Aktien New York: US-Börsen pendeln richtungslos zwischen Gewinnen und Verlusten
27.03.2025 - 19:22:36Bis zwei Stunden vor Handelsschluss ging es auf und ab. Zuletzt standen wieder moderate Verluste zu Buche. Im Fokus stehen die von US-PrĂ€sident Donald Trump angekĂŒndigten Zölle von 25 Prozent auf alle Autoimporte sowie zentrale Autoteile, die fĂŒr eine deutliche VerschĂ€rfung des globalen Handelsstreits sorgen dĂŒrften.
"Da die neuen Zölle nicht nur per AnkĂŒndigung, sondern per 'Executive Order' erlassen wurden, dĂŒrften sie vor ihrem Eintritt in der kommenden Woche wohl auch nicht mehr zurĂŒckgenommen werden", erwartet Chef-Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank Liechtenstein ergĂ€nzte auĂerdem, dass Trump die Abgaben als permanent betrachte und das Fehlen eines Verhandlungsspielraums betont habe.
Der weltweit bekannteste US-Aktienindex Dow Jones Industrial US2605661048 drehte nach einem leicht schwÀcheren Start ins Plus. Zuletzt dann ging es wieder um 0,47 Prozent auf 42.255 Punkte abwÀrts. Der S&P 500 US78378X1072 verlor zugleich 0,40 Prozent auf 5.690 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 sank um 0,49 Prozent auf 19.819 ZÀhler, nachdem er zum Börsenauftakt um fast ein Prozent gesunken war und dann zeitweise sogar zugelegt hatte.
Trump hatte am Vorabend nach US-Börsenschluss neue Importzölle fĂŒr Autos und fĂŒr Autoteile angekĂŒndigt. SpĂ€testens vom 3. Mai an werden die zusĂ€tzlichen Abgaben fĂŒr die Automobilzuliefererindustrie erhoben. Ab 2. April sollen zudem sogenannte reziproke Zölle erhoben werden, also die Zölle auf dasselbe Niveau bringen wie die der Handelspartner. Zwar ist laut JĂŒrgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets, auch mit der öffentlichkeitswirksam unterzeichneten 'Executive Order' das letzte Wort mit "Dealmaker" Trump noch nicht gesprochen, "eine Eskalation im Handelsstreit der USA gegen den Rest der Welt ist es allemal".
Aktien von Automobilherstellern und -Zulieferern zĂ€hlten nach Trumps ZollbeschlĂŒssen zu den gröĂten Verlierern am Markt. General Motors (GM) und Ford sind auf die hochintegrierten Produktionsketten in den US-NachbarlĂ€ndern Mexiko und Kanada angewiesen und leiden deshalb ebenfalls unter den Zöllen. GM US37045V1008 importiert einige Chevrolet-Modelle aus Werken in Mexiko und Kanada. Ford US3453708600 produziert ebenfalls einige Modelle fĂŒr den US-Markt in Mexiko, wenngleich der Anteil geringer als bei GM ist. Zudem mĂŒssen die US-Hersteller "Revanche-Zölle" all der LĂ€nder fĂŒrchten, deren Unternehmen nun von den US-Autozöllen betroffen sind.
Die GM-Aktien fielen als Schlusslicht im S&P 100 US78380F1021 um 7,4 Prozent und die von Ford um 3,4 Prozent. Dagegen stiegen die Papiere von Elektroautoherstellern. Tesla US88160R1014, Rivian US76954A1034 und Lucid Group US5494981039 legten zwischen 1,3 und 6,9 Prozent zu. Nach Ansicht von Analysten sind Elektroautohersteller weitaus weniger durch die US-Zölle gefÀhrdet.
Aktien von Banken litten nach ihrem zuletzt starken Lauf unter Gewinnmitnahmen. Im Dow waren Goldman Sachs US38141G1040 Schlusslicht mit minus 2,7 Prozent, nachdem sie seit Mitte MÀrz acht Tage in Folge gestiegen waren. Morgan Stanley US6174464486 verloren 2,8 Prozent, wÀhrend JPMorgan US46625H1005, die sogar neun Tage in Folge gestiegen waren, um 1,1 Prozent nachgaben.
FĂŒr die Anteilscheine von AMD US0079031078 ging es an der Nasdaq um 3,5 Prozent abwĂ€rts, nachdem Jefferies die Aktien des Chipherstellers von "Buy" auf "Hold" herabgestuft hatte. Analyst Blayne Curtis schrieb, AMD profitiere nur begrenzt von KĂŒnstlicher Intelligenz (KI). Die Erwartungen an das Unternehmen seien zu hoch gesteckt und von Intel drohe wachsender Konkurrenzdruck. AuĂerdem gebe es Hinweise, dass die Grafikprozessor-Serie H200 von Nvidia einen erheblichen Leistungsvorteil im Vergleich zum AMD-Modell MI300X habe.
"Wie gewonnen, so zerronnen" lautete die Quintessenz bei Gamestop US36467W1099. Die Aktie, die am Vortag noch mit einem Kurssprung von fast 12 Prozent von dem Quartalsgewinn und der neuen Investmentstrategie pro Bitcoin des Videospiele-HĂ€ndlers profitiert hatte, gab nun um 25 Prozent nach. Gamestop gab bekannt, Wandelanleihen im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar zu verkaufen, um seine geplanten Bitcoin-KĂ€ufe zu finanzieren.

