Produktion/Absatz, Wettbewerb

Polizei holt Tesla-Gegner in Protestcamp von BĂ€umen

18.11.2024 - 15:16:30

Die Polizei geht wegen einer geplanten Kampfmittel-Suche nahe der Tesla US88160R1014-Autofabrik in GrĂŒnheide bei Berlin gegen Waldbesetzer in einem Protestcamp vor.

Höhenretter holten einige Tesla-Gegner von ihren BaumhĂ€usern, weil sie sich weigerten, das GelĂ€nde fĂŒr die Zeit der vorgesehenen Arbeiten zu verlassen. Die Polizei sprach auch von gefĂ€hrlichen Aktionen der Aktivisten in großer Höhe zwischen den BĂ€umen und stellt sich auf einen lĂ€nger dauernden Einsatz ein.

Die Umweltaktivisten sollten einen Teil ihres Ende Februar aufgebauten Camps fĂŒr eine bestimmte Zeit rĂ€umen, weil auf Antrag der Gemeinde GrĂŒnheide das Gebiet auf Kampfmittel erkundet werden soll. Die Tesla-Gegner, die sich gegen eine Erweiterung des Tesla-GelĂ€ndes und eine weitere Waldrodung stellen, zeigten sich aber nicht bereit, freiwillig die SperrflĂ€che zu verlassen. "Wir bleiben hier. Wir werden nicht zulassen, dass der MilliardĂ€r Elon Musk hier die Natur zerstört fĂŒr seine Profitinteressen (...)", sagte eine Sprecherin der Umweltaktivisten.

LĂ€ngerer Polizeieinsatz im Protestcamp zu erwarten?

Die Sprecherin des PolizeiprÀsidiums, Beate Kardels, sagte, die Umweltaktivisten seien sehr unkooperativ und leisteten massiven Widerstand. "Wir stellen uns auf einen lÀngerfristigen Einsatz ein."

Polizei holt Menschen aus BaumhÀusern und spricht von schwierigen Aktionen

Die Höhenretter hĂ€tten Menschen von BaumhĂ€usern geholt und in ein Gebiet außerhalb der SperrflĂ€che gebracht, so die Polizei-Sprecherin. Andere Personen, die vermummt seien, kletterten in großer Höhe innerhalb der SperrflĂ€che zwischen BĂ€umen hin und her. Die Aktionen stellten sich als schwierig und gefĂ€hrlich heraus. "Eine Person sitzt in einer Kiefer ganz oben in der Baumkrone."

Zudem zerstöre die Polizei auch Hindernisse, die von Umweltaktivisten in BĂ€umen angebracht worden seien, um sich freie Sicht und Zutritt zu verschaffen. Es handelt sich laut Polizei bei dem Einsatz aber nicht um eine RĂ€umung, die sich gegen die Wald-Besetzung an sich richtet. Die Umweltaktivisten könnten nach der Kampfmittel-Erkundung auch wieder zurĂŒck.

Wie viele EinsatzkrĂ€fte ausgerĂŒckt sind, will die Sprecherin nicht sagen. Auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) stehe zur VerfĂŒgung.

Im Zusammenhang mit Untersuchungen auf der geplanten ErweiterungsflĂ€che des Tesla-GelĂ€ndes wurden vor Monaten bereits zwei Weltkriegsbomben entdeckt und entschĂ€rft. Im Juli hatten die Waldbesetzer ihr Camp wegen einer Bombe bereits einmal aus SicherheitsgrĂŒnden freiwillig verlassen.

Umweltaktivisten im Wald wollen Protest nicht aufgeben

"Wir wehren uns mit unseren Körpern gegen die Erweiterung der Tesla-Fabrik! Wir schauen nicht tatenlos zu, wie fĂŒr eine Autofabrik Wald gerodet und Trinkwasser gefĂ€hrdet wird", sagte die Sprecherin der Umweltgruppe "Tesla stoppen" im Protestcamp, Caro Weber, in einer Mitteilung. Seit Ende Februar halten Umweltaktivisten ein WaldstĂŒck in der NĂ€he des Tesla-Werks besetzt.

Gemeinde veranlasst Kampfmittel-Suche

Die Untersuchungen auf alte Kampfmittel veranlasste die Gemeinde GrĂŒnheide fĂŒr ein rund 5000 Quadratmeter großes Gebiet, in dem sich auch ein Teil des Protestcamps befindet. Im Sommer waren bereits zwei Weltkriegsbomben gefunden und binnen weniger Wochen auf der FlĂ€che der geplanten Tesla-Erweiterung kontrolliert gesprengt worden. Daher habe er beantragt, auch die restlichen FlĂ€chen zu untersuchen, sagte der BĂŒrgermeister von GrĂŒnheide, Arne Christiani (parteilos).

@ dpa.de | US88160R1014 PRODUKTION/ABSATZ