Die Safran-Aktie profitiert von zweistelligem Umsatzwachstum und starkem Auftragseingang
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 21:03 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Der französische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Safran (ISIN FR0000073272) meldete für das Geschäftsjahr 2024 ein deutliches Wachstum, von dem auch die Safran-Aktie profitiert. Laut dem Finanzbericht für das Jahr 2024 stieg der Umsatz des Konzerns im Vergleich zu 2023 um rund 18 Prozent auf etwa 24 Milliarden Euro, getragen vor allem vom zivilen Triebwerks- und Servicegeschäft. Die operative Marge verbesserte sich im selben Zeitraum leicht, während der bereinigte operative Gewinn (Recurring Operating Income) zweistellig zulegte.
Umsatz und Ergebnis mit kräftigem Plus
Safran ist vor allem über seine Triebwerks-Sparte CFM International, ein Joint Venture mit General Electric, im zivilen Luftverkehr präsent. Im Finanzbericht für 2024 weist das Unternehmen einen Konzernumsatz von rund 24 Milliarden Euro aus, nach ungefähr 20,3 Milliarden Euro im Jahr 2023, was einem Plus von etwa 18 Prozent entspricht. Der wiederkehrende operative Gewinn legte im selben Zeitraum um rund 20 Prozent zu und erreichte annähernd 4,4 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr circa 3,7 Milliarden Euro ausgewiesen worden waren. Damit lag Safran beim Gewinnwachstum über dem Umsatzanstieg, was auf Effizienzgewinne und eine günstige Produkt- und Servicemischung im Triebwerksbereich hindeutet.
Der freie Cashflow, der für Anleger als Gradmesser für die Innenfinanzierungskraft gilt, blieb ebenfalls robust. Safran berichtete für das Geschäftsjahr 2024 einen freien Cashflow im Bereich von rund 3,0 Milliarden Euro, nach etwa 2,7 Milliarden Euro im Jahr 2023. Die Verbesserung um grob 300 Millionen Euro unterstreicht, dass das zusätzliche Geschäft nicht zulasten der Liquidität ging, sondern im Gegenteil die Fähigkeit des Konzerns stärkte, Investitionen und mögliche Dividendenzahlungen aus eigener Kraft zu stemmen.
Auftragsbestand auf Rekordniveau
Ein weiterer zentraler Faktor für die Bewertung der Safran-Aktie ist der Auftragsbestand, insbesondere im Triebwerkssegment. Safran bezifferte seinen gesamten Auftragsbestand Ende 2024 auf deutlich über 100 Milliarden Euro, gemessen am künftigen Umsatzpotenzial aus bereits vereinbarten Verträgen. Im Vergleich zum Vorjahresstand, der rund 95 Milliarden Euro betrug, ergibt sich ein Zuwachs im hohen einstelligen Milliardenbereich. Diese Größenordnung spiegelt wider, dass die Nachfrage der Fluggesellschaften nach effizienten Triebwerken und deren Wartung weiter steigt und langfristig planbare Einnahmen sichert.
Besonders dynamisch entwickelte sich der Auftragseingang für das LEAP-Triebwerk, das in modernen Mittelstreckenflugzeugen eingesetzt wird. Safran und der Partner im Joint Venture verweisen auf mehrere Hundert neu abgeschlossene LEAP-Triebwerksbestellungen im Jahr 2024. Zusammen mit den bereits laufenden Wartungsverträgen ergibt sich daraus ein mehrjähriger Umsatzstrom, der das Wachstum im Servicegeschäft stützt und die Ertragslage weniger anfällig für zyklische Schwankungen macht als das reine Neugeschäft mit Erstausrüstung.
Marge entscheidet im Triebwerksgeschäft
Für viele Investoren ist die Marge im Triebwerks- und Servicegeschäft entscheidend, weil sie stark über die Profitabilität des Konzerns bestimmt. Safran wies für 2024 im Segment Triebwerke und Services eine bereinigte operative Marge von rund 20 Prozent aus, nach etwa 19 Prozent im Jahr 2023. Dieses Plus von rund einem Prozentpunkt mag auf den ersten Blick moderat erscheinen, ist jedoch vor dem Hintergrund steigender Produktionskosten und anhaltender Lieferkettenherausforderungen ein wichtiges Signal.
Im Bereich Flugzeugausrüstung und Verteidigung, wo Safran unter anderem Fahrwerke, Bremsen, Avionik und optische Systeme liefert, lag der Umsatz 2024 bei rund 7 Milliarden Euro und damit einige Hundert Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Die Marge bleibt hier niedriger als im Triebwerkssegment, doch der Bereich trägt zur Diversifikation bei und profitiert von der weiterhin hohen Nachfrage nach militärischer Ausrüstung und der Modernisierung ziviler Flotten.
Schwerpunkt Triebwerke und Services
Die Wachstumsdynamik im Triebwerks- und Servicegeschäft prägt den Investment-Case der Safran-Aktie. Das Unternehmen berichtet, dass der Anteil der wiederkehrenden Serviceumsätze, etwa aus Wartung, Überholung und Ersatzteilen, 2024 bei deutlich über der Hälfte der Triebwerksumsätze lag. Im Vergleich zu 2023 ergab sich hier ein prozentualer Anstieg, da das Flugaufkommen im Linienverkehr weiter zunahm und damit der Bedarf an Wartungsleistungen wuchs.
Anders als einmalige Erstausrüstungsprojekte erzeugt dieses Servicegeschäft planbare Cashflows und ist weniger stark von zyklischen Bestellwellen abhängig. Für Anleger bedeutet eine wachsende Servicebasis, dass Safran auch bei schwächeren Neuauslieferungen auf bestehende Verträge zurückgreifen kann, um Umsatz und Ergebnis zu stabilisieren. Die Kombination aus einem starken Auftragsbestand und einer hohen Servicequote gilt daher als wichtiger Stützpfeiler für die Bewertung des Konzerns.
Produktbezug: Triebwerksplattform LEAP
Eine zentrale Produktlinie für Safran ist die LEAP-Triebwerksfamilie, die gemeinsam mit General Electric entwickelt und vermarktet wird. LEAP-Triebwerke kommen etwa bei Boeing-737-MAX- und Airbus-A320neo-Flugzeugen zum Einsatz und zeichnen sich durch einen im Vergleich zu älteren Triebwerken deutlich geringeren Treibstoffverbrauch aus. Safran hebt hervor, dass die Auslieferungen dieser Triebwerke 2024 im zweistelligen Prozentbereich gegenüber 2023 zugenommen haben und damit wesentlich zur Umsatzsteigerung beitrugen.
Safran-Aktie und Marktwert im Überblick
Die Safran-Aktie wird primär an der Euronext Paris gehandelt. Der Marktwert des Unternehmens lag Ende 2024 bei deutlich über 60 Milliarden Euro, was eine klare Einordnung als Großkonzern im europäischen Luftfahrtsektor ermöglicht. Im Jahresverlauf profitierte der Kurs von der Kombination aus robustem Wachstum, starkem Auftragsbestand und einer sichtbaren Verbesserung von Cashflow und Marge. Für Anleger sind neben der Kursentwicklung insbesondere die Fähigkeit zur nachhaltigen Generierung freien Cashflows und die Stabilität des Triebwerks-Servicegeschäfts zentrale Bewertungsgrößen.
Safran im Überblick
- Unternehmen: Safran S.A.
- ISIN: FR0000073272
- Ticker: SAF
- Handelsplatz: Euronext Paris
- Marktkapitalisierung: über 60 Milliarden Euro (Stand Ende 2024)
- Sektor / Branche: Luft- und Raumfahrt, Verteidigung
- Indexzugehörigkeit: CAC 40
- Nächstes Earnings-Datum: im Verlauf des Geschäftsjahres 2025 gemäß Finanzkalender
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
