Online-Apotheke Redcare wÀchst rasant - ProfitabilitÀt soll anziehen
03.07.2025 - 10:48:33Wachstumstreiber blieb das noch recht junge GeschĂ€ft mit dem E-Rezept in Deutschland, das beim Management weiter fĂŒr Zuversicht sorgt. "In nur einem Jahr konnten wir unseren Marktanteil verdreifachen und im zweiten Quartal weiter wachsen", betonte Konzernchef Olaf Heinrich. Finanzchef Jasper Eenhorst sieht Redcare daher "auf dem besten Weg", die Konzernprognosen fĂŒr 2025 zu erfĂŒllen. Dabei stellt das Management zugleich fĂŒr das zweite Halbjahr ein Anziehen der ProfitabilitĂ€t in Aussicht. An der Börse sorgte dies fĂŒr eine Kurserholung.
Die im MDax DE0008467416 notierten Aktien stiegen am Donnerstagvormittag zwischenzeitlich um mehr als sechs Prozent auf 95,30 Euro und fĂŒhrten damit den Index der mittelgroĂen Unternehmen an. Dennoch notieren die Papiere immer noch auf dem Niveau von vor rund zwei Jahren und haben im bisherigen Jahresverlauf fast 30 Prozent an Wert verloren.
Auslöser fĂŒr einen krĂ€ftigen Kursrutsch war im Juni eine skeptische Analystenstudie gewesen, die ein "kritisches, strukturelles Risiko" fĂŒr Online-Apotheken und ihr E-Rezept-GeschĂ€ft sah im Zusammenhang mit der fĂŒr das kommende Jahr geplanten Gesundheits-ID. Redcare reagierte zwar direkt auf die Studie und widersprach den Bedenken, dem Aktienkurs half dies in den folgenden Wochen jedoch kaum auf die SprĂŒnge.
Jefferies-Analyst Martin Comtesse schrieb nun in einem aktuellen Kommentar, die damaligen Berichte hĂ€tten fĂŒr ein MissverstĂ€ndnis und unbegrĂŒndete BefĂŒrchtungen gesorgt. Inzwischen sei klar, dass die Gesundheits-ID als freiwillige Alternative nicht das von Redcare genutzte Zugangssystem Cardlink verdrĂ€nge, sondern fĂŒr die Verarbeitung des E-Rezepts beide Technologien zulĂ€ssig sein wĂŒrden.
Mit Blick auf die aktuellen Eckdaten von Redcare sieht Comtesse ebenfalls ermutigende Signale: Er wies zwar auf eine erwartete SchwĂ€che im Gesamtbild des zweiten Quartals hin und monierte zugleich Bremsspuren im GeschĂ€ft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland. Comtesse sieht aber auch Zeichen einer anspringenden ProfitabilitĂ€t. Dies stĂŒtze die Ansicht, dass das Unternehmen weiterhin gesund wirtschafte. Felix Dennl vom Bankhaus Metzler hob unterdessen neben den Margensignalen auch eine ermutigende Anzahl aktiver Kunden als positiv hervor.
Redcare veröffentlichte zwar lediglich vorlĂ€ufige Umsatzzahlen und machte keine konkreten Angaben zum Ergebnis. Laut Finanzchef Eenhorst aber dĂŒrfte die bereinigte Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) im zweiten Quartal ĂŒber zwei Prozent liegen und sich in der zweiten JahreshĂ€lfte nochmals verbessern.
FĂŒr das Gesamtjahr hat das Management bisher eine leichte Verbesserung der Marge auf 2 bis 2,5 Prozent in Aussicht gestellt nach 1,4 Prozent im Jahr 2024. Der Umsatz soll um mindestens ein Viertel anziehen. Ausgehend von den knapp 2,4 Milliarden Euro im vergangenen Jahr wĂ€ren dies im Minimum 3,0 Milliarden Euro.
Im zweiten Quartal konnte Redcare den Umsatz auf Basis vorlĂ€ufiger Berechnungen konzernweit im Vergleich zum Vorjahr um etwas mehr als ein Viertel auf 709 Millionen Euro steigern, wie der DocMorris-Konkurrent am Donnerstag in Sevenum weiter mitteilte. Experten hatten mit einem Anstieg in dieser GröĂenordnung gerechnet.
In Deutschland, wo Redcare mit seiner Marke Shop Apotheke zu den fĂŒhrenden Online-Anbietern gehört, kletterte der von Analysten besonders beachtete Umsatz mit rezeptpflichtigen Medikamenten um 125 Prozent auf 114 Millionen Euro.
Den Löwenanteil seiner Erlöse generiert Redcare unterdessen immer noch mit verschreibungsfreien Produkten, hier lag das Umsatzplus unternehmensweit bei 17 Prozent auf 457 Millionen Euro.
Die Zahl der aktiven Kunden wuchs zugleich im zweiten Jahresviertel um 400.000 auf insgesamt 13,5 Millionen. Im ersten Quartal waren noch rund 600.000 aktive Kunden neu hinzugekommen.
Die detaillierten Zahlen des zweiten Quartals sollen am 29. Juli veröffentlicht werden.

