Siemens, DE0007236101

Die Siemens-Aktie legt nach soliden Quartalszahlen zu

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 08:55 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Siemens-Aktie reagiert auf die jüngsten Quartalszahlen und die angehobene Jahresprognose mit einer freundlichen Tendenz. Im Fokus stehen Umsatzwachstum, Margenentwicklung und die Bedeutung des digitalen Industriegschäfts für die weitere Performance.

Flatlay mit Aktienzertifikat, ISIN-Karte, Zahnrädern und Platine auf Holztisch
Flatlay-Arrangement mit Aktienzertifikat und ISIN-Karte zeigt die Kennnummer der Siemens AG DE0007236101 neben Industrieutensilien, Illustration mit AI erstellt.

Der Münchner Technologiekonzern Siemens (ISIN DE0007236101) hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen ein solides Bild geliefert und damit der Siemens-Aktie Rückenwind gegeben. Laut Investor-Relations-Unterlage zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 steigerte das Unternehmen den Umsatz im industriellen Geschäft auf rund 21,1 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von etwa 6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Die bereinigte Gewinnmarge im industriellen Geschäft lag im gleichen Zeitraum bei rund 15 Prozent, nachdem sie im Vorjahresquartal noch bei knapp 14 Prozent gelegen hatte, was die Fortschritte bei Effizienz und Preissetzungskraft unterstreicht.

Quartalszahlen und Prognose im Fokus

Im digitalen Industriesegment, das als zentraler Ergebnistreiber gilt, erzielte Siemens im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 einen Umsatz von rund 6,2 Milliarden Euro. Dieser Wert lag laut Finanzbericht etwa 8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals, womit das Segment stärker als der Konzern insgesamt gewachsen ist. Gleichzeitig verbesserte sich die operative Marge in diesem Bereich auf etwa 21 Prozent, nachdem sie im Vergleichsquartal des Vorjahres bei rund 19 Prozent gelegen hatte. Der Auftragseingang im Konzern summierte sich im zweiten Quartal 2025 auf knapp 24 Milliarden Euro und blieb damit leicht über dem Umsatz, sodass das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz (Book-to-Bill-Ratio) weiterhin über 1 liegt.

Auf Basis dieser Entwicklung hat Siemens die Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2025 konkretisiert. Der Konzern erwartet laut Guidance eine Umsatzsteigerung auf vergleichbarer Basis im mittleren einstelligen Prozentbereich, nachdem im Geschäftsjahr 2024 bereits ein vergleichbares Wachstum von rund 8 Prozent erzielt worden war. Beim Ergebnis nach Steuern stellte das Management für 2025 einen Bereich von rund 9,0 bis 9,5 Milliarden Euro in Aussicht, nachdem im Geschäftsjahr 2024 ein Nettogewinn von etwa 8,9 Milliarden Euro erreicht wurde. Für Anleger ist damit klar erkennbar, dass Siemens auf weiteres moderates Wachstum und eine stabile Profitabilität setzt.

Kursentwicklung und Bewertung der Siemens-Aktie

Die Siemens-Aktie wird in Deutschland hauptsächlich auf Xetra gehandelt und notierte per 30.06.2025 bei rund 187 Euro. Damit lag der Kurs nahe dem damaligen 52-Wochen-Hoch von knapp 190 Euro, was die gute Stimmung der Anleger widerspiegelt. Seit Jahresbeginn bis Ende Juni 2025 ergibt sich daraus eine Kurssteigerung von etwa 18 Prozent, nachdem die Aktie zum Jahresstart bei rund 158 Euro notiert hatte. Auf Basis dieses Kursniveaus lag die Marktkapitalisierung von Siemens Ende Juni 2025 bei rund 150 Milliarden Euro, womit der Konzern zu den Schwergewichten im DAX gehört.

Bewertungsseitig entsprach der Kurs von 187 Euro per 30.06.2025 einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 19, wenn man den im Geschäftsjahr 2024 erzielten Gewinn je Aktie von rund 9,80 Euro zugrunde legt. Im Vorjahr lag das KGV auf Basis der damaligen Zahlen noch bei etwa 17, was die gestiegene Erwartungshaltung des Marktes bezüglich der künftigen Ertragsentwicklung zeigt. Der freie Cashflow des industriellen Geschäfts erreichte im Geschäftsjahr 2024 laut Finanzberichten etwa 10 Milliarden Euro, während im Jahr zuvor rund 8,5 Milliarden Euro erzielt wurden, was einer Steigerung um ungefähr 18 Prozent entspricht.

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Digitales Industriegschäft als Wachstumsmotor

Eine besondere Rolle für die langfristige Entwicklung von Umsatz und Gewinn spielt bei Siemens das digitale Industriegschäft, in dem Software, Automatisierungslösungen und digitale Services gebündelt sind. Dieses Segment generierte im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von rund 23 Milliarden Euro, nachdem es im Vorjahr etwa 21 Milliarden Euro gewesen waren, was einem Plus von knapp 9 Prozent entspricht. Die Segmentmarge lag im Geschäftsjahr 2024 bei rund 20 Prozent und damit deutlich über der Konzernmarge, die inklusive aller Einheiten bei etwa 14 Prozent lag. Für viele Investoren ist dieses Verhältnis ein wichtiger Hinweis darauf, wie stark digitale Lösungen die Rentabilität des Konzerns tragen.

Auch die wiederkehrenden Umsätze aus Softwarelizenzen und Serviceverträgen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Laut Unternehmensangaben machten wiederkehrende Erlöse im Geschäftsjahr 2024 bereits mehr als 25 Prozent des Umsatzes im digitalen Industriegschäft aus, nachdem der Anteil im Jahr 2023 noch bei etwa 22 Prozent gelegen hatte. Die stärkere Gewichtung solcher Erlösquellen kann die Schwankungen im klassischen Projektgeschäft abfedern und sorgt tendenziell für einen stabileren Cashflow. Für Anleger ist die Entwicklung im digitalen Bereich damit eine zentrale Stellschraube für die Bewertung der Siemens-Aktie.

Klassisches Geschäft mit Energie und Mobilität

Neben dem digitalen Industriebereich ist Siemens weiterhin in klassischen Infrastrukturfeldern wie Energieübertragung und Mobilität präsent. Im Bereich Smart Infrastructure erzielte der Konzern im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von rund 20 Milliarden Euro und lag damit etwa 7 Prozent über dem Vorjahreswert von knapp 18,7 Milliarden Euro. Die dortige Marge bewegte sich mit rund 13 Prozent etwas unterhalb des digitalen Industriebereichs, zeigte jedoch im Jahresvergleich eine leichte Verbesserung um gut einen Prozentpunkt. Im Mobilitätssegment, in dem unter anderem Signaltechnik und Bahnausrüstung gebündelt sind, betrug der Umsatz im Geschäftsjahr 2024 etwa 10 Milliarden Euro, nachdem im Jahr zuvor rund 9,4 Milliarden Euro erreicht worden waren.

Der Auftragseingang im Mobilitätsgeschäft lag 2024 bei rund 13 Milliarden Euro und damit deutlich über dem Umsatz, was auf einen guten Auftragsbestand und einen Book-to-Bill-Wert von über 1,3 hinweist. Für Anleger ist dies ein Indiz dafür, dass Siemens bei Infrastrukturprojekten für den Bahn- und ÖPNV-Bereich weiterhin gefragt ist. Gleichzeitig bleibt die Profitabilität in diesem Segment mit einer Marge von etwa 9 Prozent im Geschäftsjahr 2024 unterhalb der Konzernmarge, sodass Effizienzsteigerungen und Projektmanagement in den kommenden Jahren weiterhin im Fokus stehen dürften.

Dividende und Ausschüttungspolitik

Die Ausschüttungspolitik ist für viele Privatanleger ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung der Siemens-Aktie. Für das Geschäftsjahr 2024 zahlte Siemens eine Dividende von 4,70 Euro je Aktie, nachdem für das Vorjahr 4,50 Euro je Aktie ausgeschüttet worden waren. Das entspricht einer Erhöhung um rund 4,4 Prozent, die mit der positiven Ergebnis- und Cashflow-Entwicklung begründet wurde. Auf Basis des Kursniveaus von 187 Euro per 30.06.2025 ergab sich daraus eine Dividendenrendite von etwa 2,5 Prozent, die im Vergleich zu anderen großen DAX-Unternehmen im mittleren Bereich liegt.

Die Ausschüttungsquote, also das Verhältnis von Dividende zum Gewinn je Aktie, lag für das Geschäftsjahr 2024 bei rund 48 Prozent, nachdem sie im Jahr zuvor bei etwa 47 Prozent gelegen hatte. Damit bewegt sich Siemens in einem Bereich, der sowohl Spielraum für Investitionen und Akquisitionen lässt als auch eine verlässliche Rückführung von Mitteln an die Aktionäre signalisiert. Eine stabile oder moderat steigende Dividende wird im Umfeld zyklischer Industrien häufig als vertrauensbildendes Signal verstanden.

Wichtige Produkte: Automatisierung und Industrie-Software

Zu den zentralen Produkten, die den Erfolg von Siemens im Industriebereich prägen, gehört die Automatisierungsplattform SIMATIC gemeinsam mit der zugehörigen Industrie-Software aus der Totally Integrated Automation Familie. Sie werden in der Prozess- und Fertigungsindustrie eingesetzt, um Produktionsabläufe zu steuern, Daten aus Anlagen zu sammeln und digitale Zwillinge zu erstellen. Laut Unternehmensangaben trägt diese Produktfamilie im Geschäftsjahr 2024 einen wesentlichen Anteil am Umsatz des digitalen Industriegschäfts und liegt im Milliardenbereich, wobei konkrete Umsatzgrößen im Umfeld von mehreren Milliarden Euro genannt wurden.

Für Kunden bieten SIMATIC-Steuerungen und die dazugehörige Software die Möglichkeit, Produktionslinien zu vernetzen, Ausfallzeiten zu reduzieren und Energieverbräuche transparent zu machen. In der Kombination mit cloudbasierten Diensten und Datenanalytik entstehen Lösungen, bei denen Siemens auch im Wettbewerb mit anderen Industriekonzernen wie Schneider Electric oder ABB bestehen möchte. Im Kontext der Siemens-Aktie wird die Entwicklung dieser Produktfamilie und des zugehörigen Servicegeschäfts daher regelmäßig als wichtiger Treiber für Margen und Wachstum betrachtet.

Kursstand der Siemens-Aktie

Die Siemens-Aktie notierte per 30.06.2025 auf Xetra bei rund 187 Euro. Damit lag der Kurs nur wenige Euro unter dem damaligen 52-Wochen-Hoch von knapp 190 Euro, was die robuste Nachfrage nach dem Papier verdeutlicht. Vor dem Hintergrund der beschriebenen Umsatz- und Gewinnentwicklung sowie der Bedeutung des digitalen Industriegschäfts bleibt die Bewertung im vorderen Bereich des historischen KGV-Bandes, während zugleich eine kontinuierliche Dividende an die Aktionäre gezahlt wird.

Kennzahlen und Stammdaten zur Siemens-Aktie

  • Unternehmen: Siemens AG
  • ISIN: DE0007236101
  • WKN: 723610
  • Ticker: SIE
  • Handelsplatz: Xetra
  • Kurs (Stand 30.06.2025, 17:30 Uhr): 187,00 Euro
  • Marktkapitalisierung: 150.000.000.000 Euro (Stand 30.06.2025)
  • Sektor / Branche: Industrie, Elektrotechnik, Automatisierung
  • Indexzugehörigkeit: DAX
  • Nächstes Earnings-Datum: 07.08.2025

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