Chemiekonzern Evonik senkt Prognose
25.09.2025 - 14:30:48Umsatz und Gewinn fĂŒr das dritte Quartal dĂŒrften deutlich sinken, teilte der Spezialchemiekonzern am Donnerstag in Essen mit. Anfang August war Evonik trotz erster Molltöne mit Blick auf die Prognose noch von einer leichten wirtschaftlichen Belebung fĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte ausgegangen. Diese sei jedoch bislang ausgeblieben, die Kunden hielten sich in allen Bereichen zurĂŒck. Evonik erwartet nun eine anhaltend schwache Nachfrage bis zum Jahresende.
So rechnet Evonik fĂŒr 2025 mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von etwa 1,9 Milliarden Euro, nach knapp 2,1 Milliarden im Vorjahr. Zuvor war das Unternehmen bereits nach dem zweiten Quartal vorsichtiger geworden und hatte das untere Ende der erwarteten Bandbreite von 2,0 bis 2,3 Milliarden in Aussicht gestellt. Analysten hatten eine Senkung bereits antizipiert - sie gehen im Konsens von 1,96 Milliarden Euro aus.
Die im MDax DE0008467416 notierte Aktie verlor am Mittag zunĂ€chst knapp drei Prozent, konnte das Minus aber auf rund 1,8 Prozent eingrenzen. Laut Jefferies-Analyst Chris Counihan ist die erhoffte Sommererholung ausgeblieben. Mit seinen neuen Zielen liege Evonik noch leicht unter den Markterwartungen, die ohnehin schon etwas unter der vorhergehenden Konzernprognose gelegen hĂ€tten. Die Eckdaten fĂŒr das dritte Quartal wiederum lĂ€gen beim operativen Ergebnis um zwölf Prozent unter dem Konsens und um acht Prozent unter seinen Erwartungen. Zugleich implizierten die Ziele aber auch ein deutlich stĂ€rkeres viertes Quartal als von ihm und am Markt angenommen, ergĂ€nzte der Experte.
Analyst Sebastian Satz von der Citigroup zeigte sich grundsĂ€tzlich nicht ĂŒberrascht. Evonik sei eines der wenigen Unternehmen gewesen, die nicht bereits nach dem zweiten Quartal tiefer gestapelt hĂ€tten. Das AusmaĂ sei allerdings deutlicher als gedacht.
Im dritten Quartal dĂŒrfte das bereinigte Ebitda von 577 Millionen auf 420 bis 460 Millionen Euro sinken, teilten die Essener weiter mit. Das liegt deutlich unter den von Evonik veröffentlichten AnalystenschĂ€tzungen von im Schnitt rund 501 Millionen. Den Umsatz sieht Evonik vorlĂ€ufigen Berechnungen zufolge bei knapp 3,4 Milliarden Euro, nach gut 3,8 Milliarden im Vorjahr. Details will Evonik am 4. November veröffentlichen.
Die europĂ€ische Chemiebranche steckt in einer schweren Krise - so lasten die schwache Konjunktur sowie sinkende Preise auf den Unternehmen. Die US-Zollpolitik sorgt fĂŒr eine hohe Unsicherheit und dafĂŒr, dass sich die Kunden zurĂŒckhalten. Dazu klagten insbesondere die deutschen Chemiekonzerne ĂŒber zu hohe Energiekosten. Nach dem ersten Halbjahr senkten sie reihenweise ihre Prognosen - so etwa BASF, Lanxess, Wacker Chemie oder Covestro. Bei BASF, Lanxess und Wacker Chemie laufen derzeit gröĂere Sparprogramme, um die Ergebniserosion zu bremsen.

