr Zölle genutzt.

Besonders kritisch Ă€ußerten sich Amy Coney Barrett und Neil Gorsuch, beide von Trump nominierte konservative Richter. Sie stellten die Frage, warum fast alle Handelspartner - von Spanien ĂŒber Frankreich bis zur Schweiz - als Bedrohung der nationalen Sicherheit eingestuft worden seien. Gorsuch warnte vor einer einseitigen Machtverschiebung zugunsten des PrĂ€sidenten und zulasten des Kongresses, der laut Verfassung das Steuer- und Zollrecht besitzt.

@ dpa.de