WHO, EuropÀer

WHO: EuropĂ€er mĂŒssen besser vor Hitze geschĂŒtzt werden

11.06.2026 - 06:36:13 | dpa.de

Die LĂ€nder Europas mĂŒssen ihre BĂŒrger nach EinschĂ€tzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angesichts der fortschreitenden Klimakrise besser vor Hitze schĂŒtzen.

"Europa erwĂ€rmt sich schneller als jeder andere Kontinent - und wir bezahlen dafĂŒr mit Menschenleben", sagte der WHO-Regionaldirektor fĂŒr Europa, Hans Kluge. "Allein in den letzten vier Jahren sind europaweit mehr als 200.000 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben." Hitze sei "ein stiller Killer". Aber einer, den man vermeiden könne. "Wir haben die Instrumente. Nun mĂŒssen wir sie nutzen", erklĂ€rte Kluge.

Beim deutschen Hitzeaktionstag in Berlin stellte Kluge gemeinsam mit Bundesumweltminister Carsten Schneider und Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (beide SPD) Maßnahmen zum Schutz vor Hitze vor. Im Fokus stehen Ă€ltere und besonders gefĂ€hrdete Menschen.

Umweltminister: Hitzeschutz ist auch eine soziale Frage

"Der Klimawandel ist ĂŒberall auf der Welt zu spĂŒren, auch hier bei uns in Deutschland und Europa", erklĂ€rte Schneider. Hitzeschutz sei auch eine soziale Frage, sagte Schneider. Wer in aufgeheizten Wohnungen und dicht bebauten Vierteln lebe, könne sich oft kaum vor Hitze schĂŒtzen. Abhilfe wĂŒrden gesenkte CO2-Emissionen sowie stĂ€dtische BĂ€ume, Parks, intakte FlĂŒsse, WĂ€lder und Moore schaffen. "Die Natur kann uns helfen gegen die Hitze, wenn wir sie lassen", so Schneider. Die WHO hat zudem einen aktualisierten Leitfaden vorgelegt, der unter anderem Hitzewarnsysteme und Risikokommunikation verbessern soll.

Experten: Deutschland unzureichend auf Extremhitze vorbereitet

Die zunehmende globale ErwĂ€rmung sorgt nach Angaben von Klimaexperten fĂŒr hĂ€ufigere, heftigere und lĂ€nger anhaltende Hitzeperioden. Gerade fĂŒr Ältere, Kranke und andere Risikogruppen birgt das Gefahren, wie man immer wieder in Hitzewellen etwa in Europa beobachten kann. Weltweit fĂŒhrt extreme Hitze nach WHO-Angaben jedes Jahr zu einer HĂ€ufung von hitzebedingten Erkrankungen und Gesundheitsbeschwerden bis hin zu vorzeitigen TodesfĂ€llen. Hinzu kommen wirtschaftliche SchĂ€den in Milliardenhöhe.

Gesundheits- und Klimaexperten halten Deutschland auf Extremhitze bislang nicht ausreichend vorbereitet. Mehr als 150 Organisationen forderten jĂŒngst, Hitzeschutz systematisch in Krisenvorsorge, Gesundheitsversorgung und Katastrophenschutz zu integrieren.

In Deutschland sind die BundeslĂ€nder und Kommunen fĂŒr die Erstellung und Umsetzung von HitzeaktionsplĂ€nen und -maßnahmen zustĂ€ndig. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums verfĂŒgen bislang sieben von 16 BundeslĂ€ndern ĂŒber einen landesweiten Hitzeaktionsplan, ein weiteres arbeitet daran.

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