Produktion/Absatz, Zusammenfassung

Neue Warnstreiks treffen Zehntausende Flugreisende

14.03.2024 - 06:35:01

Die Streikwelle an deutschen FlughÀfen ebbt nicht ab.

Wegen Warnstreiks des Luftsicherheitspersonals an fĂŒnf FlughĂ€fen werden nach BranchenschĂ€tzungen am Donnerstag erneut Zehntausende Passagiere nicht wie geplant reisen können. Die Warnstreiks liefen in der Nacht zuletzt am Flughafen Berlin an, wie ein Verdi-Sprecher bestĂ€tigte. Zuvor waren nach Verdi-Angaben die FlughĂ€fen Hamburg, Stuttgart, Karlsruhe/Baden-Baden und Köln an der Reihe. FĂŒr diesen Freitag (15.3.) rief die Gewerkschaft Verdi weitere Warnstreiks des Luftsicherheitspersonals aus.

Wegen des ganztĂ€gigen Ausstands der LuftsicherheitskrĂ€fte am Donnerstag können Passagiere nicht mehr in den Sicherheitsbereich kommen. Nach SchĂ€tzungen des Flughafenverbandes ADV dĂŒrften mehr als 580 Flugverbindungen abgesagt werden, 90 000 Reisende mĂŒssen umplanen.

Am Freitag soll das Luftsicherheitspersonal dann in Hannover, Dortmund, Weeze, Dresden und Leipzig sowie erneut in Karlsruhe/Baden-Baden die Arbeit niederlegen. Zudem rief Verdi am Flughafen MĂŒnchen die BeschĂ€ftigten in der Personal- und Warenkontrolle sowie der Frachtkontrolle von Donnerstag um 4.00 Uhr bis Freitag um 6.00 Uhr zum Ausstand auf. Das betrifft vor allem den Bereich Fracht.

Deutschlands grĂ¶ĂŸter Flughafen in Frankfurt ist von den Warnstreiks des Luftsicherheitspersonals an diesem Donnerstag und Freitag nicht betroffen. Dort wie auch in MĂŒnchen könnte allerdings der zweitĂ€gige Streik des Lufthansa DE0008232125-Kabinenpersonals vom Dienstag und Mittwoch vereinzelt noch VerspĂ€tungen und FlugausfĂ€lle nach sich ziehen.

Bei den Tarifverhandlungen der Luftsicherheit geht es um die Arbeitsbedingungen von etwa 25 000 BeschĂ€ftigten privater Sicherheitsdienstleister. Sie kontrollieren im Auftrag der Bundespolizei Passagiere, Personal und GepĂ€ck an den ZugĂ€ngen zum Sicherheitsbereich. Bei dem Konflikt sind bislang fĂŒnf Verhandlungsrunden ohne Ergebnis geblieben. Verdi fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten eine Stundenlohnerhöhung um 2,80 Euro mit schneller einsetzenden MehrarbeitszuschlĂ€gen ab der ersten Überstunde.

Die Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) haben nach eigenen Angaben 2,70 Euro mehr pro Stunde in drei Stufen angeboten, wodurch die Monatslöhne um 432 Euro bis 470 Euro steigen wĂŒrden. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 24 Monaten haben. Eine sechste Verhandlungsrunde mit Verdi ist fĂŒr den 20. MĂ€rz verabredet.

Bereits wieder verhandelt wird seit Mittwoch fĂŒr das Lufthansa-Bodenpersonal. Die GesprĂ€che zwischen der Fluggesellschaft und Verdi sollten an diesem Donnerstag fortgesetzt werden. Verdi verlangt fĂŒr die 25 000 Lufthansa-BeschĂ€ftigten am Boden bei einer Laufzeit von zwölf Monaten 12,5 Prozent mehr Geld, wĂ€hrend das Unternehmen bei einer Laufzeit von 28 Monaten bislang 10 Prozent angeboten hat. Vergleichsweise unstrittig ist nach vier Verhandlungsrunden eine InflationsausgleichsprĂ€mie von 3000 Euro.

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