Die Kering-Aktie reagiert verhalten auf schwache Luxusnachfrage
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 06:41 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Kering-Aktie (ISIN FR0000121964) bleibt nach einem deutlichen Ergebnisrückgang 2023 und schwächeren Gucci-Umsätzen im ersten Quartal 2024 unter Beobachtung, während der französische Luxuskonzern auf Xetra und an der Euronext Paris gehandelt wird und sich im Wettbewerb mit Branchengrößen wie der LVMH-Aktie behaupten muss.
Zahlenrückgang 2023 belastet Stimmung
Laut dem Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2023 erzielte Kering einen Konzernumsatz von rund 19,6 Milliarden Euro, nach etwa 20,4 Milliarden Euro im Jahr 2022, was einem Rückgang von ungefähr 4 Prozent entspricht. Der wiederkehrende operative Gewinn lag 2023 bei rund 4,7 Milliarden Euro, nachdem 2022 noch knapp 5,6 Milliarden Euro erreicht worden waren, womit die operative Ergebnisgröße um etwa 16 Prozent nachgab. Der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn sank 2023 auf etwas über 2,9 Milliarden Euro, verglichen mit rund 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2022, was den Druck auf die Profitabilität im Luxussektor verdeutlicht.
Im selben Zeitraum zeigte sich, dass insbesondere die Entwicklung bei der Kernmarke Gucci die Konzernkennzahlen beeinflusste. Für das Geschäftsjahr 2023 wurde der Markenumsatz von Gucci mit rund 9,9 Milliarden Euro ausgewiesen, nachdem im Jahr 2022 noch etwa 10,5 Milliarden Euro erzielt worden waren, was einem Minus von grob 5 bis 6 Prozent entspricht. Damit blieb Guccis Entwicklung hinter einigen Luxus-Peers zurück und verstärkte die Notwendigkeit strategischer Anpassungen an veränderte Konsumtrends in China, Europa und den USA.
Schwaches erstes Quartal 2024 und Ausblick
Für das erste Quartal 2024 meldete Kering einen Konzernumsatz von rund 4,5 Milliarden Euro, nach etwa 5,1 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahresquartal, was einem Rückgang in der Größenordnung von 10 bis 12 Prozent entspricht. Besonders im Fokus stand erneut Gucci: Der Umsatz der Marke lag im ersten Quartal 2024 bei rund 2,1 Milliarden Euro und damit klar unter dem Vorjahreswert von ungefähr 2,6 Milliarden Euro, womit sich ein Rückgang von etwa 19 bis 20 Prozent ergab. Diese Entwicklung zeigt, wie stark selbst etablierte Luxusmarken von einer abgeschwächten Nachfrage in wichtigen Märkten betroffen sein können.
Der Konzern hatte im Zusammenhang mit den Zahlen zum Jahresende 2023 und den Quartalsdaten 2024 darauf hingewiesen, dass höhere Investitionen in Markenaufwertung, Einzelhandel und Marketing die kurzfristige Profitabilität zusätzlich dämpfen würden. Im Zuge dessen wurde für 2024 ein spürbarer Rückgang des wiederkehrenden operativen Ergebnisses in Aussicht gestellt, bevor mittelfristig wieder eine Verbesserung angestrebt wird. Für Anleger ist damit klar, dass die aktuelle Phase von Kering eher von Restrukturierung, Produktpipeline-Anpassungen und Markenkonsolidierung als von Gewinnwachstum geprägt ist.
Weitere Berichte zur Kering-Aktie lesen
Wer die Entwicklungen bei Kering genauer verfolgen möchte, findet in unserem Dossier weitere Kennzahlen, Einschätzungen und Nachrichten zur Aktie.
Gucci und andere Marken als Wachstumstreiber
Zum Markenportfolio von Kering zählen neben Gucci auch Labels wie Saint Laurent, Bottega Veneta, Balenciaga, Alexander McQueen und Brillenlizenzen für verschiedene Luxusmarken. Gucci steht dabei weiterhin für den größten Umsatzanteil. Im Geschäftsjahr 2023 generierte Saint Laurent einen Markenumsatz von rund 3,3 Milliarden Euro und damit einen leichten Anstieg im Vergleich zu etwa 3,0 Milliarden Euro im Jahr 2022, was einem Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich entsprach. Bottega Veneta lag 2023 bei einem Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro, nach knapp 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2022, womit hier ein Plus von rund 10 bis 15 Prozent erzielt wurde.
Diese Zahlen zeigen, dass Kering neben der Fokussierung auf Gucci auch auf eine breitere Markendiversifizierung setzt, um den Konzern widerstandsfähiger gegenüber zyklischen Schwankungen einzelner Marken zu machen. Während Gucci 2023 einen Umsatzrückgang verzeichnete, wuchsen Saint Laurent und Bottega Veneta weiter, sodass der Konzern trotz Gegenwinds aus einzelnen Märkten ein insgesamt stabiles, wenn auch nicht wachsendes Umsatzniveau halten konnte. Für mittel- und langfristig orientierte Anleger ist daher entscheidend, ob Kering es schafft, die Wachstumsdynamik der kleineren Marken weiter zu steigern und zugleich Gucci in ein neues kreatives Kapitel zu führen.
Luxuskonzern im Vergleich zu Branchenriesen
Im globalen Luxussektor steht Kering im Wettbewerb mit Konzernen wie LVMH, Hermès und Richemont. LVMH erzielte 2023 einen deutlich höheren Umsatz im mittleren zweistelligen Milliardenbereich und eine entsprechend höhere Marktkapitalisierung, was die unterschiedliche Größenordnung im Vergleich zur Kering-Aktie verdeutlicht. Hermès wiederum zeigte 2023 ein starkes zweistelliges Umsatzwachstum, während Kering einen leichten Umsatzrückgang verbuchen musste. In diesem Umfeld versucht Kering, seine Positionierung zwischen hoher Markenexklusivität und ambitioniertem Wachstum neu auszutarieren.
Bei den Margen lag Kering 2023 mit einer wiederkehrenden operativen Marge im Bereich von rund 24 Prozent niedriger als in den Jahren davor, in denen Werte von um die 27 bis 28 Prozent erreicht worden waren. Der Rückgang um mehrere Prozentpunkte steht im Zusammenhang mit der schwächeren Entwicklung bei Gucci und höheren Investitionen in Stores und Marketing. Für den Markt ist klar: Die künftige Bewertung der Kering-Aktie wird neben der Umsatzentwicklung stark davon abhängen, ob es gelingt, die operative Marge wieder zu stabilisieren und mittelfristig zu verbessern.
Gucci als prägende Marke im Portfolio
Gucci ist die wichtigste Marke im Kering-Konzern und steht für einen großen Anteil der Konzernumsätze. Die Marke bietet ein breites Sortiment von Handtaschen und Lederwaren über Schuhe bis hin zu Ready-to-Wear-Mode und Accessoires, häufig mit hohem Wiedererkennungswert durch charakteristische Logos und Muster. Im Rahmen der jüngsten Strategie setzt Kering bei Gucci verstärkt auf eine neue kreative Ausrichtung mit Fokus auf langfristige Markenstärke und eine ausgewogene Preis- und Produktpolitik.
Kering-Aktie im Marktumfeld
Die Kering-Aktie wird vor allem an der Euronext Paris unter dem Ticker KER und als Zweitlisting an Handelsplätzen wie Xetra gehandelt, wobei die Marktkapitalisierung im Jahr 2024 im mittleren zweistelligen Milliardenbereich in Euro lag und damit deutlich unter dem Wert von LVMH, aber über vielen kleineren Luxuswerten. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein etablierter, aber zyklischer Wert mit hoher Abhängigkeit von der globalen Nachfrage nach Luxusgütern und der Markenstärke von Gucci, Saint Laurent und Bottega Veneta.
Fakten zur Kering-Aktie
- Unternehmen: Kering S.A.
- ISIN: FR0000121964
- Ticker: KER
- Handelsplatz: Euronext Paris
- Sektor / Branche: Luxusgüter / Bekleidung und Accessoires
- Indexzugehörigkeit: CAC 40
- Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
