SPD, Bundes-Klinik-Atlas

SPD: 'Bundes-Klinik-Atlas' nicht abwickeln

09.09.2025 - 15:44:19

Die mitregierende SPD ist gegen ein Aus fĂŒr den "Bundes-Klinik-Atlas" zu Leistungen der KrankenhĂ€user in Deutschland.

Es gehe darum, ihn "weiterzuentwickeln, nicht abzuwickeln", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Christos Pantazis, im Deutschlandfunk. Das Portal sei ein Projekt fĂŒr mehr PatientensouverĂ€nitĂ€t. "Damit sollte ja auch verhindert werden, dass Operationen in HĂ€usern durchgefĂŒhrt werden, die keine ausreichende Erfahrung oder Ausstattung besitzen."

Pantazis betonte: "Der Klinik-Atlas ist eine unabhĂ€ngige Instanz." Das sei der entscheidende Unterschied zu einem bestehenden Verzeichnis der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat das 2024 von ihrem VorgĂ€nger Karl Lauterbach (SPD) gestartete Vergleichsportal auf den PrĂŒfstand gestellt. Dabei geht es um verschiedenen Optionen. Warken hatte zugleich darauf verwiesen, dass "Doppelstrukturen" nicht effizient seien.

Kritik am neuen staatlichen Portal

Der Bundes-Klinik-Atlas soll ĂŒber Leistungen und BehandlungsqualitĂ€t der 1.700 KrankenhĂ€user informieren - vorerst zu 26 Krankheiten. Zur Einordnung werden die Fallzahlen und die Personalausstattung in einer Tacho-Anzeige abgebildet. An dem Portal war von Beginn an Kritik von den LĂ€ndern, Fachgesellschaften und der Klinikbranche laut geworden, die ein eigenes Verzeichnis dazu anbietet.

Die Krankenhausgesellschaft erklĂ€rte, ihr Verzeichnis sei "ein funktionierendes Portal, das bei den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern hohe Akzeptanz hat und genutzt wird". Es sei aktueller und umfassender als der Klinik-Atlas. "Das Portal kann nach politischen Vorgaben weiterentwickelt werden", sagte Verbandschef Gerald Gaß. Dazu schlage man vor, das Portal durch einen Beirat zu ergĂ€nzen, der die Weiterentwicklung begleite und die UnabhĂ€ngigkeit gewĂ€hrleiste.

@ dpa.de