Letzte werktÀgliche Printausgabe der 'taz' erschienen
17.10.2025 - 09:25:33Nach mehr als vier Jahrzehnten tĂ€glicher Erscheinung stellt das Blatt seine werktĂ€gliche Papierausgabe ein. Ab Montag erscheint die Zeitung werktags ausschlieĂlich digital als E-Paper und kĂŒnftig nur noch samstags als Wochenzeitung.
Unter dem Motto "SolidaritĂ€t und Aufbruch" enthĂ€lt die Abschiedsausgabe BeitrĂ€ge von Autorinnen und Autoren wie T.C. Boyle, Francesca Melandri, Fatma Aydemir, Sibylle Berg und Feridun Zaimoglu. Die Redaktion erzĂ€hlt darin auch ihre eigene Geschichte des Umbruchs - als fiktiven Agententhriller. Die Gestaltung ĂŒbernahm in Zusammenarbeit mit der Redaktion der KĂŒnstler Christian Jankowski.
Bei einer Feier zur letzten werktĂ€glichen Printausgabe sagte BundestagsvizeprĂ€sident Omid Nouripour als Gastredner: "Die "taz" ist groĂartig, weil sie nervt - faktenbasiert alle." Im Plenarprotokoll des Bundestags-Plenums sei die "taz" 476 Mal im erwĂ€hnt worden. "Das haben nicht viele geschafft. Manche Parteien haben es nicht geschafft." Nouripour sprach davon, dass es bedauerlich sei, dass es die Zeitung nicht mehr auf Papier geben werde. Gleichzeitig sei es "extrem verstĂ€ndlich in Zeiten des ökonomisch gigantischen Drucks auf die freie Presse".
Verlage und Redaktionen diskutieren seit Jahren, wie lange sich gedruckte Zeitungsausgaben lohnen werden und wie lange es Bedarf bei Leserinnen und Lesern geben wird. In den vergangenen Jahren haben MedienhÀuser ihre digitalen Angebote ausgebaut.
Die "taz" wurde 1978 gegrĂŒndet
"Wir machen es aus einer Position der StĂ€rke raus, wir stellen um, weil wir umstellen können und nicht, weil wir in einer Krise wĂ€ren", sagte Chefredakteurin Barbara Junge der Deutschen Presse-Agentur. "QualitĂ€tsmedien sind in dieser kritischen gesellschaftlichen Situation unverzichtbar, sie sind Teil und StĂŒtze der demokratischen, antifaschistischen Kultur."
Die Entscheidung markiert das Ende eines Kapitels in der Geschichte der Zeitung, die seit ihrer GrĂŒndung 1978 eine feste GröĂe im linken Medienspektrum ist. Viele Leserinnen und Leser hĂ€tten die "taz" zuerst wegen ihrer Seite 1 gefeiert, erklĂ€rte Junge. "Jetzt kommt auf uns die Herausforderung zu, diese SchĂ€rfe, diesen Witz auf taz.de zu ĂŒbertragen."

