Angriffe bis zum Ural - Selenskyj: Moskau soll Krieg beenden
29.04.2026 - 12:49:22 | dpa.deRussische Stellen bestĂ€tigten laut Meldungen der staatlichen Nachrichtenagentur Tass die Angriffe, Ă€uĂerten sich aber nicht zu SchĂ€den.
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer neuen Stufe beim Einsatz von Langstreckenwaffen seiner Armee. "Es ist wichtig, dass jeder Schlag die LeistungsfĂ€higkeit der russischen RĂŒstungsindustrie, Logistik und die Ălexporte verringert", schrieb er in sozialen Netzwerken. Es sei jedem klar, dass der Angreifer Russland seinen Krieg beenden mĂŒsse. "Es ist Zeit, zur Diplomatie ĂŒberzugehen, und Moskau sollte dieses Signal hören."
In Perm deuteten Videos aus der Region darauf hin, dass die Pumpstation einer wichtigen Ălpipeline getroffen wurde. Die Bilder zeigten ĂŒber dem Brandherd eine dicke schwarze Rauchwolke. Der ukrainische Geheimdienst SBU bestĂ€tigte spĂ€ter auch, dass die Pumpstation Ziel des Angriffs war.
In Orsk ganz im SĂŒden des Ural-Gebirges galt der Angriff höchstwahrscheinlich der dortigen Ălraffinerie, wie der russische Telegramkanal Astra berichtete. Beide Orte liegen zwischen 1.500 und 1.800 Kilometer von der Ukraine entfernt.
Kampf gegen das Feuer in Tuapse
Angespannt blieb die Lage in der sĂŒdrussischen Hafenstadt Tuapse am Schwarzen Meer, wo ukrainische Angriffe dreimal schwere BrĂ€nde einer Raffinerie und des Ălverladeterminals ausgelöst hatten. Zuletzt war am Dienstagmorgen ein Feuer ausgebrochen. Der Brand sei unter Kontrolle, sagte der russische Katastrophenschutzminister Alexander Kurenkow abends nach einer Krisensitzung in Tuapse. Es sei auch gelungen, das Auslaufen von brennendem Ăl zu stoppen.
Kremlchef Wladimir Putin beklagte in Moskau eine HĂ€ufung ukrainischer Angriffe gegen zivile Objekte in Russland. Er sprach zwar von "potenziell schweren Folgen" fĂŒr die Umwelt in Tuapse, dementierte aber, dass es derzeit ernste Gefahren fĂŒr die Bewohner gebe. Kiew zielt bei seinen Attacken bewusst auf die Ălindustrie, weil Russland mit deren Einnahmen den von Putin befohlenen Krieg gegen die Ukraine finanziert.
Kremlsprecher Dmitri Peskow warf der Ukraine wegen der Angriffe auf die Ălindustrie vor, damit die Energiekrise auf den WeltmĂ€rkten zu verschĂ€rfen. Er erinnere daran, dass das in Tuapse nun verbrannte und ausgelaufene Ăl fĂŒr den Export bestimmt gewesen sei, sagte er.
Drohnenangriffe auf die Ukraine
Durch russische Drohnenangriffe auf die Ukraine in der Nacht wurden nach Behördenangaben in Schostka im Gebiet Sumy eine Frau getötet und zwei Personen verletzt. In der Hafenstadt Odessa wurden ein Krankenhaus beschÀdigt und mehrere WohnhÀuser in Brand geschossen.
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