Die Kering-Aktie bleibt nach schwächerem Luxusgeschäft unter Druck
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 07:48 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Der französische Luxuskonzern Kering (ISIN FR0000121964) steht mit seiner Kering-Aktie im Fokus, nachdem Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2023 und im ersten Quartal 2024 deutlich rückläufig waren und insbesondere die Kernmarke Gucci belastet hat.
Schwächeres Wachstum belastet die Marge
Laut dem veröffentlichten Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2023 erzielte Kering einen Konzernumsatz von 19,6 Milliarden Euro, was einem Rückgang von rund 2 Prozent gegenüber 2022 entspricht, in dem der Umsatz bei etwa 20,0 Milliarden Euro lag.
Der wiederkehrende operative Gewinn des Konzerns ging im selben Zeitraum spürbar zurück und lag 2023 bei rund 4,7 Milliarden Euro gegenüber knapp 5,6 Milliarden Euro im Jahr 2022, was einem Rückgang von mehr als 15 Prozent entspricht.
Die operative Marge verschlechterte sich damit im Geschäftsjahr 2023 deutlich, da sie von rund 28 Prozent im Jahr 2022 auf etwa 24 Prozent im Jahr 2023 zurückging.
Besonders ins Gewicht fiel die Entwicklung der Kernmarke Gucci, die 2023 einen Umsatz von rund 9,9 Milliarden Euro erzielte, nach etwa 10,5 Milliarden Euro im Jahr 2022, was einem Rückgang von rund 6 Prozent entspricht.
Gucci steht im Zentrum der strategischen Neuausrichtung des Konzerns, die mit dem Wechsel des Kreativdirektors und einer Anpassung der Kollektionen hin zu einer etwas zurückhaltenderen Ästhetik verbunden ist und kurzfristig auf die Nachfrage wirkt.
Erstes Quartal 2024 zeigt die operative Bremsspur
Für das erste Quartal 2024 meldete Kering einen Konzernumsatz von rund 4,5 Milliarden Euro, nachdem im ersten Quartal 2023 noch knapp 5,1 Milliarden Euro erzielt worden waren, was einem Rückgang von etwa 11 Prozent entspricht.
Der Rückgang im ersten Quartal 2024 war vor allem im Segment Gucci spürbar, dessen Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal zweistellig zurückging und die Entwicklung in den anderen Marken des Konzerns überwog.
Auch der wiederkehrende operative Gewinn von Kering sank im ersten Quartal 2024 deutlich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, da der Konzern mit höheren Kosten für Marketing und die Neupositionierung sowie einem schwächeren Umsatzmix umgehen musste.
Im Bereich der weiteren Häuser wie Saint Laurent, Bottega Veneta und den sonstigen Marken blieb die Entwicklung zwar stabiler, dennoch konnten sie die Schwäche bei Gucci im ersten Quartal 2024 nicht vollständig ausgleichen.
Der Konzern verwies im Rahmen seiner Kommunikation zum ersten Quartal 2024 darauf, die Investitionen in Markenstärke und Kundenerlebnis beizubehalten, obwohl das kurzfristig die Profitabilität belastet.
Strategische Neuausrichtung von Gucci als Kernprojekt
Die Markendynamik von Gucci ist für Kering zentral, da die Marke einen erheblichen Anteil am Konzernumsatz und am Gewinn ausmacht, und die Neuausrichtung soll langfristig für ein ausgewogeneres Wachstum sorgen.
Mit dem neuen Kreativdirektor will Kering die Kollektionen von Gucci stärker auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ikonischen Designs und tragbaren Linien ausrichten, um sowohl bestehende Stammkunden als auch neue Käufergruppen anzusprechen.
Die ersten Kollektionen der neuen kreativen Linie von Gucci wurden auf wichtigen Modenschauen vorgestellt, und die kommenden Saisons werden zeigen, ob sich die Nachfrage entsprechend der strategischen Erwartungen entwickelt.
Kering investiert im Zuge dieser Neuausrichtung verstärkt in Retail-Flächen, Store-Design und digitale Kanäle, um die Markenpräsenz von Gucci in den wichtigsten Märkten weltweit zu stärken.
Zudem bleibt China als zentraler Wachstumstreiber für Kering und Gucci wichtig, wobei der Konzern seine Präsenz sowohl im stationären Handel als auch im digitalen Vertrieb weiter ausbaut.
Luxusmarkt im Vergleich mit großen Wettbewerbern
Im Vergleich zu einigen Wettbewerbern im globalen Luxusmarkt, die teilweise trotz des anspruchsvollen Umfelds noch steigende Umsätze melden konnten, liegt Kering mit seinen zuletzt rückläufigen Umsätzen eher am unteren Ende der Wachstumsskala.
Die Luxusbranche insgesamt wurde in den vergangenen Quartalen von einer gewissen Normalisierung der Nachfrage geprägt, nachdem die starke Nach-Covid-Erholung vieler Märkte Mitte der 2020er Jahre bereits ausgelaufen war.
Während einige Wettbewerber weiterhin von einer breiteren Markenbasis profitieren, konzentriert sich Kering stark auf einzelne große Häuser wie Gucci, Saint Laurent und Bottega Veneta, was in Phasen markenspezifischer Schwäche zu stärkeren Ausschlägen führen kann.
Für Anleger ist daher besonders wichtig, wie konsequent Kering die Neuausrichtung von Gucci umsetzt und in welcher Geschwindigkeit sich die Umsatz- und Margenentwicklung der Marke wieder stabilisieren lässt.
Der Konzern setzt dabei auf eine Kombination aus kreativen Impulsen, einem erweiterten Angebot in Lederwaren und Ready-to-wear sowie einer stärkeren Fokussierung auf hochwertige Kundenerlebnisse im eigenen Retail.
Vertiefende Informationen und Investor-Relations-Kontext
Für einen detaillierten Blick auf die Struktur der Segmente und die Entwicklung der wichtigsten Marken bietet die offizielle Investor-Relations-Seite des Konzerns mit dem Geschäftsbericht und den Quartalsunterlagen einen umfassenden Überblick über Umsatz, operative Kennzahlen und Investitionsschwerpunkte.
Dort finden sich auch Hinweise auf die regionalen Umsatzverteilungen, beispielsweise den Anteil des asiatisch-pazifischen Raums und Nordamerikas am Konzernumsatz sowie die Entwicklung in Europa und anderen Regionen.
Im Geschäftsjahr 2023 trug der Einzelhandel über eigene Boutiquen und Online-Plattformen einen deutlich größeren Anteil zum Konzernumsatz bei als der Großhandelskanal, was die strategische Ausrichtung auf direkte Kundenbeziehungen verdeutlicht.
Auch im ersten Quartal 2024 bestätigte der Konzern, dass der Direktvertrieb weiterhin der wichtigste Umsatzkanal bleibt, gleichzeitig aber die Nachfrage nach ausgewählten Produkten im Großhandel schwächer ausfiel.
Zusätzlich informiert der Investor-Relations-Kontext über die Dividendenpolitik von Kering, die trotz des rückläufigen Ergebnisses auf eine kontinuierliche Ausschüttung an die Aktionäre ausgerichtet bleibt, wobei die konkrete Höhe an die Gewinnentwicklung anknüpft.
Gucci als repräsentatives Produkt- und Markensegment
Ein repräsentatives Produktsegment im Konzern ist Gucci mit seinen Lederwaren, Schuhen und Bekleidungskollektionen, die in den Boutiquen des Hauses und im eigenen Online-Shop angeboten werden.
Gucci steht für einen hohen Anteil am Gesamtumsatz von Kering und ist insbesondere im Bereich Handtaschen, Schuhe und Ready-to-wear ein zentraler Treiber für Umsatz und Markenbekanntheit.
Die Marke kombiniert ikonische Designs mit neuen Kollektionen, die regelmäßig auf den wichtigen Modenschauen präsentiert werden und so die Wahrnehmung im globalen Luxussegment prägen.
Kering setzt darauf, dass die neuen Kollektionen von Gucci mittel- bis langfristig zu einer Wiederbelebung des Wachstums beitragen und damit auch die Kering-Aktie wieder stärker von der Markenstärke profitieren kann.
Kering-Aktie und Marktkontext
Die Kering-Aktie spiegelt die erwartete Normalisierung des Wachstums im Luxussegment und die aktuelle Phase der Neuausrichtung wider, in der die Umsatzentwicklung 2023 und im ersten Quartal 2024 rückläufig war und die Margen unter Druck geraten sind.
Im Markt wird die weitere Entwicklung der Ergebniskennzahlen von Kering und die Geschwindigkeit der Erholung bei Gucci entscheidend sein, um die Bewertung der Kering-Aktie im globalen Luxusuniversum besser einschätzen zu können.
Fakten zur Kering-Aktie
- Unternehmen: Kering S.A.
- ISIN: FR0000121964
- Ticker: KER
- Handelsplatz: Euronext Paris
- Sektor / Branche: Luxusgüter / Bekleidung und Accessoires
- Indexzugehörigkeit: CAC 40
- Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert
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