Springer-Nachrichten-App Upday bald vollstÀndig KI-basiert
08.12.2023 - 18:22:55"Axel Springer wird die Marke Upday kĂŒnftig fĂŒr einen neuen, ausschlieĂlich auf KĂŒnstlicher Intelligenz basierenden Trend-News-Generator nutzen", teilte das Medienhaus am Freitag in Berlin mit. "Damit testet das Medienunternehmen die Chancen, die sich fĂŒr den Journalismus und die Nachrichtenbranche aus dieser Technologie ergeben. Das neue Angebot soll im Sommer 2024 unter dem Namen Upday starten."
Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr am Freitag aus informierten Kreisen, dass Springer sich bis Mitte 2025 nach und nach von allen Upday-BeschÀftigten trennen werde - aktuell sind das rund 70 Mitarbeiter in ganz Europa. Upday wird demnach von anderer Stelle aus bei Axel Springer betrieben werden, sobald es ein rein KI-basiertes Produkt sein wird. Die Springer Upday GmbH und Co. werde eingestellt.
Der Deutsche Journalisten-Verband forderte Axel Springer auf, den BeschĂ€ftigten alternative ArbeitsplĂ€tze bei anderen Konzernmedien anzubieten. Springer mĂŒsse seiner sozialen Verantwortung als fĂŒhrendes Medienunternehmen unter allen UmstĂ€nden gerecht werden. "Wenn das so kommt, ist das der erste Fall, bei dem ein journalistisches Nachrichtenangebot fast vollstĂ€ndig durch Roboter ersetzt wird", sagte DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster laut Mitteilung. "KI darf Journalismus nicht ersetzen. Das ist der GAU." Ein KI-basiertes Portal könne "Journalismus nur vorgaukeln".
Springer erlÀuterte in seiner Mitteilung die Upday-Strategie: "Ziel ist es, Nutzer mit aktuellen Nachrichten zu Themenkomplexen zu versorgen, die in der digitalen Welt im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen."
Die bisherige Zusammenarbeit mit dem Elektronikkonzern Samsung habe Axel Springer zum Jahresende gekĂŒndigt. "Das Produkt "Upday for Samsung" war ursprĂŒnglich als News-Service fĂŒr Samsung konzipiert worden und erreichte ĂŒber die Vor-Installation auf Smartphones und anderen GerĂ€ten sehr schnell Millionen von Nutzern", erklĂ€rte das Medienhaus die Vorgeschichte. "Innerhalb weniger Jahre expandierte das Angebot in 34 europĂ€ische LĂ€nder. Der Service wird den Nutzern auf den bisherigen Samsung-GerĂ€ten fĂŒr eine Ăbergangszeit von mehr als einem Jahr unverĂ€ndert zur VerfĂŒgung stehen." Ab dem kommenden Jahr werde Springer die Marke Upday "zunĂ€chst in kleinerem Rahmen" fĂŒr die neue KI-getriebene Plattform nutzen, so die Mitteilung.

