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EuropÀische TrÀgerrakete Ariane 6 soll erstmals Mitte 2024 fliegen

30.11.2023 - 12:23:36

Die neue europĂ€ische TrĂ€gerrakete Ariane 6 soll vier Jahre spĂ€ter als ursprĂŒnglich vorgesehen Mitte des kommenden Jahres das erste Mal ins All fliegen.

"Angenommen, dass alles nominell und ohne grĂ¶ĂŸere Schwierigkeiten verlĂ€uft, erwarten wir den Erstflug der Ariane 6 zwischen dem 15. Juni und dem 31. Juli nĂ€chsten Jahres", sagte der Chef der europĂ€ischen Raumfahrtagentur Esa, Josef Aschbacher, am Donnerstag in Paris. Ein prĂ€ziseres Startdatum könnte es kommenden MĂ€rz oder April geben.

Die Ariane 6 ist das Nachfolgemodell der Ariane 5, die ab 1996 im Einsatz war. Sie soll Satelliten fĂŒr kommerzielle und öffentliche Auftraggeber ins All befördern und ist deutlich gĂŒnstiger als ihre VorgĂ€ngerin. Die neue Rakete soll Europas Raumfahrt wettbewerbsfĂ€higer machen. Derzeit gibt es AuftrĂ€ge fĂŒr 28 FlĂŒge mit einer Ariane 6. Der erste kommerzielle Flug der Rakete soll noch vor Ende 2024 stattfinden, wie der Chef des Raketenbetreibers Arianespace, StĂ©phane IsraĂ«l, sagte.

Europas Raumfahrt ist mit Blick auf TrĂ€gerraketen derzeit in einer schwierigen Lage. Die letzte Ariane 5 hob Anfang Juli in den Weltraum ab. Seitdem hat die Esa keine eigenen Mittel mehr, um große Satelliten ins All zu bringen. Probleme gibt es darĂŒber hinaus auch bei den leichteren Satelliten: Nach dem Fehlstart der Vega C bei ihrem ersten kommerziellen Flug im vergangenen Dezember bleibt auch diese Rakete vorerst am Boden - voraussichtlich bis zum vierten Quartal des kommenden Jahres.

"Wenn die Ariane 6 Mitte nĂ€chsten Jahres auf die Startrampe kommt und erfolgreich fliegt, dann sind wir aus der Krise raus", sagte Aschbacher der Deutschen Presse-Agentur. Es sei fundamental, dass Europa im TrĂ€gerraketenbereich wieder auf festen FĂŒĂŸen stehe. Man sei auf einem guten Weg dorthin. "Aber natĂŒrlich, mĂŒssen wir erst noch abliefern."

UrsprĂŒnglich hatte die Ariane 6 bereits 2020 ins All starten sollen. Der Erstflug wurde aber mehrfach verschoben. Aschbacher sprach von schweren technischen Problemen, die es gegeben habe. Auch beim Zeitplan habe es gehapert. In den vergangenen anderthalb Jahren habe man dann enorme Fortschritte gemacht.

Vergangene Woche absolvierte die Ariane 6 am französischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana einen langen Heißlauftest, der den Start der Rakete simuliert hat. "Das war wirklich ein ganz wichtiger Test, der ist sehr gut verlaufen", sagte Aschbacher. Man wisse nun, dass das Triebwerk gut funktioniere. Nun stehen noch kleinere Tests an, etwa im Dezember in Lampoldshausen (Landkreis Heilbronn) und in Kourou. Das erste Flugmodel der Ariane 6 soll laut Raketenbauer ArianeGroup Ende Januar oder Anfang Februar von Europa Richtung Französisch-Guayana reisen.

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