Streit, Koalition

Streit in der Koalition ĂŒber Rentenalter

11.09.2025 - 06:26:42

Die SPD wirft Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) unpassende Renten-VorschlÀge vor und stemmt sich gegen ein höheres Rentenalter.

FĂŒr die Rente sei "weder ihr Ressort zustĂ€ndig" noch fĂ€nden sich ihre Forderungen nach einem höheren Rentenalter im Koalitionsvertrag wieder, sagte SPD-GeneralsekretĂ€r Tim KlĂŒssendorf der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Reiche hatte sich mehrfach fĂŒr eine Anhebung des Rentenalters ausgesprochen. Zuletzt betonte die CDU-Politikerin, "dass wir angesichts einer höheren Lebenserwartung lĂ€nger arbeiten mĂŒssen". Zu einer Veröffentlichung eines von ihr einberufenen Beirats lobte Reiche entsprechende Experten-Hinweise. "Daneben brauchen wir weniger Anreize, frĂŒher in Rente zu gehen", sagte sie weiter.

Was wollen Reiches Berater?

Der Beraterkreis fĂŒr evidenzbasierte Wirtschaftspolitik, dem auch "Wirtschaftsweise" Veronika Grimm angehört, hatte eine zĂŒgige weitere Anhebung des Rentenalters gefordert. "Ohne eine entschlossene Reformagenda droht die Rentenversicherung zu einer zunehmenden Belastung des Bundeshaushalts zu werden." Hintergrund sind auch die steigenden geplanten ZuschĂŒsse durch die geplante Fixierung des 48-Prozent-Absicherungsniveaus bei der Rente bis 2031.

Die Expertinnen und Experten forderten auch weitere Einschnitte, etwa einen Verzicht auf eine Ausweitung der MĂŒtterrente und weniger FrĂŒhverrentungsmöglichkeiten.

KlĂŒssendorf lehnt ein höheres Rentenalter ab und fordert von Reiche MĂ€ĂŸigung. "Wir wollen in der Regierung konstruktiv mit unseren Partnern von CDU und CSU zusammenarbeiten. Beide Seiten haben kein Interesse an weiterem Streit. Es kann daher nicht sein, dass Frau Reiche schon wieder ĂŒber die Medien die Rente mit 70 fordert."

Worauf die SPD Wert legt

Im Koalitionsvertrag habe die SPD mit der Union den abschlagsfreien Renteneintritt nach 45 Jahren vereinbart - "und so gemeinsam als Koalition einer RentenkĂŒrzung durch Anhebung des Eintrittsalters eine klare Absage erteilt", ergĂ€nzte der SPD-GeneralsekretĂ€r. "Daran sollten sich alle Regierungsmitglieder halten." VorschlĂ€ge fĂŒr sinnvollere AnsĂ€tze wie die Aktivrente oder die Schaffung einer besseren Kinderbetreuung lĂ€gen auf dem Tisch.

Weitere VorwĂŒrfe gegen Reiche

Der Abgeordnete und NRW-SPD-Chef Achim Post sagte: "Frau Reiche hat in ihrem KerngeschÀft mehr als genug zu tun. Umso verwunderlicher ist es, dass ihr Haus trotz vereinbarter Schritte, eingesetzter Kommissionen und festgelegter ZeitplÀne in der Koalition die Zeit und Energie findet, Nebelkerzen in der Sozialstaatsdebatte zu werfen." Ihre RentenvorschlÀge gingen an der LebensrealitÀt vieler BerufstÀtiger vorbei.

@ dpa.de