Börsen/Aktien, USA

Aktien New York: Talfahrt beschleunigt sich - Jobdaten befeuern RezessionsÀngste

02.08.2024 - 20:01:48

Die US-Börsen haben am Freitag ihre Talfahrt fortgesetzt und die im Wochenverlauf eingeheimsten Gewinne wieder abgegeben.

Schwache Arbeitsmarktdaten gaben den tags zuvor hochgekochten Rezessionssorgen weitere Nahrung. Die wachsenden Spannungen im Nahen Osten sowie enttÀuschende Quartalsberichte von Intel und Amazon belasteten ebenfalls die Stimmung.

Der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial US2605661048 bĂŒĂŸte rund zwei Stunden vor dem Börsenschluss 2,16 Prozent auf 39.476,37 Punkte ein. Die Hoffnung auf einen Wochengewinn dĂŒrfte sich zerschlagen haben. Aktuell steht ein Verlust von knapp drei Prozent zu Buche.

Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 verlor am Freitag 2,39 Prozent auf 5.316,43 Punkte. FĂŒr den Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 US6311011026 ging es um 2,91 Prozent auf 18.340,67 Punkte abwĂ€rts. Sein Wochenverlust belĂ€uft sich momentan auf etwas mehr als dreieinhalb Prozent.

Die US-Wirtschaft schuf im Juli deutlich weniger ArbeitsplÀtze als erwartet und die Arbeitslosigkeit erreichte den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Gleichzeitig schwÀchte sich das Lohnwachstum unerwartet ab.

"Schlechte Nachrichten sind jetzt wirklich schlechte Nachrichten", kommentierte Chef-Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. "Die Arbeitsmarktdaten schlagen genau in die Kerbe, die den Aktienmarkt in den letzten Handelstagen unter Druck setzte: die Angst vor einer Rezession der US-Wirtschaft im spÀteren Jahresverlauf."

Die Zahlen folgten auf ĂŒberraschend schwache Daten zur Stimmung in der US-Industrie am Vortag: Der ISM-Indikator war im Juli noch stĂ€rker unter die Expansionsschwelle gesackt, die eine wirtschaftliche Schrumpfung signalisiert. Investoren sorgen sich daher zunehmend, dass die US-Notenbank zu lange mit der Zinswende gewartet hat und damit der Konjunkturentwicklung hinterherlĂ€uft. Schließlich hatte die Fed auch im Juli zur EindĂ€mmung der Preisentwicklung an den hohen Leitzinsen festgehalten. Eine erste Senkung im September wurde zugleich als vage Möglichkeit in Aussicht gestellt.

Die sich fortsetzende Berichtssaison brachte außerdem weitere EnttĂ€uschungen auf Seiten der "Magnificent 7", den sieben herausragenden Tech-Giganten der USA, deren Quartalsberichte am Markt ein besonderes Gewicht haben. So enttĂ€uschte der weltgrĂ¶ĂŸte Online-HĂ€ndler Amazon US0231351067 mit seinem Ausblick auf das laufende Quartal. Analysten monierten das trĂ€ge Online-EinzelhandelsgeschĂ€ft. Die Aktie sackte um etwas mehr als 10 Prozent ab.

Das Chipentwickler-Urgestein Intel US4581401001 zĂ€hlt zwar nicht zu den "glorreichen Sieben", doch der Kurseinbruch von 27 Prozent spricht fĂŒr sich. Der kriselnde Tech-Konzern enttĂ€uschte ebenfalls mit seinen Zahlen und dem Ausblick. Um schnell Kosten zu senken, werden zudem drastisch Stellen abgebaut.

Der iPhone-Konzern und Technologie-Riese Apple US0378331005 ĂŒberzeugte hingegen mit seinen Zahlen und dem Ausblick fĂŒr das neue Quartal. Die Aktie legte an der Dow-Spitze um 2,5 Prozent zu.

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