Verbraucher können FernwÀrme-Preise auf neuer Plattform vergleichen
17.05.2024 - 14:12:26Am Freitag ging eine FernwĂ€rme-Preistransparenzplattform in Betrieb, auf der unter anderem eine PreisĂŒbersicht verschiedener Anbieter zu finden ist, wie der Energieeffizienzverband fĂŒr WĂ€rme, KĂ€lte und KWK (AGFW), der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) am Freitag in Berlin mitteilten. Die von den VerbĂ€nden ins Leben gerufene Plattform solle auch darĂŒber informieren, wie FernwĂ€rmepreise entstĂŒnden.
FernwĂ€rme ist WĂ€rme, die nicht im Wohnhaus erzeugt wird, sondern aus einem Kraft- oder Heizwerk in der Umgebung kommt. Meist wird dort Wasser erhitzt, das dann durch isolierte Rohre in die HĂ€user geleitet wird. 2020 lag die TrassenlĂ€nge bei mehr als 31 000 Kilometern. Bis 2030 sollen die WĂ€rmenetze zu mindestens 50 Prozent aus Erneuerbaren Energien oder AbwĂ€rme gespeist werden, bis 2045 mĂŒssen sie komplett treibhausgasneutral sein. Der Ausbau der FernwĂ€rme soll eine wichtige Rolle spielen bei der WĂ€rmewende, dem schrittweisen Abschied fossiler Heizungen wie Gasheizungen. In den kommenden Jahren mĂŒssen Kommunen dazu WĂ€rmeplanungen vorlegen.
"Die AttraktivitĂ€t der FernwĂ€rme ist extrem hoch. Die Menschen rennen den Unternehmen die Bude ein", sagte Kai Lobo, stellvertretender HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des VKU. Allerdings ist es den VerbĂ€nden zufolge fĂŒr viele Menschen schwierig zu durchdringen, wie FernwĂ€rme funktioniert und wodurch sich etwaige Preisunterschiede ergeben. Dazu mĂŒsse man die Besonderheiten der FernwĂ€rme kennen. So sei FernwĂ€rme ein lokales Gut, das in der Regel vor Ort erzeugt und verbraucht werde. Die preisbestimmenden Faktoren hingen somit vor allem von den lokalen Gegebenheiten ab. Die Plattform solle neben der PreisĂŒbersicht deshalb auch dazu beitragen, ein besseres VerstĂ€ndnis fĂŒr FernwĂ€rme zu schaffen.
Die VorstĂ€ndin beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Ramona Pop, hĂ€lt die Transparenzplattform der AnbieterverbĂ€nde fĂŒr einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung fĂŒr mehr Transparenz im WĂ€rmesektor. "Allerdings beruht die Plattform auf Freiwilligkeit: Es ist zu befĂŒrchten, dass gerade Anbieter, deren Preise besonders hoch und erklĂ€rungsbedĂŒrftig sind, sich nicht an dieser Plattform beteiligen", sagte die vzbv-VorstĂ€ndin. Deshalb brauche es zusĂ€tzlich ein WĂ€rmenetzregister bei einer Bundesbehörde, das die Preise aller FernwĂ€rmenetze auffĂŒhre. Der vzbv habe selbst im Jahr 2023 damit begonnen, fĂŒr FernwĂ€rmenetze beispielhaft Preise zu veröffentlichen.

