ROUNDUP, Iran-Krieg

Iran-Krieg belastet Stimmung in den Unternehmen der Eurozone

23.04.2026 - 11:17:23 | dpa.de

Die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone hat sich im April wegen der Folgen des Iran-Kriegs weiter verschlechtert und deutet auf ein Ende des Wachstums hin.

Vor allem hohe Öl- und Gaspreise sowie die Sorge vor möglichen LieferengpĂ€ssen lassen die Firmen pessimistischer in die Zukunft schauen. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel um 2,1 Punkte auf 48,6 Punkte, wie S&P am Donnerstag in London nach einer ersten SchĂ€tzung mitteilte. Dies ist der tiefste Stand seit 17 Monaten.

Der Stimmungsindikator rutschte unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten, was auf ein Schrumpfen der wirtschaftlichen AktivitĂ€ten hindeutet. Der StimmungsdĂ€mpfer ist zudem deutlich stĂ€rker als erwartet ausgefallen. Analysten hatten im Schnitt nur einen RĂŒckgang auf 50,1 Punkte erwartet.

In den einzelnen Bereichen der Wirtschaft zeigte sich ein unterschiedliches Bild. WĂ€hrend der Indikator fĂŒr die Industriebetriebe ĂŒberraschend gestiegen ist, ist er fĂŒr den Dienstleistungsbereich unerwartet deutlich unter die Expansionsschwelle gefallen. Die bessere Stimmung in den Industriebetrieben erklĂ€rte S&P Global zum Teil mit einem stĂ€rkeren Lageraufbau.

In den deutschen Industriebetrieben hat sich die Stimmung in etwa wie erwartet eingetrĂŒbt, der Stimmungsindikator hielt sich aber ĂŒber der Expansionsschwelle. Deutlich schlechter fiel das Stimmungsbild in den Firmen des Dienstleistungssektors aus. Hier deuten die Daten auf ein Schrumpfen der AktivitĂ€ten hin.

In Frankreich, der zweitgrĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft der Eurozone nach Deutschland, trotzte die Stimmung in den Industriebetrieben ĂŒberraschend den Auswirkungen des Iran-Kriegs. In den französischen Dienstleistungsbetrieben allerdings hat sich die Stimmung Ă€hnlich wie in Deutschland spĂŒrbar eingetrĂŒbt.

"Die Eurozone sieht sich aufgrund des Krieges im Nahen Osten mit konjunkturellen Problemen konfrontiert", sagte Chris Williamson, Chefvolkswirt bei S&P Global. Der Konflikt habe die Wirtschaft im April schrumpfen und gleichzeitig die Inflation sprunghaft ansteigen lassen. Nach EinschĂ€tzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, dĂŒrften die hohen Energiepreise das Wachstum spĂŒrbar belasten. Vor allem der Dienstleistungssektor komme unter Druck.

Die Entwicklung im Überblick:


Region/Index             April        Prognose      Vormonat



EURORAUM
Gesamt                     48,6           50,1             50,7     
Industrie                   52,2           50,9             51,6
Dienste                     47,4           49,8             50,2



DEUTSCHLAND
Industrie                   51,2	        51,4             52,2
Dienste                     46,9           50,4             50,9



FRANKREICH
Industrie                   52,8           49,5             50,0
Dienste                     46,5           48,5             48,8

(Angaben in Punkten)

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