LĂ€nder warnen vor Abbestellungen: weniger ZĂŒge auf der Schiene
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 12:18 Uhr, dpa.deDer Bundesrat beschloss einen entsprechenden EntschlieĂungsantrag. Konkret geht es um die Trassenpreise, auch Schienenmaut genannt. Das sind GebĂŒhren fĂŒr die Nutzung des Schienennetzes.
Der EuropĂ€ische Gerichtshof hatte im MĂ€rz eine Regelung in Deutschland gekippt, die im Nahverkehr die Preise fĂŒr die Schienennutzung deckelte. Dies sorge auch wegen Nachzahlungen fĂŒr Mehrbelastungen, welche die LĂ€nder nicht stemmen könnten, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU). NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (GrĂŒne) sagte, das Urteil stelle die LĂ€nder vor massive Probleme. Ohne einen finanziellen Ausgleich der Mehrkosten fĂŒr den Bund drohten weniger ZĂŒge auf der Schiene.
Die LĂ€nder erwarteten vom Bund zudem schnell eine umfassende Reform des Trassenpreis-Systems, damit die Verkehre dauerhaft bezahlbar wĂŒrden. Das Bundesverkehrsministerium arbeitet an einer solchen Reform. Details sind aber völlig offen.
Die saarlĂ€ndische MinisterprĂ€sidentin Anke Rehlinger (SPD) nannte das Urteil einen "Knockout" fĂŒr eine zukunftsfeste Finanzierung der Schiene. Ohne eine schelle Lösung mĂŒssten weitere Zugkilometer abbestellt werden. Der Bund mĂŒsse Mehrbelastungen der LĂ€nder vollstĂ€ndig kompensieren. Die Bundesregierung hatte bei frĂŒheren Forderungen der LĂ€nder ĂŒber mehr Geld auf die angespannte Lage des Bundeshaushalts verwiesen.
