BND-Analyse, Moskaus

BND-Analyse: Moskaus MilitÀrausgaben höher als dargestellt

04.02.2026 - 06:24:36

Die militÀrischen Ausgaben Russlands waren in den vergangenen Jahren nach einer Analyse des Bundesnachrichtendienstes (BND) bis zu 66 Prozent höher als im offiziellen Verteidigungshaushalt dargestellt.

So seien etwa Bauvorhaben des Verteidigungsministeriums, IT-Projekte des MilitĂ€rs oder Sozialleistungen fĂŒr Angehörige der StreitkrĂ€fte nicht im Verteidigungs-, sondern in anderen Teilen des Etats aufgefĂŒhrt worden, stellte der deutsche Auslandsgeheimdienst in einer seit lĂ€ngerem laufenden Analyse fest.

Dies liegt nach BND-Angaben etwa daran, dass die russische Auslegung von Verteidigungsausgaben stark von der Definition der Nato abweicht. Zudem wĂŒrden Informationen zu Verteidigungsausgaben von offiziellen russischen Stellen oft verzerrt dargestellt und bedĂŒrften weiterer Einordnung.

BND: MilitÀrische Ausgaben Moskaus stark gestiegen

Seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 ist der Verteidigungshaushalt Russlands nach BND-Angaben jedes Jahr stark gestiegen. So schĂ€tzt der deutsche Auslandsgeheimdienst die militĂ€rischen Ausgaben Russlands fĂŒr das vergangene Jahr auf rund 250 Milliarden Euro und damit auf etwa die HĂ€lfte des Gesamtbudgets. Das entsprĂ€che einem Anteil am russischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von zirka zehn Prozent, heißt es im BND.

Dagegen habe der militÀrische Ausgabenanteil Russlands im Jahr des Kriegsbeginns 2022 noch bei sechs Prozent vom BIP gelegen. Im Jahr darauf sei dieser Anteil auf 6,7 Prozent gestiegen, 2024 auf 8,5 Prozent.

Mittel fĂŒr Aufbau militĂ€rischer KapazitĂ€ten nahe der Ostflanke

Nach der BND-Analyse werden die militĂ€rischen Mittel nicht nur fĂŒr den Krieg gegen die Ukraine verwendet, sondern auch fĂŒr den zusĂ€tzlichen Auf- und Ausbau militĂ€rischer KapazitĂ€ten insbesondere in der NĂ€he zur Nato-Ostflanke. "In diesen Zahlen materialisiert sich konkret die wachsende Bedrohung Europas durch Russland", analysiert der Dienst.

BND-PrĂ€sident Martin JĂ€ger hatte bei der öffentlichen Anhörung der Chefs der Geheimdienste Mitte Oktober ohne direkten Bezug auf die aufwachsenden militĂ€rischen Potenziale gewarnt: "Russland camoufliert seine Absichten, zielt in Wahrheit darauf ab, unsere Grenzen auszutesten." Europa mĂŒsse sich auf weitere VerschĂ€rfungen der Lage vorbereiten. Das Handeln Moskaus sei darauf angelegt, die Nato zu unterminieren, europĂ€ische Demokratien zu destabilisieren, Gesellschaften zu spalten und einzuschĂŒchtern.

@ dpa.de