WM-Effekt, Laufschuhe

WM-Effekt und Laufschuhe: Auf diese Trends setzt Intersport

28.12.2025 - 17:09:32

Die maue Wirtschaftslage bremst die Konsumlaune: Viele Menschen halten ihr Geld zusammen, statt ausgiebig zu shoppen.

Das spĂŒrt auch Deutschlands grĂ¶ĂŸte SporthĂ€ndlergruppe Intersport. Auf diese Themen und Trends setzen die Heilbronner im kommenden Jahr:

Fußball-Weltmeisterschaft und Teamsport

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Herren findet vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt. Ein Großereignis, auf das auch Intersport baut. "2025 hat uns etwas gefehlt, dass es keine ganz großen Sportveranstaltungen gab wie im Vorjahr die Fußball-EM und Olympia", sagte der Vorstandschef von Intersport Deutschland, Alexander von Preen. Die Spiele der DFB-Elf seien so angesetzt, dass sie in den Abendstunden hierzulande zu sehen seien. "Das sind Rahmenbedingungen fĂŒr die WM, die wirklich gut sind."

Alle Sportereignisse seien gut und brĂ€chten die Menschen dazu, mehr Sport zu machen. "Aber Fußball bringt es halt, das stimuliert die gesamte Gesellschaft im Positiven", sagte von Preen. Er ging davon aus, dass sich durch die WM das Thema Teamsport wieder besser entwickelt. Denn "dann werden wir noch mehr Menschen, mehr junge Menschen in den Vereinen sehen". Der Umsatzanteil dieses Bereichs bei Intersport war zuletzt etwas zurĂŒckgegangen.

Ein großes Augenmerk liegt außerdem auf dem Verkauf von Trikots: Bei der Heim-EM 2024 hatten die Intersport-HĂ€ndler eine halbe Million Jerseys verkauft. Insbesondere das pinkfarbene AuswĂ€rtstrikot der DFB-Elf hatte bei den Kunden einen Nerv getroffen. Es war zwischenzeitlich ausverkauft.

Auf diesen Effekt setzt Intersport auch wieder kommendes Jahr. Das Heimtrikot der Nationalmannschaft ist bereits in den LĂ€den erhĂ€ltlich. "Die RĂŒckmeldung unserer HĂ€ndler, als es darum ging, diese zu ordern, war sehr, sehr positiv und der Verkaufsstart des letzten Adidas DE000A1EWWW0-Heimtrikots hat unsere Erwartungen schon deutlich ĂŒbertroffen", sagte Intersport-VorstĂ€ndin Henriette Tesch, die unter anderem fĂŒr den Einkauf zustĂ€ndig ist. Entsprechendes erwarte man auch vom AuswĂ€rtstrikot, das Adidas im MĂ€rz vorstellen will.

Outdoor

Der grĂ¶ĂŸte Umsatzbringer von Intersport ist die Kategorie Outdoor. Darunter fallen Kleidung, Schuhe und AusrĂŒstung fĂŒr AktivitĂ€ten wie Wandern, Trekking und Camping. "Outdoor ist unsere wichtigste Kategorie - und wĂ€chst wieder auf sehr hohem Nach-Pandemie-Niveau", sagte Tesch. Neben multifunktional einsetzbarer Kleidung seien Produkte, die vor UV-Strahlen und Insekten Schutz böten, eine Innovation in der Outdoorbekleidung.

"Dabei geht es um das Thema Gesundheit. Vielen Menschen geht es nicht mehr darum, die maximale BrĂ€une zu erreichen, sondern ihren Körper zu schĂŒtzen", sagte Tesch. Und das hĂ€tten einige Marken fĂŒr sich erkannt und Kollektionen herausgebracht. Weiter aktuell bleibe, dass sich zum Beispiel Multifunktionsjacken immer hĂ€ufiger im Straßenbild wiederfĂ€nden.

Laufen, Training und Sportkleidung im Alltag

Der Laufsport erlebt nach Intersport-Angaben aktuell einen Boom - vor allem durch Lauf-Communitys. "Die Menschen gehen zusammen laufen - und da geht es nicht um Hochleistung", sagte Tesch. Es gehe vielmehr darum, die LĂ€ufe als soziales Event zu veranstalten und sich gemeinsam in einer Gruppe mit Gleichgesinnten zu bewegen. "Davon profitieren wir".

Pro Jahr gebe es deutschlandweit mehr als 3.000 solcher Laufveranstaltungen. Das schlage sich auch in den Intersport-UmsĂ€tzen nieder - nicht nur durch Laufschuhe und Kleidung, sondern unter anderem auch durch AusrĂŒstung wie Trinksysteme. "Momentan sehen wir ein zweistelliges Wachstum". Positiv seien auch Trends wie Hyrox - ein Indoor-Wettkampf, bei dem die Teilnehmer achtmal 1.000 Meter rennen und dazwischen Workout-Stationen bewĂ€ltigen.

Hinzu kommt: Intersport registriert bereits lĂ€nger eine Verschmelzung in den Bereichen Sport und Mode. Vom Sport inspirierte Kleidung wie Sneaker und Leggings sind aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Nun gebe es einen weiteren Trend: Intersport zufolge löst der klassische Laufschuh allmĂ€hlich den Sneaker im Straßenbild ab. "Schauen Sie mal bewusst auf die FĂŒĂŸe. Im Business ist noch der weiße Sneaker völlig etabliert, aber verstĂ€rkt sieht man Running-Schuhe", sagte von Preen. Durch die starke DĂ€mpfung und die hohe Sohle bringe er auch Nichtsportler gut durch den Tag.

"Das wird uns stark unterstĂŒtzen, gerade im SportschuhgeschĂ€ft", sagte der Intersport-Chef. Das sei ein Riesentrend. "Ich wĂŒrde sagen, im Vergleich mit dem Sneaker-Boom werden wir jetzt diesen Running-Schuh-Boom erleben."

Intersport auf Expansionskurs

Intersport ist nach eigenen Angaben Deutschlands grĂ¶ĂŸte SporthĂ€ndlergruppe. Ihr gehörten zuletzt bundesweit rund 700 HĂ€ndlerinnen und HĂ€ndler mit mehr als 1.400 GeschĂ€ften an. Mehr als 400 davon firmieren auch unter dem Namen Intersport. Bis 2030 will der Verbund seinen Umsatz auf etwa sechs Milliarden Euro steigern - und damit auf einen erwarteten Marktanteil von gut 30 Prozent.

2023/24 ist der Umsatz der HĂ€ndler unter anderem wegen der getrĂŒbten Konsumstimmung leicht auf 3,46 Milliarden Euro gesunken. Man habe aber Marktanteile gewonnen, hieß es. FĂŒr das Ende September abgelaufene GeschĂ€ftsjahr rechnete von Preen zuletzt mit etwas besseren GeschĂ€ften. Angaben zum Gewinn machte der HĂ€ndlerverbund generell nicht.

@ dpa.de