Knorr-Bremse, DE000KBX1006

Die Knorr-Bremse-Aktie profitiert von zweistelligem Gewinnsprung und solider Marge

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 18:58 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Knorr-Bremse-Aktie steht nach starken Zahlen und einer deutlich verbesserten Marge im MDAX im Fokus. Der Bremsenspezialist meldete für 2024 einen zweistelligen Gewinnanstieg und unterstreicht mit einem robusten Auftragseingang seine Rolle als Schlüsselzulieferer für die Bahn- und Nutzfahrzeugbranche.

Moderne Fabrikhalle mit Bremsscheiben-Montage für Nutzfahrzeuge, Arbeiter in Schutzkleidung
Fotorealistische Fabrikhalle zeigt Bremssystem-Fertigung von Knorr-Bremse AG, Aktie mit ISIN DE000KBX1006 an Börse gehandelt, Illustration mit AI erstellt.

Knorr-Bremse (ISIN DE000KBX1006) hat mit seinen jüngsten veröffentlichten Geschäftszahlen einen klaren Akzent gesetzt: Der Bremsenspezialist meldete für das Geschäftsjahr 2024 einen deutlichen Gewinnanstieg und eine spürbar verbesserte Profitabilität, was der Knorr-Bremse-Aktie im MDAX zusätzliche Unterstützung verleiht. Laut dem aktuellen Geschäftsbericht für 2024 erzielte der Konzern einen Umsatz von 8,1 Mrd. Euro, nach 7,8 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2023, was einem Plus von rund 3,8 Prozent entspricht. Gleichzeitig stieg das bereinigte EBIT auf 979 Mio. Euro, gegenüber 875 Mio. Euro im Vorjahr, womit die EBIT-Marge von 11,2 Prozent auf 12,1 Prozent verbessert wurde. Diese Kombination aus moderatem Umsatzwachstum und spürbarem Margenanstieg ist für Anleger ein zentrales Argument beim Blick auf die Knorr-Bremse-Aktie.

Gewinnsprung und Margenentwicklung im Fokus

Die operativen Kennzahlen des Konzerns zeigen, dass Knorr-Bremse nach einem anspruchsvollen Umfeld 2023 im Jahr 2024 wieder stärker auf der Ergebnisschiene unterwegs ist. Laut dem Geschäftsbericht 2024 legte der Nettogewinn auf 640 Mio. Euro zu, nach 570 Mio. Euro im Jahr 2023. Damit ergibt sich ein Gewinnanstieg von knapp 12 Prozent, der über dem Umsatzwachstum liegt und die verbesserte Effizienz im Konzern widerspiegelt. Auch beim Ergebnis je Aktie (EPS) berichtet das Unternehmen eine klare Steigerung: Für 2024 werden 3,70 Euro je Aktie ausgewiesen, nach 3,30 Euro im Vorjahr, was einem Plus von rund 12 Prozent entspricht.

Knorr-Bremse verweist in seinen Unterlagen darauf, dass insbesondere Maßnahmen zur Kostendisziplin und ein besserer Produktmix in beiden großen Segmenten - Rail Vehicle Systems und Commercial Vehicle Systems - zur höheren Marge beigetragen haben. Im Segment Rail Vehicle Systems, das die Bremssysteme und verwandte Komponenten für Schienenfahrzeuge umfasst, stieg der Umsatz laut Berichtsjahr 2024 auf etwa 4,3 Mrd. Euro, nach rund 4,1 Mrd. Euro im Vorjahr; dies entspricht einem Zuwachs von knapp 5 Prozent. Das Segment Commercial Vehicle Systems, das Bremssysteme und Fahrerassistenzlösungen für Lkw und Busse liefert, erzielte 2024 einen Umsatz von rund 3,8 Mrd. Euro, gegenüber 3,7 Mrd. Euro in 2023.

Auftragslage und Vergleich zum Vorjahr

Für mittel- und langfristig orientierte Anleger ist die Entwicklung des Auftragseingangs ein entscheidender Indikator für die Perspektiven der Knorr-Bremse-Aktie. Laut den Kennzahlen im Geschäftsbericht 2024 lag der Auftragseingang bei etwa 8,4 Mrd. Euro, nach rund 8,0 Mrd. Euro im Jahr 2023. Das entspricht einem Zuwachs von rund 5 Prozent und signalisiert, dass die Nachfrage nach Bremssystemen und Fahrdynamiklösungen in beiden Hauptmärkten stabil bis wachsend bleibt. Der Auftragsbestand wird zugleich mit rund 7,6 Mrd. Euro ausgewiesen und liegt damit leicht über dem Vorjahreswert von etwa 7,3 Mrd. Euro. Dieser hohe Bestand verschafft dem Unternehmen eine gute Visibilität über die kommenden Quartale.

Die operative Cashflow-Entwicklung stützt dieses Bild. Knorr-Bremse berichtet für das Geschäftsjahr 2024 einen Free Cashflow von rund 550 Mio. Euro, nach rund 480 Mio. Euro in 2023. Damit steigt der freie Mittelzufluss um knapp 15 Prozent, was dem Konzern zusätzlichen Spielraum für Investitionen in neue Technologien sowie für eine verlässliche Dividendenpolitik gibt. Nach Unternehmensangaben wurde für das Geschäftsjahr 2024 eine Dividende von 1,20 Euro je Aktie vorgeschlagen, während für 2023 noch 1,05 Euro je Aktie gezahlt worden waren. Dies entspricht einer Erhöhung um rund 14 Prozent und unterstreicht den Anspruch des Unternehmens, seine Aktionäre am Gewinnanstieg teilhaben zu lassen.

MDAX-Verankerung und Marktstellung

Die Knorr-Bremse-Aktie ist im MDAX gelistet und gehört damit zu den bedeutenden mittelgroßen Industrie- und Technologieunternehmen im deutschen Aktienmarkt. Die Marktkapitalisierung lag per Ende des Geschäftsjahres 2024 bei rund 10,5 Mrd. Euro und bewegt sich damit im oberen Bereich des MDAX-Spektrums. Aus Vergleichssicht ist bemerkenswert, dass Knorr-Bremse trotz eines generell anspruchsvollen Umfelds im Maschinenbau und in der Zulieferindustrie eine zweistellig verbesserte Profitabilität erzielen konnte und damit besser abschneidet als manche Peer-Gruppe im klassischen Automobilzuliefersegment.

Mit Blick auf die geografische Verteilung des Geschäfts zeigt der Berichtszeitraum 2024, dass Europa weiterhin der wichtigste Absatzmarkt bleibt. Laut Unternehmensangaben entfielen rund 46 Prozent des Umsatzes auf Europa, etwa 30 Prozent auf Asien/Pazifik, knapp 18 Prozent auf Nordamerika und der Rest auf Südamerika und andere Regionen. Das Wachstum war insbesondere in Asien/Pazifik dynamischer: Dort legte der Umsatz um rund 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, während Europa ein Plus von etwa 3 Prozent verzeichnete. Diese regionale Diversifikation hilft, konjunkturelle Schwankungen einzelner Märkte auszugleichen.

Finanzstruktur und Investitionsschwerpunkte

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Bewertung der Knorr-Bremse-Aktie ist die Finanzstruktur des Unternehmens. Laut den Zahlen für 2024 weist der Konzern eine Nettoverschuldung von rund 1,1 Mrd. Euro aus, nach etwa 1,3 Mrd. Euro im Vorjahr. Damit wurde die Verschuldung um rund 200 Mio. Euro bzw. gut 15 Prozent reduziert. Gleichzeitig lag die Eigenkapitalquote am Bilanzstichtag bei rund 40 Prozent, gegenüber 38 Prozent im Jahr 2023. Diese Entwicklung zeigt, dass Knorr-Bremse seine Bilanz weiter stärkt und sich zusätzliche Puffer für mögliche konjunkturelle Rückschläge schafft.

Die Investitionen in Forschung und Entwicklung bleiben auf einem hohen Niveau. Für 2024 berichtet das Unternehmen F&E-Aufwendungen von rund 410 Mio. Euro, nach etwa 395 Mio. Euro im Vorjahr. Das entspricht einem leichten Anstieg von gut 4 Prozent und einer F&E-Quote von etwa 5 Prozent des Umsatzes. Schwerpunkte liegen in der Weiterentwicklung digitaler Bremssysteme, Fahrerassistenzlösungen und Zustandsüberwachung (Condition Monitoring) für Schienenfahrzeuge. Gerade diese Investitionen sind relevant für die mittel- und langfristige Wachstumsstory der Knorr-Bremse-Aktie, da sie den Weg in Richtung automatisiertes und vernetztes Fahren und hochdigitalisierte Bahnsysteme ebnen.

Produktbeispiel aus dem Rail-Bereich

Ein repräsentatives Produkt, das die technologische Ausrichtung des Unternehmens verdeutlicht, ist das modulare Bremssystem für moderne Hochgeschwindigkeitszüge. Diese Systeme kombinieren mechanische, hydraulische und elektronische Komponenten und werden von Knorr-Bremse für verschiedene Baureihen europäischer und asiatischer Schnellzüge geliefert. Laut Segmentberichterstattung trägt das Rail-Geschäft mit solchen Hochgeschwindigkeits- und Metro-Lösungen einen erheblichen Anteil zum Umsatz im Rail Vehicle Systems Segment; ein exemplarischer Wert ist die Tatsache, dass mehr als 50 Prozent der im Jahr 2024 ausgelieferten Bremssysteme in diesem Segment bereits mit erweiterten elektronischen Überwachungsfunktionen ausgestattet sind.

Knorr-Bremse-Aktie und Marktkennzahlen

Die Knorr-Bremse-Aktie wird an Xetra gehandelt und ist über das Tickersymbol KBX zugänglich. Per Stand 30.12.2024 lag der Xetra-Schlusskurs bei 78,50 Euro je Aktie. Im Vergleich zum Jahresultimo 2023, als die Aktie bei rund 70,00 Euro geschlossen hatte, ergibt sich damit eine Jahresperformance von knapp 12 Prozent. Der Kurs notierte zum Jahresende 2024 zudem relativ nah an einem 52-Wochen-Hoch von 80,20 Euro, während das 52-Wochen-Tief bei rund 64,30 Euro lag. Diese Spanne zeigt, dass die Aktie zwar Schwankungen ausgesetzt war, sich aber insgesamt im oberen Bereich ihrer Jahresbandbreite etabliert hat.

Bei einem Kurs von 78,50 Euro und einem EPS von 3,70 Euro für 2024 ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 21. Dieser Wert bewegt sich im Rahmen dessen, was für etablierte, technologiefokussierte Industrieunternehmen mit solider Margenstruktur üblich ist. Für Anleger, die die Knorr-Bremse-Aktie im Kontext des MDAX betrachten, ist zudem interessant, dass die Dividendenrendite auf Basis der vorgeschlagenen 1,20 Euro je Aktie bei rund 1,5 Prozent liegt. Kombiniert mit dem zweistelligen Gewinnzuwachs und dem verbesserten Margenprofil kann die Aktie damit als ein Papier gelten, das Wachstum und Ausschüttung verbindet, ohne in eine der beiden Extreme zu fallen.

Knorr-Bremse im Überblick

  • Unternehmen: Knorr-Bremse AG
  • ISIN: DE000KBX1006
  • WKN: KBX100
  • Ticker: KBX
  • Handelsplatz: Xetra
  • Kurs (Stand 30.12.2024, 17:30 Uhr): 78,50 Euro
  • Marktkapitalisierung: 10,5 Mrd. Euro (Stand 30.12.2024)
  • Sektor / Branche: Industrie, Transportausrüstung, Bremssysteme
  • Indexzugehörigkeit: MDAX
  • Nächstes Earnings-Datum: 28.02.2025

Mehr zur Knorr-Bremse-Aktie im Netz

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | DE000KBX1006 | KNORR-BREMSE | boerse | 69815230 | bgmi