BauspargeschÀft, Menschen

Nach dem Hoch: BauspargeschÀft normalisiert sich

24.12.2024 - 15:17:46

Die Menschen in Deutschland schließen nach Angaben der Branche wieder weniger BausparvertrĂ€ge ab.

"Nach zwei sehr starken, durch die Zinswende geprĂ€gten Vorjahren dĂŒrfte in diesem Jahr eine gewisse Normalisierung des BauspargeschĂ€fts eintreten", teilte der Verbandsdirektor der Landesbausparkassen, Axel Guthmann, der Deutschen Presse-Agentur mit. Auch der Verband der Privaten Bausparkassen erwartet fĂŒr das auslaufende Jahr eine Normalisierung - in etwa auf dem Niveau von 2021.

Zahlen im Sinkflug

Von Januar bis September haben die Landesbausparkassen (LBS) den Angaben nach rund 345.000 neue BausparvertrĂ€ge ĂŒber eine Summe von ungefĂ€hr 20,9 Milliarden Euro abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Minus von 10 Prozent bei der Anzahl der VertrĂ€ge und einem Minus von 16,4 Prozent bei der Bausparsumme.

Ähnlich sieht die Entwicklung bei den privaten Bausparkassen aus: Bis Ende Oktober 2024 sank die Zahl der neuen BausparvertrĂ€ge um 14,3 Prozent auf rund 725.000. Das Volumen lag bei mehr als 43 Milliarden Euro und somit 23,5 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

GrundsĂ€tzlich teilen sich BausparvertrĂ€ge in zwei Phasen auf: Sparerinnen und Sparer zahlen regelmĂ€ĂŸig Geld ein, um nach einigen Jahren das Recht auf einen Kredit mit vergleichsweise niedrigen Zinsen zu bekommen. Dadurch haben sie Planungssicherheit, zum Beispiel fĂŒr den Kauf einer Wohnung. DarĂŒber hinaus erhalten sie Guthabenzinsen.

FĂŒr 2025 geben sich die Landesbausparkassen vorsichtig optimistisch: "Wir gehen weiterhin von einer stabilen Nachfrage nach BausparvertrĂ€gen aus", teilte LBS-Verbandsdirektor Guthmann mit. Viele Menschen nutzten BausparvertrĂ€ge als langfristige Vorsorgeinstrumente.

Selbst die Krise in der Bauwirtschaft und die wachsende Unsicherheit ĂŒber die weitere wirtschaftliche Entwicklung hĂ€tten diesen Trend bisher nicht wesentlich beeinflusst.

Entscheidend aus Sicht der privaten Institute sind nach Angaben einer Sprecherin die Wirtschaftslage, die Bundestagswahl und die Agenda der neuen Bundesregierung sowie die langfristige Zinsentwicklung der EuropÀischen Zentralbank (EZB).

Ende der EZB-Niedrigzinspolitik trieb das GeschÀft

Die Niedrigzinspolitik der Zentralbank nach der Finanzkrise hatte das GeschĂ€ft der Bausparkassen jahrelang unter Druck gesetzt. GĂŒnstige Kredite waren in der Folge nichts Besonderes mehr, sondern eine SelbstverstĂ€ndlichkeit.

Nach der Zinswende Mitte 2022 haben sich Immobilienkredite aber wieder deutlich verteuert - und die Nachfrage nach BausparvertrĂ€gen in die Höhe schießen lassen. Viele Menschen wollten sich gegen die steigenden Zinsen absichern, die Institute verzeichneten ZuwĂ€chse im mittleren zweistelligen Bereich. Seit Juni 2024 sinken die Zinsen der EZB wieder.

Die Landesbausparkassen stehen fĂŒr gut ein Drittel des deutschen Marktes, den Rest teilen sich die privaten Institute. Das Kernland der Branche ist Baden-WĂŒrttemberg. Auf die vier Bausparkassen im SĂŒdwesten entfielen im Jahr 2023 - gemessen an der neu abgeschlossenen Bausparsumme - mehr als zwei Drittel des Marktes. Neben dem Branchenprimus SchwĂ€bisch Hall haben die grĂ¶ĂŸte deutsche LBS - die LBS SĂŒd - sowie WĂŒstenrot und die Deutsche Bausparkasse Badenia dort ihren Sitz.

@ dpa.de