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New York Schluss: Leichte Verluste - Zollpolitik verunsichert

27.03.2025 - 21:42:16

Die US-AktienmÀrkte sind am Donnerstag am Ende einer kleinen Berg- und Talfahrt mit leichten Verlusten aus dem Handel gegangen.

Die Anleger sind verunsichert. Im Fokus stehen erneut ZollankĂŒndigungen des US-PrĂ€sidenten. Donald Trump hatte am Mittwoch nach dem Börsenschluss an der Wall Street Zölle in Höhe von 25 Prozent auf alle Autoimporte sowie zentrale Autoteile per "Executive Order" unterzeichnet. Nun herrschen wieder Sorgen, dass es zu einer deutlichen VerschĂ€rfung des globalen Handelsstreits kommt. Der könnte die Inflation wieder antreiben und die Wirtschaft ausbremsen.

Der weltweit bekannteste US-Aktienindex Dow Jones Industrial US2605661048 schloss nach einem richtungslosen Verlauf 0,37 Prozent tiefer auf 42.299,70 Punkte. Der S&P 500 US78378X1072 verlor 0,33 Prozent auf 5.693,31 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 sank um 0,59 Prozent auf 19.798,62 ZÀhler, nachdem er zum Börsenauftakt um fast ein Prozent gesunken war und dann zeitweise zugelegt hatte.

Chef-Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets rechnet nicht damit, dass die neuen Zölle vor ihrem Eintritt in der kommenden Woche von Trump wieder zurĂŒckgenommen werden. Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank Liechtenstein wies darauf hin, dass Trump die Abgaben als permanent betrachte und das Fehlen eines Verhandlungsspielraums betont habe.

Der US-PrĂ€sident hatte am Vorabend neue Importzölle im Automobilbereich angekĂŒndigt. SpĂ€testens vom 3. Mai an werden die zusĂ€tzlichen Abgaben fĂŒr die Automobilzuliefererindustrie erhoben. Vom 2. April an sollen bereits sogenannte reziproke Zölle erhoben werden. Damit sollen die US-Zölle auf dasselbe Niveau gehoben werden wie die Zölle der Handelspartner aus Autos aus den USA.

Zwar ist laut JĂŒrgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets, trotz der "Executive Order" "das letzte Wort mit Dealmaker Trump noch nicht gesprochen, eine Eskalation im Handelsstreit der USA gegen den Rest der Welt ist es allemal".

Die Aktien von General Motors (GM) und Ford zĂ€hlten nach Trumps ZollbeschlĂŒssen zu den grĂ¶ĂŸten Verlierern am Markt. Sie sind auf die hochintegrierten Produktionsketten in den US-NachbarlĂ€ndern Mexiko und Kanada angewiesen. GM US37045V1008 importiert einige Chevrolet-Modelle aus Werken in Mexiko und Kanada. Ford US3453708600 produziert ebenfalls einige Modelle fĂŒr den US-Markt in Mexiko, wenngleich der Anteil geringer als bei GM ist. Zudem mĂŒssen die US-Hersteller "Revanche-Zölle" all der LĂ€nder fĂŒrchten, deren Unternehmen nun von den US-Autozöllen betroffen sind.

Die GM-Aktien fielen als Schlusslicht im S&P 100 US78380F1021 um 7,4 Prozent und die von Ford um 3,9 Prozent. Dagegen stiegen die Papiere von Elektroautoherstellern. Tesla US88160R1014, Lucid Group US5494981039 und Rivian US76954A1034 legten um 0,4 bis 7,6 Prozent zu. Nach Ansicht von Analysten sind Elektroautohersteller weitaus weniger durch die US-Zölle gefÀhrdet. Die schweizerische Bank UBS verwies unter anderem darauf, dass die Produktion von Rivian komplett in den USA erfolge, auch wenn dies nicht alle Komponenten betreffe.

Aktien von Banken litten nach ihrem zuletzt starken Lauf unter Gewinnmitnahmen. Im Dow zÀhlten Goldman Sachs US38141G1040 mit minus 2,6 Prozent zu den schwÀchsten Werten, nachdem sie seit Mitte MÀrz acht Tage in Folge gestiegen waren. Morgan Stanley US6174464486 verloren 2,6 Prozent, wÀhrend JPMorgan US46625H1005, die sogar neun Tage in Folge gestiegen waren, um 1,2 Prozent nachgaben.

FĂŒr die Anteilscheine von AMD US0079031078 ging es an der Nasdaq um 3,2 Prozent abwĂ€rts, nachdem Jefferies die Aktien des Chipherstellers von "Buy" auf "Hold" herabgestuft hatte. Analyst Blayne Curtis schrieb, AMD profitiere nur begrenzt von KĂŒnstlicher Intelligenz (KI). Die Erwartungen an das Unternehmen seien zu hoch gesteckt und von Intel drohe wachsender Konkurrenzdruck. Außerdem gebe es Hinweise, dass die Grafikprozessor-Serie H200 von Nvidia einen erheblichen Leistungsvorteil im Vergleich zum AMD-Modell MI300X habe.

"Wie gewonnen, so zerronnen" lautete die Quintessenz bei Gamestop US36467W1099. Die Aktie, die am Vortag noch mit einem Kurssprung von fast 12 Prozent von dem Quartalsgewinn und der neuen Investmentstrategie pro Bitcoin des Videospiele-HĂ€ndlers profitiert hatte, sackte nun um rund 22 Prozent ab. Gamestop gab bekannt, Wandelanleihen im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar zu verkaufen, um seine geplanten Bitcoin-KĂ€ufe zu finanzieren.

Applovin US03831W1080 bĂŒĂŸten rund 20 Prozent ein, nachdem Shortseller Muddy Waters schrieb, dass er auf einen KursrĂŒckgang wette./ck/he

--- Von Claudia MĂŒller, dpa-AFX ---

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