Ălpreise geben deutlich nach - Situation im Iran dominiert Geschehen
15.01.2026 - 07:51:51 | dpa.deSie gaben rund ein Drittel ihrer Kursgewinne, die sie infolge der Eskalation im Iran erzielt hatten, ab. Der Preis fĂŒr ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent fiel in London im frĂŒhen Handel um knapp zwei Dollar oder fast drei Prozent auf 64,65 Dollar. Am Mittwoch war er noch bis auf fast 67 Dollar und damit den höchsten Stand seit Oktober gestiegen.
Vor einer Woche, also bevor sich die Lage im Iran zunehmend verschĂ€rft hatte, kostete Brent-Ăl noch rund 60 Dollar. Der Preis fĂŒr US-Ăl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) entwickelte sich in den vergangenen Tagen Ă€hnlich. Am Donnerstagmorgen fiel er rund 2 Dollar auf 60 Dollar. Die Entwicklung der Ălpreise hĂ€ngt derzeit vorwiegend an der Situation im Iran.
Nach dem brutalen Vorgehen iranischer SicherheitskrĂ€fte gegen die Massenproteste wĂ€chst grundsĂ€tzlich die Sorge vor einem militĂ€rischen Konflikt. Entwicklungen in der Region wie Warnungen diplomatischer Vertretungen, aber auch MaĂnahmen des US-MilitĂ€rs und Flugstreichungen lösten BefĂŒrchtungen aus, dass US-PrĂ€sident Donald Trump seine Drohungen gegen die politische FĂŒhrung in Teheran wahr machen könnte.
Investoren am Ălmarkt deuteten Aussagen von Trump am Mittwochabend als Zeichen dafĂŒr, dass ein militĂ€risches Vorgehen der Vereinigten Staaten nicht unmittelbar bevorsteht. Trump hatte erklĂ€rt, dass ihm zugesichert worden sei, dass der Iran die Tötung von Demonstranten einstellen werde. Dies deutet womöglich darauf hin, dass er von einer angedrohten militĂ€rischen Reaktion auf die Niederschlagung der landesweiten Demonstrationen absehen könnte.
Neben der Lage im Iran steht weiter die Situation im ölreichen sĂŒdamerikanischen Land Venezuela im Blickpunkt. Hier hatte sich Trump zuletzt zufrieden mit der aktuellen FĂŒhrung Venezuelas gezeigt. Er habe ein langes Telefonat mit der geschĂ€ftsfĂŒhrenden PrĂ€sidentin Delcy RodrĂguez gehabt. Trump nannte sie eine groĂartige Person. Worauf er sich bei seiner EinschĂ€tzung konkret bezog, machte Trump nicht deutlich.
Der US-PrĂ€sident schrieb auf der Plattform Truth Social, man habe bei dem Telefonat mehrere Themen diskutiert, darunter Ăl, Mineralien, Handel und Nationale Sicherheit. Trump schrieb, dass die Partnerschaft zwischen den USA und Venezuela "FĂR ALLE" spektakulĂ€r sein werde. Das sĂŒdamerikanische Land werde bald wieder groĂartig und wohlhabend sein, versprach er.
Die USA hatten Anfang Januar bei einem MilitĂ€reinsatz in Caracas den autoritĂ€r regierenden Staatschef NicolĂĄs Maduro entmachtet und gefangengenommen. Sie werfen ihm vor, die USA mit Drogen ĂŒberschwemmt zu haben. Er weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Er sitzt in den USA im GefĂ€ngnis.
