Spanien streicht mehr als 50.000 illegale Ferienwohnungen
14.09.2025 - 17:24:44Diese Wohnungen wĂŒrden bald dem regulĂ€ren Wohnungsmarkt zugefĂŒhrt und den "jungen Menschen und den Familien unseres Landes" zur VerfĂŒgung stehen, sagte MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez auf einer Veranstaltung in MĂĄlaga.
Es handelt sich laut SĂĄnchez um Wohnungen, die die seit dem 1. Juli obligatorische Registrierungsnummer beantragt haben, sie aber nicht erhalten, weil sie die gesetzlichen Anforderungen nicht erfĂŒllen. Besonders viele FĂ€lle gibt es in Sevilla, Marbella, Barcelona, MĂĄlaga und Madrid.
Das Ministerium fĂŒr Wohnungswesen hat nach eigenen Angaben bereits die verschiedenen Plattformen fĂŒr Ferienwohnungen benachrichtigt, damit sie die Angebote dieser insgesamt 53.876 illegalen UnterkĂŒnfte aus ihren Portalen entfernen.
Immer mehr Protest gegen Wohnungsnot und Massentourismus
SĂĄnchez erklĂ€rte, das Vorhaben sei Teil einer Strategie seiner linksgerichteten Regierung, Wohnraum wieder seiner eigentlichen Funktion zuzufĂŒhren, illegale touristische Vermietungen einzudĂ€mmen und die LebensqualitĂ€t in den StĂ€dten zu verbessern.
Spanien erlebt eine Wohnungsnot, die von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Die MieterverbĂ€nde und andere Organisationen machen unter anderem die immer gröĂer werdende Zahl der Ferienwohnungen dafĂŒr verantwortlich. Diese betrug zuletzt nach einer SchĂ€tzung der Statistikbehörde INE gut 400.000. Laut Behörden werden Wachstumsraten von bis zu 15 Prozent jĂ€hrlich registriert.
Anfang April hatten Zehntausende im ganzen Land unter dem Motto "Machen wir dem GeschÀft mit dem Wohnraum ein Ende" gegen die zunehmende Wohnungsnot protestiert. Die Demonstranten forderten ein Ende von Immobilienspekulationen, mehr sozialen Wohnungsbau und ein Ende der Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen. Auch gegen Massentourismus wird im beliebten Urlaubsland immer wieder protestiert.

