Geschlossene, Filialen

Geschlossene Filialen: Real-FĂŒhrung erwartet Einzug anderer SupermĂ€rkte

25.03.2024 - 18:42:28

Die letzten 49 verbliebenen MĂ€rkte von Mein Real haben am Wochenende dicht gemacht, die GeschĂ€ftsfĂŒhrung der insolventen Warenhauskette rechnet vielerorts jedoch mit dem Einzug anderer SupermĂ€rkte.

"Wir gehen davon aus, dass 90 Prozent der von den Schließungen betroffenen Real-MĂ€rkte nach einem Umbau kĂŒnftig wieder von einer der drei großen Handelsgruppen Rewe, Kaufland oder Edeka betrieben werden", teilte das Unternehmen am Montag in Mönchengladbach mit. Die LebensmitteleinzelhĂ€ndler mĂŒssten dann als neue Mieter in die aufgegebenen Real-Filialen einziehen.

Die Rewe Group bestĂ€tigte ein Interesse. Es sei durchaus denkbar, weitere MĂ€rkte aus den verbliebenen Standorten zu prĂŒfen, "wenn die Rahmenbedingungen passen sollten", sagte ein Sprecher. Bei Rewe gibt es nach eigenen Angaben eine Jobbörse, um ehemalige Real-Mitarbeiter bei der Stellensuche zu berĂŒcksichtigen. Offene Stellen gebe es reichlich.

Kaufland Ă€ußerte sich am Montag zurĂŒckhaltender. "Kaufland bleibt weiterhin expansiv. Wir bitten Sie jedoch um VerstĂ€ndnis, dass wir Stand heute noch keine Aussagen zu möglichen Planungen an zukĂŒnftigen Standorten machen", hieß es. Kaufland hat in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben bereits mehr als 100 ehemalige Real-MĂ€rkte mit mehr als 10 000 BeschĂ€ftigten ĂŒbernommen. Edeka wollte sich aus WettbewerbsgrĂŒnden nicht Ă€ußern.

Die SB-Warenhauskette Mein Real hatte Ende September 2023 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Von den insgesamt 63 MĂ€rkten wurden 14 MĂ€rkte in der Zwischenzeit von anderen Handelsunternehmen ĂŒbernommen, elf von Rewe und drei von Kaufland. Von den Schließungen der letzten 49 MĂ€rkte am vergangenen Wochenende sind laut der Real GmbH 2500 Menschen betroffen.

"Der Verlust des Arbeitsplatzes nach so vielen Jahren ist fĂŒr die BeschĂ€ftigten absolut niederschmetternd", sagte die Bundesfachgruppenleiterin Einzelhandel beim Verdi-Bundesvorstand, Corinna Groß. SpĂ€testens mit dem Verkauf durch die Metro habe der Niedergang des Unternehmens begonnen.

Der Finanzinvestor SCP hatte die Real-Kette mit ihren damals 276 MĂ€rkten im Jahr 2020 vom Handelskonzern Metro DE000BFB0019 erworben, um sie zu zerschlagen und weiterzuverkaufen. Kaufland, Edeka, Globus und Rewe sicherten sich eine große Zahl der attraktivsten Filialen. Das Unternehmen mit den verbliebenen Standorten ging im Sommer 2022 an das Family Office der Unternehmerfamilie Tischendorf, bevor es im Mai 2023 von SCP zurĂŒckerworben wurde.

@ dpa.de