Niederlande, VorlÀufiger

Niederlande: VorlĂ€ufiger Baustopp fĂŒr Gasbohrung in Nordsee

04.06.2024 - 15:40:55

Die umstrittenen Erdgasbohrungen in der Nordsee vor der niederlÀndischen Wattenmeerinsel Schiermonnikoog und dem deutschen Borkum sind vorerst ausgesetzt.

Das höchste Gericht der Niederlande, der hohe Rat, verhĂ€ngte am Dienstag in Den Haag einen vorlĂ€ufigen Baustopp. Bis zur Entscheidung ĂŒber den Antrag auf eine einstweilige VerfĂŒgung von deutschen und niederlĂ€ndischen UmweltschĂŒtzern darf die Bohrplattform nicht gebaut und betrieben werden. Das Gericht will in der nĂ€chsten Woche ĂŒber den Antrag verhandeln.

Am Morgen hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace die Plattform etwa 20 Kilometer nördlich von Schiermonnikoog und Borkum besetzt.

In der vergangenen Woche hatte das niederlĂ€ndische Wirtschaftsministerium den Weg fĂŒr die Erdgasförderung in der Nordsee freigemacht. Die Umweltgenehmigung wurde nach einem Gerichtsbeschluss verĂ€ndert. Im April hatte ein Den Haager Verwaltungsgericht KlĂ€gern gegen die Bohrungen teilweise recht gegeben und einen Baustopp fĂŒr die Bohrplattform bestĂ€tigt. Die von dem Gericht festgestellten MĂ€ngel wurden nach Auffassung des Ministeriums in der neuen Genehmigung behoben.

Doch Umweltorganisationen beider LĂ€nder sowie die Insel Borkum beantragten dagegen eine einstweilige VerfĂŒgung. Sie befĂŒrchten SchĂ€den im Naturschutzgebiet Wattenmeer. Schon der Bau der Plattform wĂŒrde zu einem Ausstoß von Stickstoff fĂŒhren, der schĂ€dlich fĂŒr die Natur sei.

Der BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Deutschen Umwelthilfe, Sascha MĂŒller-Kraenner, lobte die Entscheidung. Er forderte die niedersĂ€chsischen Behörden auf, den Antrag des Unternehmens fĂŒr die Bohrungen auch in deutschen HoheitsgewĂ€ssern abzulehnen.

Das niederlÀndische Unternehmen One-Dyas will vor den beiden Nordseeinseln noch in diesem Jahr Erdgas fördern. Dazu wurde die Förderplattform in das niederlÀndische Hoheitsgebiet geschleppt.

Am Morgen hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace die Plattform etwa 20 Kilometer nördlich von Schiermonnikoog und Borkum besetzt. FĂŒnf Demonstranten seien auf die Bohrplattform geklettert und hĂ€tten sich dort an Standbeinen "festgemacht", teilte Greenpeace mit. An der Aktion waren nach Angaben von Greenpeace deutsche und niederlĂ€ndische UmweltschĂŒtzer beteiligt.

@ dpa.de