ROUNDUPDeutschland, Ifo-GeschÀftsklima

Ifo-GeschÀftsklima stagniert - 'Wirtschaft ohne Schwung'

26.01.2026 - 11:18:32 | dpa.de

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zum Jahresbeginn nicht verbessert.

Im Januar verharrte das Ifo-GeschĂ€ftsklima bei 87,6 Punkten, wie das MĂŒnchner Forschungsinstitut am Montag in MĂŒnchen mitteilte. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt mit einem Anstieg auf 88,2 Punkte gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft startet ohne Schwung ins neue Jahr", kommentierte Ifo-PrĂ€sident Clemens Fuest das Ergebnis der Umfrage. Der Erwartungsindikator trĂŒbte sich etwas ein. Er fiel um 0,2 Punkte auf 89,5 Punkte. Der Indikator zur aktuellen Lage verbesserte sich geringfĂŒgig. Er stieg um 0,1 Punkte auf 85,7 Punkte.

Verbessert hat sich der Indikator im Verarbeitenden Gewerbe. Die Unternehmen seien zufriedener mit den laufenden GeschĂ€ften gewesen, schreibt das Ifo-Institut. Im Dienstleistungssektor hat sich das GeschĂ€ftsklima hingegen eingetrĂŒbt. Im Handel und Bauhauptgewerbe hat sich das GeschĂ€ftsklima aufgehellt. Das Ifo-Institut befragt monatlich 9.000 Unternehmen.

"Zwar konnte eine Bruchlandung der Unternehmensstimmung aufgrund der RĂŒcknahme der Zolldrohung durch die USA vermieden werden, doch sie scheint Spuren hinterlassen zu haben", kommentierte Andreas Scheuerle, Volkswirt bei der Dekabank. "SpĂ€testens jetzt wird klar, dass die USA Zölle nicht mehr nur zur Erreichung ökonomischer Ziele einsetzen, sondern zunehmend auch, um geopolitische Positionen durchzusetzen." Dies fĂŒhre zu Unsicherheit. "Die Hoffnungen ruhen damit einmal mehr auf den von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Reformen."

Skeptisch mit Blick auf die weitere Entwicklung Ă€ußert sich Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg KrĂ€mer. "Offenbar sind viele Unternehmen ĂŒber das Ausbleiben breit basierter Reformen enttĂ€uscht", heißt es in einem Kommentar. Das Fiskalpaket der Bundesregierung falle daher nicht auf fruchtbaren Boden. "Die Wirtschaft dĂŒrfte sich in diesem Jahr nur zögerlich erholen", schreibt KrĂ€mer.

Die Daten kommen, nachdem zu Jahresbeginn noch eine Reihe von Indikatoren positiv ĂŒberrascht hatten. Auswirkungen der Daten auf die Geldpolitik der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) erwarten Experten nicht. "Die WĂ€hrungshĂŒter haben immer wieder deutlich gemacht, dass die Geldpolitik gut positioniert und eine abwartende Haltung zu favorisieren ist", schreiben die Experten der Landesbank Hessen-ThĂŒringen (Helaba).

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