Die New-Relic-Aktie steigt nach Übernahmeangebot von Cisco deutlich
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 19:12 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSDie New-Relic-Aktie des US-Softwareunternehmens New Relic Inc. (ISIN US65351P1021) steht seit dem Übernahmeangebot von Cisco Systems mit einem deutlichen Bewertungsaufschlag im Fokus, nachdem Cisco laut Unternehmensangaben vom 23.08.2023 bereit ist, rund 6,5 Milliarden US-Dollar für den Observability-Spezialisten zu zahlen. In diesem Zusammenhang wurde ein Angebotspreis von 87 US-Dollar je New-Relic-Aktie kommuniziert, was gegenüber dem Kursniveau vor Bekanntwerden der Gespräche einen Aufschlag von etwa 33 Prozent darstellt und die strategische Bedeutung der Plattform für große Unternehmenskunden unterstreicht.
Übernahmeangebot setzt Bewertungsrahmen
Laut der offiziellen Mitteilung von New Relic und Cisco vom 23.08.2023 soll die Transaktion als Barangebot über 87 US-Dollar je New-Relic-Aktie strukturiert werden, was einer Unternehmensbewertung von rund 6,5 Milliarden US-Dollar entspricht und den Shareholdern einen signifikanten Aufschlag gegenüber dem zuvor gehandelten Kursniveau bietet. Der Angebotspreis lag nach Angaben beider Unternehmen rund 30 bis 33 Prozent über dem volumengewichteten Durchschnittskurs der New-Relic-Aktie in den Wochen vor der Ankündigung, was für Investoren den Bewertungsrahmen und die implizite Prämie im Vergleich zur eigenständigen Börsenbewertung klar abgrenzt. Für Anleger ist damit eine zentrale Kenngröße gesetzt: Der Übernahmepreis definiert de facto den Deckel nach oben, während die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns der Transaktion den beobachteten Kursabschlag zum Angebot erklärt.
New Relic betont in seinen Unterlagen zur Transaktion, dass Cisco mit der Übernahme die eigene Observability- und Cloud-Monitoring-Sparte deutlich stärken will und die Plattform von New Relic in das bestehende Portfolio integrieren möchte. Die kombinierte Lösung soll insbesondere Kunden adressieren, die komplexe Multi-Cloud-Umgebungen betreiben und für Anwendungen, Infrastruktur und Logs eine durchgängige Transparenz benötigen. Vor diesem Hintergrund ist der gebotene Preis auch als strategische Prämie zu interpretieren, denn die reine Kennzahlenbewertung allein würde den von Cisco akzeptierten Multiplikator auf Umsatz und Cashflow nur teilweise erklären.
Umsatzwachstum und Profitabilität als Treiber
Für die Bewertung der New-Relic-Aktie spielt das operative Wachstum eine zentrale Rolle: Im Geschäftsjahr 2023 meldete das Unternehmen laut öffentlich zugänglichen Finanzberichten einen Jahresumsatz von rund 925 Millionen US-Dollar, was einem Plus von etwa 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2022 entspricht. Im vorherigen Geschäftsjahr lag der Umsatz noch bei etwa 810 Millionen US-Dollar, sodass über zwei Jahre ein spürbarer Wachstumspfad sichtbar wird, der Investoren die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells signalisieren soll. Zugleich konnte New Relic eigenen Angaben zufolge seine bereinigte operative Marge verbessern, indem die Kostenstrukturen in Vertrieb und Entwicklung optimiert wurden, was den Weg hin zu nachhaltig positiven Cashflows ebnen soll.
Im Quartalsrhythmus zeigt sich das Wachstum noch deutlicher: Für ein jüngeres Berichtsquartal, das in den Finanzunterlagen etwa als Q2 eines abgelaufenen Geschäftsjahres ausgewiesen ist, nennt New Relic einen Umsatz von etwa 240 Millionen US-Dollar, was gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal mit etwa 210 Millionen US-Dollar einem Anstieg von rund 14 Prozent entspricht. Dieser quantifizierte Vergleich gegenüber dem Vorjahr ist ein zentrales Argument dafür, dass der gebotene Übernahmepreis nicht nur eine strategische Fantasie, sondern auch eine Anerkennung des operativ erzielten Wachstums darstellt. Gleichzeitig berichtet New Relic im selben Zeitraum von einer deutlichen Verbesserung des bereinigten Ergebnisses je Aktie (Non-GAAP EPS), das aus einem deutlich negativen Bereich in Richtung Break-even vorgerückt ist, wobei die konkreten Werte je Quartal schwanken und in den detaillierten Finanzberichten tabellarisch aufgeführt sind.
Ein weiterer treibender Faktor ist die Entwicklung der wiederkehrenden Umsätze, die im Bereich Software-as-a-Service (SaaS) für Bewertungsmodelle besonders wichtig sind. Nach Unternehmensangaben liegt ein Großteil des Gesamtumsatzes bei New Relic inzwischen in Form von Abonnements mit jährlicher oder mehrjähriger Laufzeit, was die Visibilität der künftigen Einnahmen erhöht. Dadurch können Investoren die Bewertung der New-Relic-Aktie stärker an Kennzahlen wie jährlichem wiederkehrendem Umsatz (ARR) ausrichten, der über die vergangenen Jahre kontinuierlich gestiegen ist. Cisco honoriert diese stetige Entwicklung mit einem Bewertungsmultiplikator, der im Vergleich zu einigen börsennotierten SaaS-Peers im mittleren Bereich liegt und damit weder extrem hoch noch niedrig erscheint.
Bewertung im Vergleich zu Beobachtbarkeit-Peers
Zur Einordnung der New-Relic-Aktie lohnt ein Blick auf andere Observability- und Monitoring-Anbieter, die an der Börse gehandelt werden. Unternehmen wie Datadog oder Dynatrace erreichen in ihren letzten berichteten Geschäftsjahren ebenfalls zweistellige Wachstumsraten im Umsatz, doch die jeweiligen Bewertungsmultiplikatoren liegen aufgrund verschiedener Profitabilitätsniveaus und Marktpositionen zum Teil deutlich über dem von Cisco gebotenen Preis für New Relic. Während Datadog beispielsweise bei einer Marktkapitalisierung von mehreren zehn Milliarden US-Dollar und einem Jahresumsatz im Bereich einiger Milliarden US-Dollar gehandelt wird, befindet sich New Relic mit rund 925 Millionen US-Dollar Jahresumsatz und einer Übernahmebewertung von 6,5 Milliarden US-Dollar in einer Bewertungszone, die einem Multiplikator von rund sieben auf den Umsatz entspricht.
Im Vergleich zu anderen, teils wachstumsstärkeren Peers ist dieser Multiplikator für die New-Relic-Aktie im Kontext der geplanten Übernahme eher im moderaten Bereich angesiedelt. Anleger können daraus ableiten, dass Cisco zwar eine strategische Prämie zahlt, diese aber nicht in den extremen Bewertungsregionen liegt, wie sie in Phasen besonders hoher Tech-Bewertungen zu beobachten waren. Stattdessen scheint der gebotene Preis eine Mischung aus gewürdigtem Wachstum, zunehmender Profitabilität und der Integration der Plattform in das eigene Ökosystem widerzuspiegeln. Für Aktionäre von New Relic stellt der Angebotspreis dennoch einen attraktiven Exit gegenüber der eigenständigen Börsenperspektive dar, da ein erheblicher Teil der zukünftigen Wertentwicklung bereits in bar abgegolten wird.
Hinzu kommt, dass sich das makroökonomische Umfeld für wachstumsorientierte Softwarewerte zuletzt verändert hat: Steigende Zinsen und eine stärkere Fokuslegung institutioneller Investoren auf Profitabilität statt reinen Umsatzwachstum haben Bewertungsniveaus von Cloud- und Software-Titeln insgesamt gedämpft. Die New-Relic-Aktie bewegt sich damit in einem Umfeld, in dem ein sicheres Übernahmeangebot mit klar definiertem Cash-Preis häufig als vorteilhaft angesehen wird, da es Bewertungsrisiken reduziert. Vor diesem Hintergrund kann die Cisco-Transaktion auch als Antwort auf die veränderten Kapitalmarktbedingungen gesehen werden: New Relic wird aus dem volatilen Marktumfeld herausgelöst und in einen größeren Konzern integriert, der mit einer soliden Bilanz und hohen freien Cashflows die Weiterentwicklung der Plattform finanzieren kann.
Produktplattform New Relic One als Kern des Geschäfts
Im Zentrum des Geschäftsmodells steht die Observability-Plattform New Relic One, die Anwendungen, Infrastruktur, Logs und User Experience in einer integrierten Umgebung sichtbar macht und so Entwicklern sowie IT-Teams hilft, Performance-Probleme deutlich schneller zu erkennen und zu beheben. Die Plattform aggregiert Telemetriedaten aus verschiedensten Quellen und stellt sie in Dashboards, Traces und Alerts dar, wodurch komplexe Systeme in Echtzeit überwacht werden können. New Relic verdient überwiegend durch nutzungsbasierte oder abonnementbasierte Gebühren, die Kunden für den Zugriff auf diese Funktionen und für die Verarbeitung ihrer Daten zahlen.
Nach Unternehmensangaben trägt die New-Relic-One-Plattform einen Großteil des genannten Jahresumsatzes von rund 925 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2023, da sie als zentrales Produkt viele Module und Add-ons bündelt. Besonders wichtig ist, dass zunehmend große Unternehmenskunden ihre Observability-Strategie auf wenige Plattformen konzentrieren, um Komplexität zu reduzieren und Kosten besser kontrollieren zu können. New Relic adressiert diese Nachfrage, indem es Funktionen zur Überwachung von Microservices, Kubernetes-Clustern, Datenbanken und Frontend-Performance in einer Lösung zusammenführt. Genau diese integrierte Sicht auf verteilte Systeme gilt als wichtiger Grund, warum Cisco bereit ist, einen Milliardenbetrag für die Übernahme zu investieren.
Kursniveau und Marktwert der New-Relic-Aktie
Auf Basis des kommunizierten Angebotspreises von 87 US-Dollar je New-Relic-Aktie und der geplanten Bewertung von rund 6,5 Milliarden US-Dollar ergibt sich ein klar definierter Marktwertrahmen für das Papier, der in den Finanzpublikationen zur Transaktion hervorgehoben wird. Der Kurs der New-Relic-Aktie pendelte nach der Ankündigung üblicherweise leicht unterhalb des Angebotspreises, was den Marktmechanismus eines Übernahmerabatts widerspiegelt: Anleger preisen ein, dass bis zum Closing der Transaktion Zeit vergeht und theoretisch Risiken bestehen, auch wenn diese nach derzeitiger Informationslage begrenzt erscheinen. Die Marktkapitalisierung orientiert sich damit eng an den genannten 6,5 Milliarden US-Dollar, wobei leichte Schwankungen durch tagesaktuelle Kurse bedingt sind.
Für Investoren ergibt sich daraus die Überlegung, ob ein Engagement in der New-Relic-Aktie noch primär eine Wette auf das erfolgreiche Vollziehen der Cisco-Übernahme darstellt oder ob eigenständige Kursphantasie nach oben besteht. Aufgrund des fest definierten Angebotspreises bleibt der Raum nach oben begrenzt, während nach unten theoretisch das Risiko eines Rückschlags auf ein Bewertungsniveau nahe dem Stand vor der Übernahmeofferte besteht. In Zahlen gesprochen: Vor Bekanntwerden der Gespräche lag der Kurs der New-Relic-Aktie im Bereich von deutlich unter 70 US-Dollar, sodass ein Scheitern der Transaktion die Rückkehr in diese Zone oder darunter wahrscheinlich machen könnte. Der aktuell eingepreiste Aufschlag spiegelt somit die Marktmeinung zur Abschlusswahrscheinlichkeit wider.
Kennzahlen und Transaktionsdetails zu New Relic
Weitere Informationen zur New-Relic-Aktie, zu historischen Kursverläufen und zu den veröffentlichten Finanzkennzahlen des Unternehmens finden sich in spezialisierten Börsen- und Investor-Relations-Ressourcen mit detaillierten Zahlen und Tabellen.
Strategische Bedeutung für Cisco und den Markt
Aus strategischer Sicht ist die Übernahme von New Relic durch Cisco ein weiterer Baustein in einer Reihe von Transaktionen, mit denen große IT-Konzerne ihre Software- und Cloud-Portfolios ausbauen. Cisco positioniert sich mit der Integration von New Relic stärker im Markt für Observability und Performance-Monitoring, der nach Einschätzung von Branchenanalysten in den kommenden Jahren zweistellige jährliche Wachstumsraten verzeichnen dürfte. Damit verschiebt sich die Rolle der New-Relic-Aktie im Markt: Während sie zuvor als eigenständiger Wachstumswert im SaaS-Segment gehandelt wurde, wird sie nun zu einem Baustein im Bewertungsgefüge eines deutlich größeren, breit diversifizierten Technologiekonzerns.
Für den Wettbewerb bedeutet die Transaktion, dass Konkurrenten wie Datadog, Dynatrace oder Elastic künftig einem noch breiter aufgestellten Player gegenüberstehen, der Observability-Lösungen in ein bestehendes Netzwerk-, Security- und Cloud-Management-Portfolio einbettet. Das könnte zu intensiveren Preisdiskussionen und Angebotsvergleichen führen, insbesondere bei Großkunden, die mehrere Produktlinien aus einer Hand beziehen. Der von Cisco akzeptierte Übernahmepreis für die New-Relic-Aktie kann dabei als eine Art Referenzwert für ähnliche Geschäftsmodelle dienen, auch wenn natürlich jede Transaktion ihre eigene Bewertungslogik besitzt.
Gleichzeitig eröffnet die Integration New Relic Zugang zu einem deutlich größeren Kundenstamm, da Cisco über eine globale Vertriebsorganisation verfügt, die Netzwerk- und Security-Lösungen in praktisch allen Regionen der Welt vertreibt. Für die bisherigen New-Relic-Aktionäre wird diese Skalierungsphantasie allerdings nicht mehr in Form eines eigenständigen Börsenkurses sichtbar, da der Wertzuwachs in der Regel im Aktienkurs von Cisco reflektiert wird. Hier stellt sich für Anleger die Frage, ob sie nach Vollzug der Transaktion eher auf Cisco als breiter aufgestellten Technologiewert setzen oder das Kapital in andere reine Observability- oder Cloud-SaaS-Unternehmen umschichten.
New Relic im Kontext wachsender Observability-Nachfrage
Die grundlegende Wachstumsgeschichte hinter der New-Relic-Aktie basiert auf einem strukturellen Trend: Moderne Anwendungen und IT-Infrastrukturen werden zunehmend komplex, verteilen sich über mehrere Clouds, Container-Orchestrierungen und Microservices, wodurch Fehlerursachen schwer zu lokalisieren sind. Observability-Plattformen wie New Relic One lösen dieses Problem, indem sie Metriken, Logs und Traces korrelieren und in einem konsistenten Bild darstellen, das sowohl Entwicklern als auch Betriebs-Teams hilft. Die steigende Nachfrage nach solchen Lösungen ist ein wesentlicher Grund für die im Geschäftsjahr 2023 genannten Umsatzsteigerungen und für die Bereitschaft eines Konzerns wie Cisco, Milliardenbeträge zu investieren.
Für Unternehmen, die digitale Dienste anbieten, ist die Fähigkeit, Probleme frühzeitig zu erkennen und schnell zu beheben, ein klarer Wettbewerbsvorteil. Ausfallzeiten verursachen Umsatzverluste, Schadensersatzforderungen und Reputationsschäden, während reibungslos funktionierende Dienste die Kundenzufriedenheit erhöhen. Vor diesem Hintergrund ist die Plattform von New Relic nicht nur ein IT-Tool, sondern ein Baustein der Wertschöpfungskette. Diese Perspektive erklärt, warum die New-Relic-Aktie in Zeiten hoher Digitalisierungsdynamik von vielen Investoren als struktureller Wachstumswert wahrgenommen wurde und warum sich ein Großkonzern wie Cisco das Unternehmen einverleibt, statt nur als Partner aufzutreten.
Schlussabschnitt zur New-Relic-Aktie
Die New-Relic-Aktie bewegt sich damit in einer Übergangsphase: Einerseits spiegeln die Kennzahlen wie der Angebotspreis von 87 US-Dollar je Aktie, die Unternehmensbewertung von rund 6,5 Milliarden US-Dollar und das Umsatzwachstum von etwa 14 Prozent im Geschäftsjahr 2023 die operative Stärke des SaaS-Geschäfts wider. Andererseits begrenzt die geplante Übernahme durch Cisco die eigenständige Kursfantasie und macht das Investment zu einer Transaktionswette mit klar definiertem Chance-Risiko-Profil, das primär aus der Abschlusswahrscheinlichkeit und dem Zeitwert des Geldes resultiert. Für Anleger ist entscheidend, diese Besonderheiten im Vergleich zu weiterhin frei am Markt gehandelten reinen Wachstumswerten zu berücksichtigen.
Steckbrief zur New-Relic-Aktie
- Unternehmen: New Relic Inc.
- ISIN: US65351P1021
- Ticker: NEWR
- Handelsplatz: NYSE
- Kurs (Stand 23.08.2023, 22:00 Uhr): rund 85 US-Dollar
- Marktkapitalisierung: rund 6,5 Milliarden US-Dollar (Stand 23.08.2023, abgeleitet aus Übernahmepreis)
- Sektor / Branche: Software, Cloud-Observability und Monitoring
- Indexzugehörigkeit: kein Mitglied eines der großen US-Leitindizes wie S&P 500
- Nächstes Earnings-Datum: im Rahmen der Transaktionsdokumente nicht als klassisch reguläres Quartalstermin hervorgehoben
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