Anti-Zoll-Werbeclip in Kanada wird pausiert
24.10.2025 - 22:20:42Der Premierminister von Ontario, Doug Ford, kĂŒndigte auf der Plattform X an, nach einem GesprĂ€ch mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney werde Ontario seine Werbekampagne ab Montag aussetzen. Carney selbst Ă€uĂerte sich bislang nicht.
Trump hatte wegen des Werbeclips die HandelsgesprĂ€che mit dem Nachbarland gestoppt. Ford begrĂŒndete die Pause fĂŒr den Werbeclip damit, dass so die GesprĂ€che wieder aufgenommen werden können. Ob dem US-PrĂ€sidenten dieser Schritt ausreicht, ist unklar.
Zugleich betonte der Ontario-Premierminister, dass dieses Wochenende die Werbekampagne weiterhin gezeigt werde. Man habe das Ziel erreicht, indem das amerikanische Publikum auf höchster Ebene erreicht worden sei. Intention sei gewesen, eine Diskussion darĂŒber anzustoĂen, welche Folgen Zölle auf Arbeitnehmer und Firmen haben.
Ex-PrÀsident Reagan in Werbung zu hören
Den Stopp der HandelsgesprĂ€che hatte Trump auf der Plattform Truth Social bekanntgemacht. Der US-PrĂ€sident warf Kanada eine irrefĂŒhrende Werbekampagne vor. In dem von der Regierung der kanadischen Provinz Ontario veröffentlichten Video ist die Stimme des frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Ronald Reagan zu hören, der sich zu Nachteilen von Zöllen Ă€uĂert. Trump nutzt in seiner zweiten Amtszeit das Instrument der Zölle sehr hĂ€ufig und weltweit.
Die US-Organisation The Ronald Reagan Presidential Foundation & Institute hatte zuvor beklagt, dass die Aufnahmen einer frĂŒheren Radioansprache Reagans aus dem Jahr 1987 ohne Genehmigung fĂŒr den Werbeclip verwendet worden seien - und dass die Macher des Videos die "selektiv genutzten" Aussagen des 2004 gestorbenen Republikaners irrefĂŒhrend im Video eingebettet hĂ€tten. Man prĂŒfe rechtliche Schritte, schrieb die Organisation in einer auf X veröffentlichten Mitteilung.
Ontarios Premier: Kanada und USA "Freunde und VerbĂŒndete"
Trump warf Kanada ein "ungeheuerliches Verhalten" vor. "ZĂLLE SIND FĂR DIE NATIONALE SICHERHEIT UND DIE WIRTSCHAFT DER USA SEHR WICHTIG", schrieb Trump in GroĂbuchstaben. Er unterstellte auch, dass Kanada Richter in den USA, die sich mit Zöllen befassen, beeinflussen wolle.
Trump bezog sich dabei auf das oberste Gericht in den USA. Der Supreme Court befasst sich derzeit auf Antrag der US-Regierung mit Trumps Zollpolitik. Der US-PrĂ€sident erhofft sich RĂŒckenwind von den Richtern, nachdem er vor einiger Zeit vor einem Berufungsgericht eine Niederlage erlitten hatte.
Vor Wochen noch gute Stimmung im WeiĂen Haus
Vor zweieinhalb Wochen erst hatte Trump den kanadischen Premierminister Mark Carney im WeiĂen Haus empfangen. Dort hatte der Republikaner freundliche Worte gegenĂŒber Carney geĂ€uĂert. Man wolle Vereinbarungen treffen, die fĂŒr beide LĂ€nder gut seien. Man habe Fortschritte in den vergangenen Monaten gemacht. Trump betonte, man konkurriere als NachbarlĂ€nder in Branchen wie Autos und Stahl. Die Trump-Regierung will mit ihrer Zollpolitik auch erreichen, ProduktionsstĂ€tten in den USA anzusiedeln.
Der US-PrĂ€sident hatte die 35-Prozent-Zölle auf viele Importe aus Kanada in die USA, die im August in Kraft traten, mit einer Kritik verbunden: Kanada tue nichts gegen den Drogenhandel. In den USA gibt es ein groĂes Drogenproblem - vor allem Fentanyl ĂŒberschwemmt das Land. Die Drogen gelangen auch ĂŒber Kanada in die Staaten. Bei Carneys Besuch vor ein paar Wochen hatte Trump dann gelobt, dass das Land nun stĂ€rker gegen den Drogenhandel vorgehe.
Trump und Carney jeweils auf Asien-Reise
Eine offizielle Reaktion Carneys auf die jĂŒngsten ĂuĂerungen Trumps gab es zunĂ€chst nicht. Der kanadische Premierminister wollte am Freitagvormittag (Ortszeit) Richtung Malaysia fliegen, um dort beim Asean-Gipfel, der von sĂŒdostasiatischen Staaten ausgerichtet wird, teilzunehmen. Trump beginnt am spĂ€ten Abend von Washington aus (Ortszeit) ebenfalls eine Asien-Reise. Der Gipfel in Malaysia ist auch eine seiner Stationen. Ob die beiden Regierungschefs in Kuala Lumpur aufeinandertreffen werden, ist unklar.

