Deutsche Anleihen: Zehnjahresrendite fÀllt erstmals seit MÀrz unter zwei Prozent
20.12.2023 - 17:55:58Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future DE0009652644 stieg um 0,36 Prozent auf 137,81 Punkte. Die Rendite zehnjÀhriger Bundesanleihen fiel im Gegenzug bis auf 1,97 Prozent. Es ist das erste Mal seit MÀrz, dass die runde Marke von zwei Prozent unterschritten wird.
FĂŒr Zinsdruck sorgten neue Inflationsdaten aus GroĂbritannien. Die Teuerung ging im November nicht nur deutlicher zurĂŒck als erwartet. Sie fiel mit 3,9 Prozent auch auf einen gut zweijĂ€hrigen Tiefstand. Die Entwicklung stĂŒtzt Erwartungen, wonach die britische Notenbank 2024 mit Zinssenkungen beginnen dĂŒrfte. Aktuell betrĂ€gt der Leitzins wegen der einst sehr hohen Inflation 5,25 Prozent.
Nicht nur von der Bank of England, auch von der US-Zentralbank Fed und der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) werden im kommenden Jahr geldpolitische Lockerungen erwartet. Allerdings liegen die Markterwartungen und die Zinssignale der Notenbanken weit voneinander entfernt. An den MĂ€rkten werden derzeit deutlich frĂŒhere und krĂ€ftigere Zinsreduzierungen erwartet, als dies etwa Projektionen der Federal Reserve oder ĂuĂerungen aus der EZB nahelegen.
So sprach sich der niederlÀndische Notenbankchef Klaas Knot gegen rasche Zinssenkungen im Euroraum aus. Bei der Lohnentwicklung gebe es noch keine Trendwende, sagte Knot der "Börsen-Zeitung" (Donnerstag). Zudem verkrafte die Euro-Wirtschaft die Zinserhöhungen bislang recht gut. "Das ist ein weiterer Grund, warum ich es mit einer Zinssenkung nicht eilig hÀtte", sagte Knot, der auch Mitglied im geldpolitischen Rat der EZB ist.

