Kassen fordern Entscheidungen fĂŒr stabile BeitrĂ€ge
27.11.2025 - 09:00:26"Nun ist erneut unklar, mit welchen Ausgaben fĂŒr die Gesetzliche Krankenversicherung im nĂ€chsten Jahr zu rechnen ist", heiĂt es in einem Schreiben der KassenverbĂ€nde an Minister und Fachpolitiker von Bund und LĂ€ndern, ĂŒber das zunĂ€chst "Table.Briefings" und "Bild" berichteten. Die Kassen könnten ihre Versicherten nun auch nicht transparent ĂŒber die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes fĂŒr 2026 und mögliche Abweichungen informieren.
Um den Druck fĂŒr Beitragsanhebungen zum 1. Januar zu mindern, hatte Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ein Sparpaket von zwei Milliarden Euro mit Ausgabenbremsen vor allem bei den Kliniken vorgesehen. Der Bundesrat stoppte das vom Bundestag beschlossene Gesetz aber vorerst und schickte es in den Vermittlungsausschuss. Das weitere Vorgehen soll heute auch Thema der Spitzen von Union und SPD im Koalitionsausschuss sein.
StÀrkere Beitragsanhebungen?
Das Gesundheitsministerium hatte - schon mit dem erwarteten Effekt des Sparpakets - den durchschnittlichen Zusatzbeitrag fĂŒr 2026 auf dem aktuellen Niveau von 2,9 Prozent beziffert. Dies gilt als amtliche Orientierungsmarke fĂŒr die Kassen beim Festlegen ihrer jeweiligen ZusatzbeitrĂ€ge fĂŒr 2026.
Die KassenverbĂ€nde warnen, ohne die vorgesehenen Einsparungen wĂŒrden die BeitrĂ€ge "zum Jahreswechsel noch stĂ€rker steigen, als sie es ohnehin schon tun". Es brauche jetzt Entscheidungen, damit die Krankenversicherung zumindest um zwei Milliarden Euro entlastet werde, wie von der Bundesregierung angekĂŒndigt, heiĂt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
"Brandbrief ist Alarmsignal"
Der GrĂŒnen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte der dpa: "Der Brandbrief der Krankenkassen ist ein Alarmsignal fĂŒr Ministerin Warken." Sie habe "StabilitĂ€t versprochen, bislang aber vor allem Chaos produziert." Er rechne damit, dass die ZusatzbeitrĂ€ge 2026 spĂŒrbar ĂŒber drei Prozent liegen werden. Dahmen sagte: "Wer BeitrĂ€ge stabilisieren will, muss endlich auch die Rekordpreise der Pharmaindustrie und teure Doppelstrukturen in der ambulanten Versorgung adressieren."
Zum gesamten Beitrag, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen, gehört neben dem jeweiligen Zusatzbeitrag der allgemeine Satz von 14,6 Prozent. Bei Anhebungen des Zusatzbeitrags haben Mitglieder ein SonderkĂŒndigungsrecht. Erst Anfang 2025 hatte es eine Welle krĂ€ftiger Erhöhungen gegeben.

