Baerbock erinnert vor Netanjahu-Rede an UN-Charta
26.09.2025 - 06:46:37"Annexion ist verboten, genauso wie im humanitĂ€ren Völkerrecht es verboten ist, humanitĂ€re Hilfe als Kriegswaffe einzusetzen", sagte die frĂŒhere deutsche AuĂenministerin der Deutschen Presse-Agentur in New York. Im Gaza-Krieg brauche es dringend einen Waffenstillstand, "damit die Geiseln frei kommen, damit humanitĂ€re Hilfe nach Gaza reinkommt".
Die Formulierungen in der UN-Charta und auch die mehrheitliche Position der Mitgliedstaaten seien sehr klar, sagte Baerbock: "Jedes Land auf dieser Welt hat ein Recht auf Selbstbestimmung." Schon in einer der ersten UN-Resolutionen des 20. Jahrhunderts sei es darum gegangen, "dass PalĂ€stinenser in ihrem eigenen Staat friedlich neben dem Staat Israel leben können, der natĂŒrlich auch in Sicherheit leben muss". Das sei "eine GrundprĂ€misse der Vereinten Nationen. Und daran hat sich jeder Staats- und Regierungschef eigentlich zu halten, weil die Charta der Vereinten Nationen gilt fĂŒr jedes Land."
Baerbock erwartet "sehr intensive Rede" Netanjahus
Auf die Frage, ob sie erwarte, dass der israelische Regierungschef - wie von vielen befĂŒrchtet - eine vollstĂ€ndige Annexion des Westjordanlandes verkĂŒnden werde, entgegnete Baerbock: "Dazu kann ich nichts sagen. Ich kann das nicht vorhersehen." Im vergangenen Jahr habe Netanjahu vor den Vereinten Nationen eine Rede gehalten, nach der weitere Angriffe auf den Libanon folgten.
Angesichts der von Netanjahu scharf kritisierten Anerkennung eines palĂ€stinensischen Staates durch immer mehr LĂ€nder erwarte sie "eine sehr intensive Rede", sagte Baerbock ĂŒber den Auftritt des israelischen MinisterprĂ€sidenten, der am Nachmittag deutscher Zeit angesetzt ist. Man habe in den vergangenen Tagen mehrfach erlebt, "dass hier Staats- und Regierungschefs sehr deutlich machen, was ihre Meinung ist", sagte sie, ohne US-PrĂ€sident Donald Trump beim Namen zu nennen. Man habe aber auch gesehen, dass New York offensichtlich der Ort sei, "wo man in diesen Tagen sein will".
Ex-AuĂenministerin begrĂŒĂt Trumps Friedensvorschlag fĂŒr Nahost
Baerbock begrĂŒĂte zugleich den neuen Trump-Vorschlag fĂŒr einen Frieden in Nahost. Einen Friedensplan zu schaffen sei derzeit eines der wichtigsten Vorhaben, an denen die Vereinten Nationen weiter arbeiten mĂŒssten. "Und jeder Vorschlag dafĂŒr ist natĂŒrlich essenziell", ergĂ€nzte sie mit Blick auf Trump.

