Viele HÀndler melden weniger Betrieb in den GeschÀften
08.07.2024 - 12:54:44Gleichzeitig sei aber zu beobachten, dass die Menschen, die in die InnenstĂ€dte kommen, auch eine klare Kaufabsicht hĂ€tten, teilte der Handelsverband Deutschland (HDE) mit. "Die Menschen, die kommen, kaufen - sonst hĂ€tten wir eine ganz andere Umsatzentwicklung", sagte HDE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Genth. Das Kaufverhalten habe sich entsprechend verĂ€ndert.
In einer Branchenumfrage des HDE sagten 68 Prozent der Unternehmen, dass die Kundenfrequenz an ihren Standorten in den vergangenen zwei Jahren gesunken oder deutlich gesunken sei. Nur 12 Prozent der Unternehmen erkannten demnach eine gestiegene oder deutlich gestiegene Kundenfrequenz.
HDE-PrÀsident gegen Fahrverbote in InnenstÀdten
FĂŒr den Besuch einer Innenstadt sei fĂŒr potenzielle Kunden besonders die Erreichbarkeit, die Sauberkeit und die Sicherheit wichtig, sagte HDE-PrĂ€sident Alexander von Preen. Daher sprach er sich gegen Fahrverbote fĂŒr Autos auf bestimmten StraĂen aus. "Wenn die öffentliche Hand den Ăffentlichen Personennahverkehr nicht entsprechend ausgebaut hat, sollte man Autos nicht aus den InnenstĂ€dten verbannen", so von Preen.
Die Aussichten fĂŒr den Einzelhandel bezeichnete er als "nicht wirklich rosig". In der Unternehmensumfrage sagten 45 Prozent, dass sich die GeschĂ€ftslage im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verschlechtert habe, 22 Prozent sprachen von einer Verbesserung. Besonders schlecht schĂ€tzten HĂ€ndler von Möbeln und EinrichtungsgegenstĂ€nden die aktuelle GeschĂ€ftslage ein. Nach Ansicht des HDE macht sich hier noch die Corona-Pandemie bemerkbar, damals lief das GeschĂ€ft in diesen Bereichen besonders gut: Viele Menschen machten es sich damals gemĂŒtlich und hĂ€tten nun keinen Bedarf an neuer Einrichtung. Zudem könne man hier die Probleme im Wohnungsbau erkennen.
Verband hÀlt an Prognose fest
"Die Sparquote bleibt hoch - und das ist immer eine Art Konsumverweigerungsquote", sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Genth. FĂŒr das zweite Halbjahr hofft der Verband aber auf steigende UmsĂ€tze - Herbst und Winter gelten in der Branche etwa mit Blick auf das WeihnachtsgeschĂ€ft als Zeit des intensiven Konsums. Der HDE hĂ€lt daher an seiner Prognose fest, dass der Umsatz 2024 um 3,5 Prozent (nominal) wĂ€chst.
Im ersten Quartal des laufenden Jahres hat der Einzelhandel dem HDE zufolge ein Umsatzplus von 2,3 Prozent erwirtschaftet. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln schnitt mit einem Plus von 4,1 Prozent deutlich besser ab als jener ohne Lebensmittel (plus 1,7 Prozent).

