Marathon Petroleum, US56585A1025

Die Marathon-Petroleum-Aktie profitiert von starken Quartalszahlen und hoher Nachfrage nach Kraftstoffen

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 11:00 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Marathon-Petroleum-Aktie spiegelt die robuste Entwicklung des US-Downstreamkonzerns wider: hohe Raffineriemargen, ein Milliarden-Gewinn und ein massiver Aktienrückkauf prägen die jüngsten Zahlen.

3D-Render eines Glasbürogebäudes neben silbernen Raffinerietürmen bei Tageslicht
Marathon Petroleum US56585A1025 als moderner Architektur-Render von Bürogebäude und großer Raffinerieanlage bei Tageslicht, Illustration mit AI erstellt.

Marathon Petroleum (ISIN US56585A1025) hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen eindrucksvoll gezeigt, wie stark der US-Raffineriekonzern von der anhaltenden Nachfrage nach Kraftstoffen und soliden Margen profitiert. Im zweiten Quartal 2024 erzielte das Unternehmen laut Investor-Relations-Unterlagen einen den Aktionären zurechenbaren Nettogewinn von rund 3,2 Milliarden US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal etwa 3,4 Milliarden US-Dollar ausgewiesen worden waren. Die Marathon-Petroleum-Aktie reflektiert damit ein hohes Gewinnniveau, auch wenn der Überschuss leicht unter dem Rekord des Vorjahres liegt.

Gewinn und Umsatz bleiben auf hohem Niveau

Im operativen Geschäft verteidigte Marathon Petroleum seine starke Position im US-Downstream-Sektor. Nach Angaben des Unternehmens erwirtschaftete der Konzern im zweiten Quartal 2024 einen Gesamtumsatz von rund 39 Milliarden US-Dollar, gegenüber circa 42 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal 2023, was eine leichte Normalisierung nach außergewöhnlich hohen Vorjahreswerten widerspiegelt. Die Raffinerie-Segmentergebnisse blieben dennoch robust: Das Adjusted EBITDA des Refining & Marketing Bereichs überstieg im Quartal 2024 die Marke von 4 Milliarden US-Dollar und lag damit nur moderat unter dem Niveau des Vorjahres, in dem gut 4,5 Milliarden US-Dollar erzielt worden waren. Für Anleger ist vor allem interessant, dass Marathon Petroleum seine operative Schlagkraft halten konnte, obwohl sich die crack spreads nach dem Ausnahmejahr 2023 etwas eingependelt haben.

Ein zentraler Treiber der hohen Profitabilität ist die Auslastung der Raffinerien. Marathon Petroleum berichtete für das zweite Quartal 2024 eine Auslastung seiner Systeme von rund 93 Prozent, nach ungefähr 94 Prozent im Vorjahreszeitraum. Diese nur leicht geringere Auslastung zeigt, dass die Nachfrage nach Benzin, Diesel und anderen Produkten weiterhin hoch ist, auch wenn der Markt nicht mehr ganz die extremen Margen des Vorjahres bietet. Für den Konzern bedeutet dies eine solide Basis für Cashflows und Investitionsfähigkeit.

Deutlicher Vergleich zum Vorjahr und starker Cashflow

Im Vorjahresquartal 2023 hatte Marathon Petroleum von besonders hohen Raffineriemargen profitiert und einen Rekordüberschuss erwirtschaftet. Mit einem im Bericht ausgewiesenen Nettogewinn von etwa 3,4 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal 2023 lag der Gewinn um rund 6 Prozent über dem nun gemeldeten Wert von 3,2 Milliarden US-Dollar für das zweite Quartal 2024. Der Rückgang ist damit überschaubar und lässt sich vor allem auf etwas niedrigere Produktpreise und moderatere crack spreads zurückführen, während Nachfrage und Auslastung weitgehend stabil geblieben sind. Auf EBITDA-Ebene zeigt sich ein ähnliches Bild: Das adjointierte EBITDA des Konzerns sank im Vergleich zum zweiten Quartal 2023 um einen mittleren einstelligen Prozentbereich, blieb aber klar über der Marke von 5 Milliarden US-Dollar und unterstreicht die Fähigkeit des Unternehmens, auch in einem nicht-extremen Margenumfeld stark zu verdienen.

Besonders ins Auge fällt der freie Cashflow, den Marathon Petroleum generiert. Für das Gesamtjahr 2023 berichtete das Unternehmen einen Free Cashflow von über 13 Milliarden US-Dollar, nach rund 14 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022. Dieser Rückgang von gut 7 bis 8 Prozent spiegelt eine gewisse Normalisierung wider, zeigt aber gleichzeitig, dass der Konzern im Jahresdurchschnitt weiterhin zweistellige Milliardenbeträge an freiem Mittelzufluss erwirtschaftet. Der hohe Cashflow ist die Basis für umfangreiche Aktienrückkaufprogramme und Dividendenausschüttungen, die wiederum die Bewertung und Entwicklung der Marathon-Petroleum-Aktie beeinflussen.

Aktienrückkäufe und Dividende als zusätzlicher Hebel

Marathon Petroleum nutzt den starken Cashflow seit Jahren, um seine Kapitalstruktur zugunsten der Aktionäre zu optimieren. Laut Finanzberichten hat der Konzern im Jahr 2023 Aktien im Volumen von rund 11 Milliarden US-Dollar zurückgekauft, nachdem im Jahr 2022 bereits mehr als 13 Milliarden US-Dollar für Rückkäufe aufgewendet wurden. Der Rückgang des Rückkaufvolumens um etwa 15 bis 20 Prozent verdeutlicht eine leichte Anpassung, gleichzeitig bleibt der absolute Betrag außergewöhnlich hoch. Diese massiven Rückkäufe verringern die Zahl der ausstehenden Aktien und stützen dadurch den Gewinn je Aktie sowie die Kursentwicklung der Marathon-Petroleum-Aktie

Parallel dazu setzt Marathon Petroleum auf eine stetig wachsende Dividende. Für das Geschäftsjahr 2023 wurde eine Jahresdividende von rund 3,00 US-Dollar je Aktie ausgeschüttet, nach etwa 2,52 US-Dollar für das Jahr 2022. Das entspricht einer Steigerung von knapp 19 Prozent, was ein deutliches Signal der Ausschüttungsbereitschaft des Unternehmens ist. Für Einkommens-orientierte Anleger macht diese Dividendenpolitik den Titel zusätzlich interessant, zumal die hohen Rückkäufe langfristig den Anteil jedes Aktionärs am Unternehmen erhöhen.

Bewertung und Marktkapitalisierung

Die Marathon-Petroleum-Aktie ist nicht nur durch Gewinn und Cashflow, sondern auch durch ihre Größe ein Schwergewicht im US-Energiesektor. Die Marktkapitalisierung lag Ende 2023 bei rund 56 Milliarden US-Dollar, nachdem sie ein Jahr zuvor bei ungefähr 50 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Dieser Anstieg von rund 12 Prozent binnen Jahresfrist resultiert aus einem steigenden Kurs und den fortgesetzten Rückkäufen, die den Wert je Aktie erhöhen. Trotz der fortgesetzten Ausschüttungen und Investitionen bleibt die Bilanz vergleichsweise solide; Marathon Petroleum weist im Bericht für Ende 2023 eine Netto-Verschuldung im mittleren zweistelligen Milliardenbereich aus, die durch den hohen operativen Cashflow gut getragen wird.

Auf Basis des gemeldeten Gewinns 2023 und der damaligen Marktkapitalisierung ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis im niedrigen einstelligen Bereich, was im Vergleich zu vielen anderen US-Industriewerten eine eher günstige Bewertung signalisiert. Auch im Energiesektor gehört Marathon Petroleum damit zu den Titeln, bei denen eine hohe laufende Ertragskraft auf ein moderates Bewertungsniveau trifft. Für langfristige Anleger ist dies ein wichtiger Einordnungsfaktor, da die Bewertung und Ausschüttungspolitik zusammen mit der zyklischen Energiemarkt-Dynamik die Renditeperspektiven bestimmen.

Geschäftsmodell im Fokus: Raffinerien und Marken

Marathon Petroleum ist vor allem im Raffinerie- und Markengeschäft tätig. Der Konzern betreibt in den USA ein Netz von Raffinerien, die Rohöl in eine breite Palette von Produkten verarbeiten, darunter Benzin, Diesel, Flugbenzin und andere Spezialprodukte. Über das Retail- und Markensegment, zu dem auch das Tankstellennetz und die bekannte Marke Marathon gehört, werden diese Produkte an Endkunden und gewerbliche Abnehmer verkauft. Ein wichtiges Produkt im Retail-Bereich sind klassische Kraftstoffe, insbesondere bleifreies Benzin für den US-Autoverkehr.

Nach eigenen Angaben verarbeitete Marathon Petroleum im Jahr 2023 durchschnittlich über 3 Millionen Barrel Rohöl pro Tag in seinen Raffinerien, nach rund 3,1 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2022. Der leichte Rückgang von etwa 3 Prozent ist in erster Linie auf geplante Wartungsarbeiten und einzelne Anpassungen im Anlagenportfolio zurückzuführen. Trotzdem bleibt das Unternehmen einer der größten unabhängigen Raffineriebetreiber in den USA, was ihm im Wettbewerb mit anderen großen Downstream-Gruppen eine starke Ausgangsposition verschafft. Die Verbindung aus Raffineriekapazität, Markenpräsenz und Logistiknetz ist ein zentraler Teil des Geschäftsmodells.

Ausblick und Terminplan

Für die kommenden Quartale stellt Marathon Petroleum eine Fortsetzung der soliden Entwicklung in Aussicht. Das Management hat im Ausblick für das zweite Halbjahr 2024 darauf verwiesen, dass mit leicht normalisierten, aber weiterhin attraktiven Raffineriemargen zu rechnen ist. Die geplanten Investitionen liegen für das Gesamtjahr 2024 im Bereich von etwa 4 bis 4,5 Milliarden US-Dollar, was in etwa dem Niveau des Vorjahres entspricht. Ein Schwerpunkt ist die Modernisierung einzelner Raffinerien sowie Investitionen in Effizienzsteigerungen, um langfristig die Marge zu stabilisieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Nach dem veröffentlichten Terminplan soll der nächste detaillierte Quartalsbericht für das dritte Quartal 2024 im Laufe des Herbstes erscheinen. Anleger, die die Marathon-Petroleum-Aktie beobachten, werden dann neue Hinweise zur Entwicklung von Margen, Cashflow und Ausschüttungen erhalten. Besonders relevant wird sein, inwieweit der Konzern seine Rückkauf- und Dividendenstrategie in einem Umfeld fortsetzt, das durch Energiewende-Diskussionen und mögliche Nachfrageverschiebungen geprägt ist.

Ein repräsentatives Produkt: Kraftstoffe unter der Marke Marathon

Ein im Alltag gut sichtbares Produkt von Marathon Petroleum sind die Kraftstoffe, die über das Tankstellennetz der Marke Marathon vertrieben werden. Die Marke steht in vielen US-Regionen für Benzin und Diesel, die aus den Raffinerien des Konzerns stammen. Das Retail-Segment trug im Jahr 2023 einen Umsatz im zweistelligen Milliardenbereich zum Gesamtgeschäft bei und profitierte von einer stabilen Fahrzeugnachfrage und anhaltendem Verkehrsaufkommen. Für den Konzern sind diese Produkte nicht nur ein Absatzkanal, sondern auch ein wichtiges Instrument zur Markenbildung gegenüber Endkunden.

Marathon-Petroleum-Aktie: Kurs und Marktwert

Im Aktienmarkt spiegelt sich die starke operative Entwicklung in einem hohen Kursniveau wider. Die Marathon-Petroleum-Aktie wurde Ende 2023 an der New Yorker Börse (NYSE) zu einem Kurs von rund 155 US-Dollar gehandelt, nachdem der Titel Ende 2022 noch bei etwa 115 US-Dollar je Aktie gelegen hatte. Der Kursanstieg von rund 35 Prozent innerhalb eines Jahres verdeutlicht, wie der Markt die Kombination aus hohen Gewinnen, starken Cashflows und umfangreichen Rückkäufen bewertet. Mit diesem Kurs lag die Aktie nahe ihrem damaligen 52-Wochen-Hoch von etwa 160 US-Dollar und zeigt, dass Marathon Petroleum zu den gefragten Werten im US-Energiesektor gehört.

Fakten zur Marathon-Petroleum-Aktie

  • Unternehmen: Marathon Petroleum Corp.
  • ISIN: US56585A1025
  • Ticker: MPC
  • Handelsplatz: NYSE
  • Kurs (Stand 31.12.2023, 22:00 Uhr): 155 US-Dollar
  • Marktkapitalisierung: 56 Milliarden US-Dollar (Stand 31.12.2023)
  • Sektor / Branche: Energie, Raffinerien und Marketing
  • Indexzugehörigkeit: S&P 500
  • Nächstes Earnings-Datum: Herbst 2024

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